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Tipp des Tages

Alzheimer

Wenn man etwas vergisst, bekommt man oft zur Antwort „Alzheimer lässt grüßen“. Dies klingt gerade so, als ob jedes Vergessen auf eine Alzheimererkrankung zurückginge.
Dem ist Gottseidank nicht so, denn die weitaus häufigste Ursache ist immer noch die normale „gutartige“ Altersvergesslichkeit. Diese ist nur mit einer Verlangsamung der Lernfähigkeit und Wiedergabe verbunden.

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Mit einem regelmäßigen Gehirnjogging, einer gesunden eiweißreichen Ernährung und vor allem mit viel Trinken können Sie diese Verluste aber wieder wettmachen. Denn das Gehirn ist wie ein Muskel – so Hirnforscher Prof. Dr. Ernst Pöppel aus München. Nur wenn es regelmäßig trainiert wird, bleibt es fit und funktionstüchtig.

Anders allerdings sieht es beim „Alzheimer“ aus. Das ist eine schwere Gehirnerkrankung, bei der es nur eine Verschlechterung und keine Heilung gibt. Dies hat als erstes im Jahr 1906 der Würzburger Nervenarzt Alois Alzheimer anhand seiner Patientin Auguste D. beschrieben: „Eine Frau von 51 Jahren zeigte als erste auffällige Krankheitserscheinung Eifersuchtsideen gegen den Mann. Bald machte sich eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann, laut zu schreien.“

Die Ursache fand der Arzt Alzheimer später, als die Patientin tot war und er das Gehirn öffnen konnte: Steinharte Plaques im Gehirn. Dies sind Klumpen toter Nervenzellen, zwischen denen und in ihnen sich ein ungewöhnliches Eiweiß namens Amyloid befindet. Auch die Signalübertragung von einer Nervenzelle zur anderen ist gestört.

Die Krankheit macht sich zuerst durch ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis bemerkbar. Depressionen, Ängste, Nervosität, schwankende Gefühle und eine richtige Persönlichkeitsveränderung können sich herausbilden. Anfangs merken die Betroffenen noch, dass sich etwas verändert. Der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan, einer der bekanntesten Alzheimer-Patienten, meinte im Jahr 1994, zehn Jahre vor seinem Tod: „Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt.“

Was dort, in dieser dunklen Welt dann in den Patienten vorgeht, ist nicht bekannt, denn sie können sich dann oft nicht mehr ausdrücken und werden zunehmend lebensunfähig. Das Alzheimer-Medikament, das es mittlerweile gibt, verlangsamt die Auswirkungen des Nervenzerfalls.

Neben dem „Alzheimer“ gibt es weitere Gründe, warum das Gehirn nicht mehr so macht, was es soll, so z. B. den Gehirntumor, den Normaldruck-Wasserkopf (Normaldruck Hydrozephalus) oder ein Delirium, auch aufgrund von zuwenig Flüssigkeitszufuhr. Außerdem gibt es noch andere Hirnleistungsstörungen, so z. B. die „vaskuläre Demenz“, die Lewy-Körper-Demenz oder die Parkinson-Demenz.

Die vaskuläre Demenz (lateinisch Vas = Gefäß) kommt aufgrund eines schlechten Zustands der Blutgefäße im Gehirn zustande. Denn auch im Gehirn können die Blutgefäße durch „Verkalkung“ starr und zu eng werden, vor allem die feinen Blutgefäße. Dies stört die Mirkozirkulation, die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen. Dann kann es sein, dass an verschiedenen Stellen im Gehirn kleine Nervengebiete schlecht durchblutet werden und absterben. Man spricht dann von vielen „Infarkten im Gehirn“ (Multi-Infarkt-Demenz).

Bei einer vaskulären Demenz kann man aber auf sein Schicksal relativ stark einwirken. So hilft regelmäßiger Ausdauersport, die Ablagerungen zu verhindern. Die lebenslange Einnahme von Ginkgopräparaten verbessert ebenfalls die Hirndurchblutung. In einem Institut für Mikrozirkulation wurde neuerdings zudem festgestellt, dass auch die Therapie mit bestimmten Magnetfeldern Wunder bewirken kann. In Tests mit dem Magnetfeldsystem nach Prof. Dr. Wolf Kafka konnte die Durchblutung der kleinsten Gefäße deutlich verbessert werden.

Bei der Lewy-Körper-Demenz entwickeln sich in den Nervenzellen des gesamten Gehirns ungewöhnliche Strukturen, die Lewy-Körperchen. Diese treten auch bei der Parkinson-Krankheit auf, allerdings nur in einem kleinen Hirnbereich, weshalb bei Parkinson auch mehr die körperlichen Veränderungen im Vordergrund stehen und weniger die geistigen. Die Lewy-Körper-Demenz zeigt sich durch Trugbilder, auch visuelle Halluzinationen genannt. Die Betroffenen können sich an einem Tag ganz vernünftig unterhalten und am anderen Tag schläfrig und stumm sein.

Auch hier zeigt eine verminderte Signalübertragung mit dem Botenstoff Acetylcholin. Deswegen ist das Alzheimer-Medikament auch hier hilfreich. Insbesondere am Anfang der Erkrankung kann damit eine deutliche Verbesserung erzielt werden.

So wirken Alzheimer-Medikamente
Das Fortschreiten dieser schrecklichen Krankheit kann man leider nicht verhindern. Aber ein Medikament (z. B. Wirkstoff Donepezil) sorgt dafür, dass die Hirnleistungen länger aufrechterhalten werden können. Denn es hemmt den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin zwischen den Nervenzellen. Botenstoffe überbringen die Nervenreize, die für die Denk- und Gedächtnisprozesse im Gehirn sorgen, von einer Nervenzelle zur anderen. Sie werden beim gesunden Menschen ständig neu gebildet und wieder abgebaut. Beim Alzheimer-Kranken wird die Neubildung des Botenstoffs jedoch verringert, während der Abbau unvermindert stattfindet.

Hier greift das Alzheimer-Medikament ein, das deshalb auch als Acetyl-Cholinesterase-Hemmer bezeichnet wird. Damit werden die noch gesunden Zellen hochgepuscht und ihre Leistungsfähigkeit verstärkt.
Damit können wieder mehr Nervenreize übertragen werden. Der Verlust der Denk- und Gedächtnisleistung wird verlangsamt.

Vorbeugung Gehirnjogging
Vor allem der Arbeitspeicher verkleinert sich bei mangelnder geistiger Beschäftigung. Schon ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt, eine Kur oder auch ein Urlaub, indem man so richtig schön faulenzt, lassen den Kurzzeitspeicher regelrecht verkümmern. Bei untätigen Menschen im Ruhestand ist er bis zu 30 Prozent kleiner als bei aktiven Gleichaltrigen. Andererseits lässt er sich auch bereits innerhalb weniger Tage wieder vergrößern und zu neuen Leistungen anregen.

Deshalb: Machen Sie die Sachen in einer anderen Reihenfolge und Geschwindigkeit als gewohnt. Fahren Sie auf einer anderen Strecke zur Arbeit. Verändern Sie die Art, wie Sie Ihre Mahlzeiten essen. Hirnforscher Prof. Pöppel rät noch: „Versuchen Sie jeden Tag zu erraten, was für Post im Briefkasten sein wird. Raten Sie die Anzahl Stücke, dann unterteilen Sie sie in Werbung, persönliche Briefe, Rechnungen usw. Es geht hier nicht darum, ob Sie Recht haben oder nicht – nehmen Sie diese Übung als interessantes Spiel an.“

Adressen
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.: Der Berliner Verein informiert über Alzheimer und Demenz. Er bietet Tipps und bundesweit Adressen von Selbsthilfegruppen an.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Friedrichstr.236
10969 Berlin
Tel.: 030-25 93 79 5-0
Fax: 030-25 93 79 5-29
www.deutsche-alzheimer.de

Alzheimer-Hilfe: Tel.-Hotline 0180 3366633 (0.09 EUR/min).
Erste Anlaufstelle hauptsächlich für Patienten, Angehörige und Pflegende. Hat Zugriff auf Informationsmaterial, weiß, wohin man sich bei welcher Frage wenden kann und welche Möglichkeiten es gibt.

www.alois.de Selbst-Gedächtnistest (ganz nach unten scrollen), sowie übersichtliche Infos über Alzheimer. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt; Stand: 24.07.2006

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