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Tipp des Tages

Myome: Nur noch selten ist eine große OP nötig

Wenn Sie regelmäßig zur gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung gehen, ist Ihnen bestimmt schon folgender Untersuchungsgriff aufgefallen: Mit zwei Fingern der einen Hand geht der Gynäkologe / die Gynäkologin in die Scheide hinein und drückt sie nach oben. Gleichzeitig legt er die andere Hand auf Ihre Bauchdecke und übt an der gleichen Stelle einen Druck nach unten aus. Dies ist die Tastuntersuchung mit zwei Händen.
Sie dient dazu, die Größe der Gebärmutter festzustellen. Die Ursache für eine vergrößerte Gebärmutter ist dann tatsächlich manchmal ein Krebs, aber viel häufiger handelt es sich um einen Uterus myomatosus. Das bedeutet dann, dass die Gebärmutter durch Myome vergrößert ist. Für die Fingerkuppen des Arztes stellt sich in dem Fall das schöne glatte Gebärmuttergewebe – eigentlich so groß und so glatt wie ein Hühnerei – eher wie eine Kartoffel mit vielen Knollen dar. Dies ist zwar unschön und führt manchmal auch zu Problemen, aber es droht in den allermeisten Fällen kein Krebs (siehe unten).

Was sind Myome?


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Myome sind gutartige Geschwulste in der Gebärmuttermuskulatur. Es handelt sich dabei um Klone aus einer einzigen Muskelzelle. Dies ist auch der Unterschied zu einer Krebszelle, welche sich über unterschiedliche Körperzellen ausbreitet und diese ihren Gesetzen unterwirft. Myome wachsen in Abhängigkeit von den weiblichen Geschlechtshormonen und bilden sich deswegen noch nicht bei Mädchen vor ihrer ersten Periode. Nach den Wechseljahren kommt es zur Rückbildung bestehender Myome.
In den Jahren dazwischen ist aber etwa jede vierte Frau betroffen. Myome können in ihrer Größe sehr schwanken, von wenigen Millimetern bis hin zu 30 Zentimetern Durchmesser. Ein so großes Myom kann sogar eine Schwangerschaft vortäuschen. Ein kleines Myom stellt hingegen normalerweise keine Beeinträchtigung dar. Bei etwa einem Drittel der betroffenen Frauen muss das Myom behandelt werden.

Probleme durch Myome

Doch auch wenn es an und für sich nicht gefährlich ist, so kann es doch zu Problemen führen. Am häufigsten kommt es zu Unregelmäßigkeiten bei der Periode. Je nach Lage führen der Myome dann manchmal zu verstärkten Blutungen. Dies ist der Fall bei einem submukösem Myom, das direkt unter der Schleimhaut liegt. In anderen Fällen kommt es zu stark verringerten Blutungen, vor allem bei den intramuralen Myomen, die richtig in die Muskelwand der Gebärmutter eingebettet sind.

Die zweithäufigsten Beschwerden sind Schmerzen. Diese können während der Menstruationsblutung auftreten, weil oftmals die Schleimhautablösung durch das Myom gestört ist. Es kann aber auch je nach Lage zu mechanischen Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs kommen. Problematisch ist es auch, wenn sehr große Myome auf die Blase drücken. Hierdurch kann es auch zu Problemen beim Wasserlassen kommen, d.h. wenn die Blase durch das Myom eingedrückt wird, kann Restharn übrig bleiben, der dann seinerseits Blasenentzündungen begünstigt.
Einige Myome drücken auf die Nieren, was weh tun kann. Andere Myome sitzen regelrecht auf einem Stiel; wenn dieser sich verdreht, ist dies ebenfalls schmerzhaft. Insgesamt ist ein Völle- und Fremdkörpergefühl bis hin zu einem wehenartigen Schmerz ein typisches Anzeichen für das Vorhandensein eines Myoms. Liegt es ungünstig, kann es die Entwicklung des Babys im Mutterleib behindern oder später den Platz des Embryos beengen.

Diagnose durch den Arzt

Vermutet der Arzt derartiges, kann er mit einer Ultraschallaufnahme seinen Verdacht erhärten. Diese geht entweder schnell durch die Bauchdecke hindurch. Wenn das Myom ungünstig liegt, führt der Arzt eine Vaginalsonografie durch, bei welcher er einen Ultraschallkopf durch die Scheide  einführt und von hier aus bessere Sicht hat.

Behandlung

Zur Behandlung stehen üblicherweise zwei Möglichkeiten zur Verfügung: eine Hormonbehandlung oder die operative Entfernung der Myome. Durch spezielle Antiöstrogene – nämlich die GnRH-Antagonisten – werden für die Dauer der Behandlung künstlich Wechseljahre ausgelöst. Dadurch verkleinern sich die Myome von selbst, wie es auch bei den natürlichen Wechseljahren der Fall ist. Allerdings wachsen sie bei Absetzen der Medikamente oft wieder nach. Dann muss operiert werden.

Hier werden zuerst einmal verschiedene sanfte Operationsmethoden in Erwägung gezogen. Das kann bei einem günstig gelegenen Myom ein minimal-invasiver Eingriff mit Schlüsselloch-Operationstechnik sein. Andere Myome können leicht im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernt werden. Nur wenn die Myome größer sind oder es mehrere davon gibt, ist ein Bauchschnitt erforderlich, um sie herauszunehmen. Bei sehr großen Myomen ist die Entfernung der kompletten Gebärmutter erforderlich.

Neue Therapie: Embolisation

Als Ersatz für eine Gebärmutterentfernung gibt es eine neue Therapiemöglichkeit: die „Embolisation“. Dabei werden die Myome durch ein gezieltes Verstopfen (med.: Embolisation) der Gebärmutterschlagadern ausgetrocknet. Die Behandlung erfolgt in einem speziellen Röntgenraum, wo auch Gefäßdarstellungen durch den Radiologen durchgeführt werden. Eine Narkose ist nicht notwendig, doch die Patientin erhält ein beruhigendes Medikament und eine örtliche Betäubung.

Dann wird ein kleiner Katheter in die Beckenarterien vorgeschoben, welche die Gebärmutter versorgen. Hierdurch werden dann kleine unschädliche Kunststoffkügelchen in die zuführenden Gefäße der Gebärmutter eingespritzt. Dadurch wird die Nähr- und Sauerstoffversorgung der zumeist sehr gut durchbluteten Geschwulste gedrosselt. Einige Myome werden dadurch abgestoßen. Andere Myome schrumpfen auf unbedeutende Größe. Die Gebärmutter selbst schrumpft auch, aber weniger stark.

Die meisten Frauen leiden am ersten Tag nach dem Eingriff unter Schmerzen, die man aber mit Schmerzmitteln gut in den Griff bekommt. Nach 48 Stunden können die Frauen die Klinik verlassen. Die Symptome durch die Myome bessern sich dann langsam im Laufe der nächsten Monate.

Kann das Gewebe bösartig werden?

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer bösartigen Entartung von Myomknoten kommen. Diese Myome wachsen dann oft sehr schnell, was der Arzt leicht erkennt. Deshalb sollten sich Frauen, die Myome in der Gebärmutter haben, alle sechs Monate von ihren Frauenarzt/ihre Frauenärztin untersuchen lassen.

Das Entartungsrisiko von Myomen ist allerdings sehr gering, sodass man nicht direkt an Krebs denken sollte, wenn der Arzt ein Myom feststellt. Es kann allerdings recht häufig zu einer anderen Form der Entartung kommen. Ein Drittel der Myome wachsen nämlich schneller als es die Blutversorgung erlauben würde. In Folge stirbt in der Mitte des Myoms Gewebe ab. Das absterbende Gewebe (Nekrose) kann zu einer Vereiterung in der Gebärmutter und letztendlich auch zur Vergiftung des Körpers führen. Auch deshalb ist es sinnvoll, sehr schnell wachsende oder sehr große Myome zu entfernen.

Wichtige Adressen
Hier überall wird schon die Embolisation durchgeführt. Die Einweisung muss durch einen Gynäkologen erfolgen:

Universitätsklinikum Charité, Institut für Radiologie, 10098 Berlin, Schumannstr. 20/21, Tel.: 030/450-52 70 82, Info-Telefon Myom-Embolisation: 030/450-52 73 28, Internet: www.myomembolisation.de
Universitätsklinik Frankfurt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Tel: 069 / 63 01-72 77

Universitätsklinik Heidelberg, Radiodiagnostik, Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, Tel.: 062 21 / 56 64 31, Internet: www.drg-agir.de

Klinikum Ingolstadt, Institut für diagnostische und Interventionelle Radiologie, Krumenauerstrasse 25, 85049 Ingolstadt, Tel: 08 41 / 880 28 00, Internet: www.myominfo.de/body_index.html Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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