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Tipp des Tages

Verdauungsstörungen

Wussten Sie, dass der Darm auch als Bauchhirn bezeichnet wird? Und als solches ist es genauso auch an den Gefühlen und an Aufregung beteiligt wie das normale Gehirn. Erlebt haben Sie das sicher schon: Wenn Sie verliebt sind, haben Sie „Schmetterlinge im Bauch“. Bei Stress und Angst hingegen zieht sich Ihr Bauchraum richtig zusammen.

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In allen Fällen bringen die Gefühle jedenfalls den Darm aus dem Gleichgewicht, - und treiben Sie auf die Toilette. Aber nicht nur die Gefühle, sondern auch die Ernährung und zudem die vielen sitzenden Tätigkeiten haben Einfluss auf die Tätigkeit von Magen und Darm. Schauen wir uns doch einmal im Einzelnen an, was es so alles an Verdauungsstörungen gibt.

Verstopfung:
Dies ist die häufigste Störung des Verdauungsvorgangs. Wobei: Noch häufiger als die Verstopfung sind die falschen Vorstellungen darüber. Man muss nämlich nicht täglich müssen. Vielmehr ist alles zwischen zwei- und dreimal pro Woche und zwei- bis dreimal pro Tag normal. Die Kennzeichen einer Verstopfung: Harter Stuhl, bei dem man richtig drücken muss, um ihn auszuscheiden.

Wer davon betroffen ist, hat auch das Gefühl, im Mastdarm würde noch „was zurückbleiben“. Die Ursachen können sein: Darmträgheit durch Medikamente, z. B. gegen Magenübersäuerung (Antazida), Eisentabletten, Anticholenergika bei überaktiver Blase, Bluthochdruckmittel, opioidhaltige Schmerzmittel und viele Beruhigungsmittel. Auch mangelnde Bewegung und zu ballaststoffarmes Essen kann zur Darmträgheit führen.

Eine weitere häufige Ursache ist in der Austrittsbehinderung zu sehen: Wegen Hämorrhoiden und Ausbuchtungen des Enddarms in Richtung Vagina (dies nennt man Rectozele) kann der Darmausgang einfach blockiert sein, dann verbleibt der Stuhl länger im Darm und wird dadurch immer härter, denn es wird mehr und mehr Wasser aus der Masse herausgezogen. Auch dies kann zu einer Verstopfung führen. Der Therapie besteht fast immer in drei Schritten:

  1. Machen Sie regelmäßig ausgiebige Spaziergänge, Nordic Walking und Schwimmen, um die Eigenbewegungen des Darms wieder anzukurbeln.
  2. Trinken Sie viel, etwa zwei Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag, denn Austrocknung führt auch zu Verstopfung.
  3. Essen Sie ballaststoffreich, also mehr Vollkorn und weniger Weißbrot. Dies können Sie durch Leinsamen unterstützen. Er verschafft im Darm eine richtige Schleimbildung, muss aber vorher quellen oder zermahlen werden. Laut dem bekannten Naturheilarzt Dr. A. Vogel ist deshalb indischer Flohsamen besser geeignet, weil er ganz eingenommen werden kann. Zusätzlich helfen Sennesblätter, wie es schon Paracelsus empfiehlt.

Durchfall:
Es wird mehrmals am Tag sehr viel und sehr wässriger Stuhl ausgeschieden. Hier wird dem Darminhalt nicht genügend Wasser entzogen. Dies geschieht meistens, weil er zu schnell durch den Verdauungstrakt geschleust wird. Meistens sind Darminfekte (Bakterien) die Ursache, aber auch Nahrungsbestandteile wie Zuckerersatzstoffe, Fruchtzucker, Magnesium oder Koffein. Kartoffelchips, die das „fettfreie Fett“ Olestra enthalten, fördern ebenfalls den Durchfall.

Zur Therapie reicht es meist, die durchfallverursachenden Stoffe wegzulassen. Ist ein Darminfekt die Ursache, sollten Sie das Bakterium aushungern und einfach nichts essen. Bestenfalls könnten Sie geriebene Apfelschalen langsam zu sich nehmen und dazu den zweiten Aufguss von schwarzen Tee trinken. Beides stopft. Manchmal helfen auch Quellmittel, z. B. Flohsamen oder Leinsamen, die sonst bei Verstopfung verwendet werden, denn sie saugen das Wasser im Darm auf.

Reizdarm:
Beim Reizdarm und -magen sind die Bewegungen des gesamten Magen-Darm-Trakts gestört. Folgende Beschwerden können auftreten: Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Gefühl einer inkompletten Darmentleerung nach dem Stuhlgang. Die genauen Ursachen hierfür sind bis heute nicht vollständig erforscht. Man geht jedoch davon aus, dass Betroffene sehr empfindlich auf die Signale des Darms und des Magens reagieren. Trotzdem gibt es dafür keine genau messbaren Krankheitsanzeichen.

Deswegen wird erst dann die Diagnose Reizmagen oder Reizdarm gestellt, wenn keine andere Krankheit dahinterstecken kann. Die möglichen Gründe dafür sind vielfältig. Es kann an Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien liegen, oder an Stresssituationen, die nur ungenügend verarbeitet werden. Menschen mit unverarbeiteten Ängsten und Depressionen haben ebenfalls häufiger einen Reizmagen und -darm als andere. Als neueste Erklärung gilt das gestörte Wechselspiel der Nerven im Darm mit der Darmmuskulatur. Normale Reize, wie etwa der Füllungszustand des Magens oder des Darms, werden fälschlicherweise als Schmerzreize übersetzt.

Hier spielt das eingangs erwähnte Bauchhirn eine große Rolle, da es offenbar durcheinander geraten ist. Zur Therapie haben sich vor allem Wirkstoffe aus der Natur bewährt. Allen voran steht der Extrakt der Bitteren Schleifenblume (Iberis amara), sowie Kamille, Melissenblätter, Pfefferminze, Kümmel, Schöllkraut, Mariendistel, Angelikawurzel und Süßholzwurzel. Dies sind die klassischen neun Magenpflanzen, die lindernd auf Entzündungen, Krämpfe und Schmerzen wirken. Darüber hinaus gilt auch natürlich, die Nahrungsmittel wegzulassen, die Probleme bereiten.

Wie entstehen Blähungen?
Bei Blähungen sind Magen oder Darm durch Luft oder andere Gase aufgebläht. Diese können dann durch den Mund entweichen, der Begriff dafür ist Aufstoßen oder Rülpsen. Oder sie werden durch den After ausgeschieden und werden dann als Winde oder Furz bezeichnet (med. Flatus). Für Blähungen gibt es hauptsächlich zwei Gründe. Entweder wir schlucken zuviel Luft beim Essen, das passiert vor allem bei Angst und Aufregung, oder die Gase entstehen im Magen-Darm-Trakt.

Vor allem nach dem Verzehr von Bohnen oder Kohl produzieren Darmbakterien, die bei der Verdauung mithelfen, Wasserstoff, Methan und Kohlendioxid. Auch die Unverträglichkeit von Milchzucker, Gluten sowie Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse führen dazu, dass viel Gas im Darm entsteht. Zudem bekommt auch bei einem ganz normal funktionierenden Darm fast jeder Blähungen, der viel Eiweiß oder Obst isst.

Die Therapie ist gar nicht so leicht. Gegen das Luftschlucken hilft es, genussvoller und langsamer zu essen. Wenn Sie bestimmte Speisen nicht vertragen, müssen Sie diese weglassen. Hilfreich ist auch, regelmäßig den FKKK-Tee zu trinken. Lassen Sie in der Apotheke zu gleichen Teilen Fenchel, Kümmel, Koriander und Kardamon mischen, gießen Sie einen Teelöffel voll mit einer Tasse heißen Wassers auf und lassen Sie den Tee 8 Minuten ziehen.

Adressen
Enddarmzentrum München-Schwabingen
Augustenstr. 79
80333 München
Tel: 089 / 527877
hier bietet Dr. Thomas Bachmann spezielle Reizdarmsprechstunden an.

Hanse Klinikum Stralsund
Kolo-Proktologische Sprechstunde, Donnerstags ab 15:30 Uhr
Große-Parower-Straße 47-53
18435 Stralsund
Tel: 03831 3519-00

Dt. Reizdarmselbsthilfe e.V.
Mörikeweg 2
31303 Burgdorf
Tel: 05136 / 896106
Fax: 05136 / 873662

Buchtipp
Wolfgang Kruis, Anne Iburg:
Reizdarm – Endlich Ruhe im Bauch durch richtige Ernährung
Verlag: Trias 2004
EUR 14,95

Lesen Sie dazu auch:
• Reizmagen
• Reizdarm
• Entzündliche Darmerkrankungen
• Sodbrennen
• Gesunde Ernährung Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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