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Tipp des Tages

Gerstenkorn, Bindehautentzündung & Co.

Augen sollen schön und klar sein, aber oft sind sie gerötet, brennend oder verklebt. Das ist meistens bei einer Infektionskrankheit des Auges der Fall. Die häufigsten von ihnen – also Gerstenkorn, Bindehautentzündung, Augenlidentzündung und Hagelkorn – sind zwar lästig, oft auch schmerzhaft, aber selten gefährlich.

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Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine eitrige Entzündung im Bereich des Augenlides. Bestimmte Drüsen schwellen dabei gerstenkornartig an, daher die Bezeichnung.

Beim äußeren Gerstenkorn sind die Wimperntalgdrüsen betroffen. Dabei schwellen das Augenlid sowie die Drüsen vor dem Ohr an. Es kann sogar vorkommen, dass mehrere Gerstenkörner hintereinander auftreten. Dann schwillt das Augenlid so stark an, dass es nicht mehr zu öffnen ist.

Daneben gibt es das innere Gerstenkorn, bei der sich die so genannten Tarsaldrüsen entzünden. Diese liegen im inneren Bereich des Augenlides, man kann es entdecken, wenn man das Augenlid nach außen wendet.

Ursache beider Formen sind meist Bakterien mit dem Namen Staphylokokkus aureus. Selten sind auch die Streptokokken-Bakterien die Übeltäter. Zunächst verursacht eine solche Entzündung ein schmerzhaftes Spannungsgefühl. Nach einer guten Woche platzt das Gerstenkorn auf bzw. der Eiter fließt ab, dann heilt es schnell aus. Warme Auflagen – gebrauchte Schwarzteebeutel nass auf die geschlossenen Augen legen – fördern den Heilungsprozess.

Sie können auch eine Rotlichtlampe benutzen. Bei einem schlimmen Gerstenkorn benutzen Sie eine antibakterielle Augensalbe. Aber Vorsicht: Nach Anbruch ist eine Augensalbe nur sechs Wochen haltbar. Wenn das Gerstenkorn gar nicht weggeht, kann es der Augenarzt mit einer sterilisierten Nadel aufstechen. Sie selbst sollten allerdings die Finger vom Auge lassen, denn die Eiterbakterien können sonst in die Blutbahn geraten und zu einer eitrigen Hirnhautentzündung führen.

Kinder neigen eher zu Gerstenkörnern, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Treten die Entzündungen bei Erwachsenen gehäuft auf, kann das für einen Diabetes mellitus sprechen. Risikofaktoren sind auch das Tragen von Kontaktlinsen oder Augen-Make-up.

Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung (medizinisch Konjunktivitis) ist eine Entzündung oder Reizung der Augenbindehaut. Diese befindet sich auf der Innenseite der Augenlider und dem anliegenden Augapfel. Man erkennt sie am „roten Auge“, dieses juckt, brennt und fühlt sich trocken an, wobei aber die Tränen fließen. Es wird Sekret abgesondert, was morgens die Augenlider verklebt. Die Bindehaut schwillt auch an.

Bindehautentzündungen werden in ansteckende und in nicht-ansteckende Formen unterteilt. Die nicht-ansteckenden sind nur Reizungen der Bindehaut, wie sie durch Heuschnupfen, Lichtirritation (Solarium, Schnee, Schweißarbeiten) oder durch Staub und giftigen Dämpfen hervorgerufen werden können. Sie vergehen wieder, wenn die Reizung vorbei ist und das Auge sich beruhigt.

Bei den ansteckenden Bindehautentzündungen stecken Krankheitserreger dahinter, entweder Viren (Herpes-, Grippe-, Adeno- und das Zostervirus), Bakterien (Staphylokokken und Streptokokken) oder seltener auch Chlamydien. Sie gelangen meistens durch verunreinigte Hände in die Augen. Hier ist die Behandlung komplizierter, denn Viren und Bakterien werden unterschiedlich behandelt. Gehen Sie deshalb zum Augenarzt. Bei den meisten Viren kann man gar nichts machen.

Gegen Herpes- oder Varicella-Zoster-Viren gibt es Augensalben mit dem Wirkstoff Aciclovir. Bakterielle Infektionen werden mit antibiotikahaltigen Augentropfen behandelt. Das oberste Gebot lautet: Nicht reiben, denn sonst könnte man die Infektion tiefer ins Auge hineinbefördern, oder auch das andere, evtl. noch nicht befallene Auge anstecken. Eiter und Schorf lassen sich am besten entfernen, wenn Sie das Auge mit klarem Wasser spülen. Um das Auge zu trocknen, benutzen Sie Papiertaschentücher, die Sie hinterher wegschmeißen können.

Augenlidentzündung

Verklebte Augenlider können aber auch auf eine Augenlidentzündung (Blepharitis) deuten. Dies ist die häufigste Erkrankung des Auges. Sie kündigt sich meist mit Fremdkörpergefühl im Auge an. Dann rötet sich der Lidrand, beginnt zu brennen und schwillt an. Das Sekret der Lidranddrüsen bildet eine gelbliche klumpenartige Kruste in den Wimpern, bei dem Versuch diese herauszuziehen, fallen die Wimpern gelegentlich aus. Auch hier wird wieder zwischen ansteckend und nicht-ansteckend unterschieden.

Zur nicht-ansteckenden Form kann es kommen, wenn eine Übersekretion der Lidranddrüsen besteht, diese ist oftmals angeboren. Auch die Schuppenflechte kann Auswirkungen am Lidrand zeigen, ebenso Staub, Rauch und trockene Luft. Die Augenlider können aber auch allergisch auf Augenkosmetika reagieren, meistens auf die darin enthaltenen Konservierungsstoffe. Kajal und Mascara sind häufige Verursacher, aber auch Lidschatten. Um das empfindliche Auge nicht überzustrapazieren, ist es generell wichtig, dass Sie sich am Abend sorgfältig abschminken.

Hinter den ansteckenden Formen können die Staphylokokken-Bakterien oder Herpesviren stecken, aber auch Zecken oder Filzläuse.

Die Therapie bei einer Lidrandentzündung sollten Sie wieder dem Augenarzt überlassen, da sie von der Ursache abhängig ist. Die Kruste können Sie aber selbst ablösen, am besten mit einem in warmem Olivenöl getränkten Wattestäbchen. Kommt die Entzündung immer wieder, dann probieren Sie einmal folgenden Tipp aus der Naturheilkunde: Eine Mischung aus getrocknetem Augentrost und Fenchelsamen (zu gleichen Teilen) in der Apotheke zusammenstellen lassen.
Übergießen Sie einen Teelöffel davon mit einer Tasse kochend heißem Wasser, lassen Sie das drei Minuten ziehen und gießen Sie alles durch einen Filter. Spülen Sie damit dreimal täglich die Augen und Lidränder. Am nächsten Tag müssen Sie den Sud neu kochen.

Hagelkorn

Ein Hagelkorn ist sozusagen ein Gerstenkorn ohne Bakterien und Eiter. Die Ursache ist eine Verstopfung in den sogenannten Meibom-Drüsen, oft hervorgerufen durch eine Bindehautentzündung oder eine Lidrandentzündung. Die Entzündung wird aber abgekapselt, der Eiter fließt also nicht ab und bleibt als ungefährlicher Zellmüll liegen. Dies ist nicht gefährlich, aber führt durch ihre Größe zu ständigen „Reibereien“ mit dem Auge. Hinzu kommt, dass die Haut über einem Hagelkorn mit der Zeit rötlich-blau wird, fast wie bei einem Bluterguss, und auch manchmal spannt.

Das Hagelkorn ist nicht gefährlich, man kann im großen und ganzen auch recht gut damit leben. Allerdings ist es optisch auffällig, weshalb es viele Menschen doch entfernt haben möchten. Denn von alleine geht es nicht weg.
Die Behandlung mit entzündungshemmenden Augensalben ist sehr langwierig und bringt oft keinen Erfolg, da es sich ja um eine abgeklungene Entzündung handelt. Das gleiche ist bei Kortisonspritzen der Fall. Deshalb muss ein Hagelkorn meist mit einem kleinen operativen Eingriff entfernt werden. Hier wird das Augenlid örtlich betäubt, und ein kleiner Schnitt vollzogen.  Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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