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Tipp des Tages

Schuppenflechte. Wenn sich die Haut ständig entzündet

Die Schuppenflechte (med. Psoriasis) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen: In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen mit dieser Erkrankung. Sie kann sich in jedem Alter entwickeln, bei kleinen Kindern oder älteren Menschen tritt sie jedoch nur selten neu auf. Die Psoriasis selbst wird wahrscheinlich nicht vererbt, dafür aber die Veranlagung zur Entwicklung der Krankheit (med. Disposition).

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Die Schuppenflechte kann viele Gesichter haben, die mit Abstand häufigste Form ist aber so genannte Plaque-Psoriasis. Plaques sind scharf begrenzte, etwas erhabene rötliche Herde, die mit silbrig-glänzenden Schuppen bedeckt sind. Hautrisse aufgrund von Trockenheit bereiten Psoriasis-Patienten Schmerzen und mehr als die Hälfte der Patienten leiden unter Juckreiz. Natürlich ist die Psoriasis auch eine starke psychische Belastung  vor allem, wenn Haut und Nägel an sichtbaren Stellen betroffen sind. Viele schämen sich, fühlen sich hässlich. Diese Gefühle können schlimmstenfalls in einer Depression enden.

Was passiert bei Psoriasis?
Bei Psoriasis-Patienten ist die Oberhaut vier- bis fünfmal dicker als bei gesunden Menschen. Außerdem bilden die Zellen viel zu viel Hornsubstanz. Doch das Belastendste ist: Zellteilung und Wachstum laufen viel zu schnell ab. Dadurch sind viele Zellen noch nicht vollständig ausgereift. Dadurch erklären sich die Schuppen. Sie sind eine massive Ansammlung von unreifen Hautzellen.
Grundsätzlich kann die Schuppenflechte die gesamte Haut betreffen. Häufig tritt sie allerdings auf den Streckseiten der Knie und Ellenbogen, am Kreuzbein und auf dem Kopf auf.

Behandlung der Schuppenflechte
Die Schuppenflechte ist nicht heilbar, aber behandelbar. Wie, das hängt vom Schweregrad ab.  Dabei spielen drei Aspekte eine Rolle:

In welchem Ausmaß ist die Haut betroffen, und wie stark sind Entzündungen und Schuppenbildung?
An welchen Stellen des Körpers tritt die Schuppenflechte auf?
Wie sehr belastet die Krankheit die Lebensqualität, d.h. das körperliche und seelische Wohlbefinden und den Alltag im Berufsleben?

Trotz aller Forschungen ist das Hautleiden noch nicht heilbar. Deshalb ist es Ziel der Behandlung, dass der Patient die Schuppenflechte in den Griff bekommt und damit möglichst unbeschwert leben kann. Im Mittelpunkt der Therapie stehen verschiedene Cremes oder Salben. Hier gibt es einige Wirkstoffe, die üblicherweise zur äußerlichen Behandlung eingesetzt werden:

1. die Salicylsäure entfernt zu Beginn der Therapie vorhandene Schuppen, so dass anschließend dann entsprechende Wirkstoffe überhaupt erst eindringen können.
2. Das Dithranol wird schon sehr lange zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt. Der Wirkstoff hemmt das Wachstum und die Vermehrung der Hautzellen. Je nach Dosierung bewirkt Dithranol eine entzündliche Reizung der Haut. Dabei erschrecken viele Patienten, aber als Zeichen für die eintretende Wirkung ist diese leichte Hautrötung sogar erwünscht. Normalerweise wird die veränderte Haut in steigender Konzentration 1 – 2-mal täglich damit behandelt. Vorteilhaft ist eine kombinierte Behandlung von Dithranol mit Ölbädern und Licht- bzw. Fototherapie.
3. Teere werden ebenfalls schon lange zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. Die Schuppenflechte wird hauptsächlich mit gereinigtem Steinkohlenteer behandelt. Die Wirkstoffe wirken entzündungshemmend, stillen den Juckreiz und lösen die Schuppen. Zur Minderung der Schuppenbildung auf der Kopfhaut sind einige gut wirksame Shampoos mit teerhaltigen Zusätzen zu empfehlen.
4. Kortison wirkt an der Haut vor allem entzündungshemmend, so dass es schnell zu einer Rückbildung der Schuppenflechtenherde kommt. Trotz guter Wirksamkeit hat das Kortison verschiedene Nachteile: So kann es nach Absetzen der Anwendung zu einem Rückfall kommen und es kann ein Gewöhnungseffekt eintreten, so dass die Wirksamkeit nachlässt und auch andere Wirkstoffe nicht mehr so gut wirken. Bei langfristiger und hoch dosierter Anwendung, kann die Haut an der behandelten Stelle dünner werden. Unter anderem deshalb wurden in den letzten Jahren Wirkstoffe entwickelt, die relativ arm an Nebenwirkungen sind.
5. Vitamin D3-Abkömmlinge hemmen das übermäßige Zellwachstum in der Oberhaut und fördern gleichzeitig die notwendige Reifung der Zellen. Damit wird die Schuppenbildung und Rötung vermindert und mit den Vitamin D3-Abkömmlingen werden auch Vorgänge im Immunsystem beeinflusst und damit die Entzündung gehemmt.
6. Tazaroten ist ein Abkömmling der Vitamin A-Säure und wird einmal täglich als Gel auf die Haut aufgetragen. Die Substanz wirkt entzündungshemmend und bremst das übermäßige Zellwachstum in der Haut. So gelingt eine Verminderung der Schuppenbildung und der Hautdicke. An Nebenwirkungen werden vor allem örtliche Hautreizungen beobachtet, weswegen die Therapie einer sorgfältigen Vorbereitung bedarf, da der Wirkstoff nicht auf die gesunde Haut gelangen darf.
7. Harnstoff ist ein Produkt des Eiweißstoffwechsels. Er kommt überall im menschlichen Körper vor, so auch in der Haut und wird über den Urin ausgeschieden. Zur Behandlung wird Harnstoff künstlich hergestellt. Er besitzt die Fähigkeit, Feuchtigkeit in den oberen Hautschichten zu binden und verhindert damit das Austrocknen der Haut. Bei Schuppenflechtepatienten ist der Harnstoffgehalt der Haut im Vergleich zu Gesunden sehr stark vermindert, weswegen sich die Anwendung von Harnstoffpräparaten bei der Schuppenflechte als sehr wirksam herausgestellt hat.
8. Milchsäure kommt im menschlichen Körper als Endprodukt des Zuckerstoffwechsels vor und befindet sich wie Harnstoff in der Hornschicht der Haut. In höheren Konzentrationen kann Milchsäure ebenfalls Feuchtigkeit binden und Hornhaut ablösen.
9. Der Wirkstoff Mahonia aquifolium ist aus der Homöopathie bekannt und wird in eine Salbengrundlage eingearbeitet. Die wird dann zur unterstützenden Behandlung zwischen Schuppenflechtenschüben oder im so genannten erscheinungsfreien Intervall eingesetzt.
10. Bei der Lichttherapie machen sich die Ärzte die günstige Wirkung ultravioletter Strahlen zunutze. Sie wird häufig in Verbindung mit Solebädern eingesetzt.

Neues in der Behandlung
Es gibt aber auch Medikamente, die von Innen helfen. Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan: So kann man mit den so genannten Biologics – auch Antikörpertherapie genannt – gezielt dort eingreifen, wo die Ursache der Schuppenflechte liegt, nämlich im Immun- sprich Abwehrsystem des Körpers. Mit der Antikörpertherapie wird aber nicht auf breiter Ebene in dieses Immunsystem eingegriffen, sondern es werden nur die so genannten T-Zellen blockiert, die ursächlich an der Schuppenflechte beteiligt sind. Eigentlich ist es ja die Aufgabe dieser Zellen, die Immunabwehr des Körpers zu organisieren und gegen Krankheiten zu kämpfen. Allerdings liegt bei der Schuppenflechte eine Fehlsteuerung vor, die bewirkt, dass sich die genannten T-Zellen gegen den eigenen Körper richten. Deshalb gilt die Schuppenflechte auch als Autoimmunerkrankung. Die Biologics nun sind biotechnologisch hergestellte, an die Natur angelehnte Eiweißstoffe. Dazu gehört z. B. der Wirkstoff Efalizumab, der diese Wirkung der fehlgeleiteten T-Zellen verhindert. Er wird in der langfristigen Behandlung nur einmal in der Woche vom Patienten eigenständig unter die Haut gespritzt wird.

Manchmal sind sogar die Gelenke betroffen
Es gibt eine Form der Schuppenflechte, bei der auch die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Ärzte sprechen dann von einer Psoriasis Arthritis. An dieser sind insgesamt etwa 0,25 % der Bevölkerung erkrankt. Bei Patienten mit einer Schuppenflechte der Haut kommt die Gelenkentzündung in bis zu 30 % der Fälle vor. Sie tritt ohne Geschlechtsunterschiede hauptsächlich im Erwachsenenalter zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf. Die genaue Ursache für diese Art der Gelenkentzündung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Vererbung, unser Immun- (Abwehr)system und auch die Umwelt. Die Psoriasis Arthritis tritt am häufigsten an Knie-, Sprung-, Zehen- und Fingergelenken auf. Es können aber auch die Wirbelsäule und das Kreuzbein beteiligt sein. Auch an den Sehnen, im Knorpel und an anderen Organen kann die Entzündung auftreten. Typische Beschwerden sind schmerzhafte und/oder geschwollene Gelenke sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit, die meistens morgens nach dem Aufstehen auftritt, die so genannte Morgensteifigkeit. Behandelt wird diese Form der Gelenkentzündung z.B. mit gymnastischen Übungen und es müssen meistens auch entsprechende Medikamente eingenommen werden, damit Schmerzen gelindert werden und Gelenkfunktion und Beweglichkeit erhalten bleiben.


Wichtige Adressen:

Deutscher Psoriasis Bund e.V. (DPB), Seewartenstraße 10, 20459 Hamburg, Tel.: 040/223399-0, Fax: 040/223399-22, Internet: www.psoriasis-bund.de.

Deutsche Rheuma-Liga e.V., Maximilianstraße 14, 53111 Bonn, Tel.: 0228/766060, Fax: 0228/7660620, Internet: www.rheuma-liga.de.

Buchtipp: Gabriela Vonwald: Wenn die Haut zum Feind wird. Verlag: Kral, Berndorf, 2006. EUR 14,90.

Verein www.Psoriasis-Netz.de, Schmitzweg 64, 13437 Berlin, Telefon: (030) 8 68 70 84 89, Fax: (030) 61 28 30 90, Handy & SMS: 0 16 31 72 42 46, E-Mail: redaktion@psoriasis-netz.de, Homepage: www.psoriasis-netz.de. Hier gibt es viele Adressen von spezialisierten Kliniken und von Selbsthilfegruppen bundesweit.

Auftakt einer neuen Internetseite zur Schuppenflechte: Die Broschüre „Eine Erkrankung verstehen“ kann kostenlos bestellt werden unter der Tel.-Nr. 0800 – 72 78 482 (gebührenfrei) oder im Internet unter www.psoriasis-konkret.de.

Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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