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Tipp des Tages

Darm-Divertikel

Sie haben Bauchschmerzen, Ihnen ist übel und Sie haben Fieber. Wenn die Schmerzen nicht auf der falschen Seite wären, könnten Sie schwören, es sei eine Blinddarmentzündung. So aber handelt es sich wahrscheinlich um eine Divertikel-Erkrankung, denn dies ist die häufigste krankhafte Veränderung des Dickdarms.

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Divertikel bedeutet so viel wie Säckchen. Es sind kleine Ausstülpungen der Darmschleimhaut. Diese entstehen dann, wenn schwache Stellen der Dickdarmwand dem Druck von innen nachgeben und durch die Muskellücken nach außen durchgedrückt werden. Dann wird von einer Divertikulose gesprochen.

Ursache von Divertikeln
Die Ursache dafür liegt in unseren Ernährungsgewohnheiten. Im Gegensatz zu früher essen wir zuwenig Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Salate, Früchte und Getreide, also kurz gesagt zuwenig Ballaststoffe und Fasern. Diese Bestandteile enthalten selbst kaum Nährstoffe und sind nicht verdaubar. Aber sie haben die Fähigkeit, Wasser zu binden und  aufzuquellen. Dadurch wird die Stuhlmasse im Darm erhöht und aufgelockert. Der Darm freut sich darüber: Denn dies regt die Darmbewegungen an und verringert außerdem den Druck im Darm. Auf diese Weise wird mit einer ballaststoffreichen Ernährung der Nahrungsbrei im Darm schnell weitertransportiert.

Anders aber sieht es aus, wenn die Ballaststoffe fehlen. Dann wird der Stuhl härter. Auch die Eigenbewegungen der Darmmuskeln fallen schwächer aus. Dadurch wird der Darminhalt zusammengedrückt, vor allem im letzten Bereich des Darmes, dem Sigmoid. Irgendwann gibt die Darmwand an schwachen Stellen nach und wird ausgebeult. Wie  wichtig die Ernährung an der Entstehung dieser Krankheit ist, sieht man auch daran: In anderen Kulturen, wie in Asien oder Afrika, wo noch einfacher und traditioneller gegessen wird, ist die Krankheit fast unbekannt. Bei uns aber entwickelt sich die Divertikulose zur Volkskrankheit.

So entstehen die Schmerzen
Probleme entstehen dann, wenn sich die Ausstülpungen entzünden und es zu einer Divertikulitis kommt. Jedem fünften Patienten mit einer Divertikulose passiert das. Auslöser der Entzündung sind Stuhlpartikel (Kotsteine), die in den Ausstülpungen liegen bleiben. Diese üben einen ständigen Druck auf die Darmschleimhaut aus. Dadurch kommt es zu einem Druckgeschwür, das heißt zu einer sich nicht mehr schließenden Wunde, die sich entzündet. Das schmerzt. Wenn die Entzündung abklingt, weil vielleicht der Kotstein weitertransportiert wurde, vernarbt die Stelle und verdickt sich. Geschieht der Prozess häufiger, kann das zu einer Verengung des Darmes führen, und letztendlich sogar zu einem Darmverschluss. Die Entzündung kann auch auf die gesamte Darmwand und die benachbarten Organe wie Bauchfell, Blase oder Scheide übergreifen. Auch besteht die Gefahr eines Darmdurchbruchs. Solche Komplikationen sind lebensgefährlich, wenn sie nicht behandelt werden.

Die  richtige Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, wie ausgeprägt die Divertikelerkrankung ist. Im Stadium 1, einer Divertikulose ohne Beschwerden, ist keine spezielle Therapie nötig. Meist werden hier die Ausstülpungen auch nur zufällig im Rahmen einer Darmspiegelung entdeckt. Hier reicht es, wenn Sie Ihre Ernährung umzustellen, d. h. mit vielen Ballaststoffen und Fasern kochen. Dies können Sie durch traditionelle Verdauungshilfen unterstützen, wie z. B. indischer Flohsamen und Flohsamenschalen mit einem besonders hohen Quellvermögen. Durch diese vermehrte Wasserbindung wird das Stuhlvolumen vergrößert und die Verdauung verbessert und erleichtert. Da dadurch aber auch der Druck im Darm sinkt, stülpt sich die Darmwand weniger nach außen, es entstehen weniger Divertikel.

Im Stadium 2 – das ist eine Divertikelentzündung – kann z. B. zwei Wochen lang ein entzündungshemmender Wirkstoff (Mesalazin) eingenommen werden. Ballaststoffe in der Nahrung sowie zusätzliche Verdauungshilfen sind auch hier sehr wichtig.

Im Stadium 3, wenn sich die Entzündung weiter ausbreitet, wird der Arzt eine Antibiotikatherapie mit Ihnen machen. Auch der Darm muss jetzt zur Ruhe kommen. Sie sollten eine gute Woche lang wenig essen. Eventuell müssen Sie bis zur Heilung auf Flüssignahrung umsteigen. Möglicherweise wird der Arzt Sie auch ins Krankenhaus einweisen. Ist es zu einem Darmdurchbruch, einer Entzündung der Darmwand oder zu einem Darmverschluss gekommen, müssen Sie operiert werden. Dies ist auch wichtig, um einen eventuellen Darmtumor auszuschließen.

Beim Durchbruch wird’s gefährlich
Gelegentlich kommt es durch eine Divertikelentzündung auch zu einem Platzen der Ausstülpung. Das Gewebe ist an dieser Stelle ja sowieso schon überdehnt und wund. In den meisten Fällen bedeutet dies noch nicht, dass sich jetzt der Darminhalt in die Bauchhöhle entleert. Denn meist liegen noch andere Darmschlingen über dem Defekt und dichten ihn somit ab. Aber die Gefahr einer akuten Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist groß. Dies merken Sie durch einen starken kaum auszuhaltenden Schmerz an der betroffenen Stelle. Weil hier viele Blutgefäße sind, werden bei einer Entzündung auch schnell die Krankheitserreger über den gesamten Organismus verteilt. Dann erkranken verschiedene andere Organe gleichzeitig. Deshalb muss sofort operiert werden. Dabei wird das geplatzte Divertikel herausoperiert und die Bauchhöhle mehrmals am Tag ausgiebig gespült und gereinigt. Antibiotika sind jetzt lebensrettend. Ganz wichtig: Wenn es bei Ihnen schon einmal zu einem Darmdurchbruch gekommen ist, müssen Sie Ihre Verdauung fördern. Die ballaststoffreiche Ernährungsweise, ergänzt durch zusätzliche Quell- und Ballaststoffe, wie sie der indische Flohsamen enthält, kombiniert mit der Heilpflanze Senna zum Abführen, und viel Trinken sind das A und O.

Wichtige Adressen
Klinikum Ludwigsburg, Medizinische Klinik 1,
Gastroenterologie / Hepatologie, 71640 Ludwigsburg.

Enddarmzentrum München-Schwabing,
Augustenstr. 79, München,
Tel.: 089 / 5278-77,
Internet: www.enddarmzentrum-schwabing.de.
Gut auch für „sanfte“ Koloskopie.

Spezialsprechstunde für Erkrankungen des Dickdarms an der chirurgischen Poliklinik der Charité Berlin: jeden Mittwoch von 9.00 bis 14.00 Uhr. Terminvereinbarung notwendig unter Tel.: 030 / 450522012.

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,
Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie,
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
Tel.: 0451 / 500 2001.
Auch bei akuten Komplikationen.

Ulrich von Gaisberg, Günther Kieninger, Werner Waldmann:
Wirksame Hilfe bei Divertikeln, Verlag Trias 2000, EUR 17.95.

Internet: www.gastroenterologe.de/patient/erkrankungen/darmtrakt/divertikulitis.html. Gibt eine kurzgefasste Übersicht über Divertikel und ihre Komplikationen, ergänzt durch Bilder. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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