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Tipp des Tages

Herzmuskelschwäche: Wenn uns unser wichtigstes Organ im Stich lässt

Die meisten Patienten, denen ich eine Herzmuskelschwäche attestieren muss, kommen wegen Luftnot in meine Praxis und meinen deshalb erst einmal, sie hätten es an der Lunge. „Ich kann kaum mehr Treppensteigen, sofort geht mir die Puste weg“, wird mir dann oft erklärt. Auch von Müdigkeit und Abgeschlagenheit wird berichtet. Oft steht aber keine Lungenkrankheit, sondern die Herzmuskelschwäche dahinter, umgangssprachlich auch als „Herzasthma“ bezeichnet. Dabei nimmt die Pumpkraft des Herzens so weit ab, dass nicht mehr genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe in die Organe gepumpt wird. Dies macht sich zuerst durch Luftnot bemerkbar.

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Gründe für Herzmuskelschwäche

Die größten Risiken, eine Herzmuskelschwäche zu erwerben, gehen von einem nicht oder schlecht behandelten hohen Blutdruck, sowie von einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und einem unbehandelten Diabetes aus. Schauen wir uns die drei Hauptgefahren einmal genauer an.

1. Ein zu hoher Blutdruck entsteht meist durch eine Gefäßverkalkung, denn hier muss das Herz permanent gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten. Dabei verdickt sich der linke Herzmuskel, der für den Blutauswurf in den Körperkreislauf zuständig ist. Leider geht das zu Lasten der Herzkammer, die sich dadurch verkleinert. Jetzt kann trotz des größeren Herzmuskels nicht mehr so viel Blut in den Körper ausgeworfen werden. Zudem überarbeitet sich der Muskel und wird dann irgendwann schwach. Das bedeutet, das Herz arbeitet „unzureichend“ (= insuffizient), weshalb die Krankheit auch „Herzinsuffizienz“ heißt. Auch eine Schlafapnoe ist übrigens ein Risikofaktor für erhöhten Blutdruck und damit für eine Herzinsuffizienz.

2. Unter einer koronaren Herzkrankheit (KHK) versteht man Einengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße. Hervorgerufen werden diese durch einen Blutpfropf oder durch Gefäßverkalkung und können zu einer mangelnden Blutversorgung von Herzmuskelzellen führen, die dann teilweise absterben. Dies bezeichnet man als Herzinfarkt. Die verbleibenden Zellen müssen dann mehr arbeiten, das führt zu Überlastungen, später zu einer Verdickung und anschließenden Schwächung der Herzmuskulatur.

3. Ein Diabetes mellitus ist durch einen erhöhten Blutzucker gekennzeichnet. Der wirkt schädigend auf die Blutgefäße, was u. a. Energiezufuhr und Durchblutung des Herzmuskels stört. So entwickelt sich eine Pumpstörung des Herzens, die ebenfalls in einer Herzmuskelschwäche münden kann. Eine neue Studie zeigt, dass bei 50 bis 70 Prozent aller Diabeter schon deutlich messbare Anzeichen dafür vorhanden sind.

Diagnose

Will der Arzt eine Herzmuskelschwäche diagnostizieren, nimmt er als erstes ein Stethoskop zu Hand und hört die Lungengeräusche ab. Brodelt es beim Ein- und Ausatmen in der Lunge, spricht das für ein Lungenödem, bei dem eine enorme Menge Wasser in den Lungenbläschen eingelagert wird. Ein Lungenödem ist die Folge einer Herzmuskelschwäche: Das Blut wird nicht schnell genug weggepumpt und es kommt zu einem Rückstau in den Lungenkreislauf.

Auch Wasseransammlungen in den Beinen, beginnend am Knöchel, sprechen für eine Herzmuskelschwäche, hier kommt es zu einem Rückstau des Blutes in den Körperkreislauf. Mit Hilfe eines EKG’s kann der Arzt untersuchen, ob rechte und linke Herzkammer noch „Hand in Hand“ pumpen. Wenn nicht, ist das ein Zeichen für einen bereits vergrößerten Herzmuskel. Durch Röntgen- und Ultraschallaufnahmen von Lunge, Herz und Leber kann er innere Wasseransammlungen erkennen – Zeichen eines Blutrückstaus und einer Herzinsuffizienz. Dass eine Herzinsuffizienz vorliegt, ist meist schnell zu erkennen, um aber die Ursache festzustellen, könnte auch noch eine CT-Aufnahme oder eine Herzkatheter-Untersuchung vonnöten sein.

Therapie

An erster Stelle der Therapie steht die Behandlung der Grundkrankheit. Ein schlecht eingestellter Blutdruck oder Blutzucker müssen behoben werden. Bei einem Diabetes ist das Abnehmen sehr wichtig, in vielen Fällen werden die Blutzuckerwerte alleine dadurch wieder besser.
Um den Blutdruck zu senken, können Sie mit regelmäßigem Sport und Bewegung mithelfen. Eine Krankenkasse macht gerade ein Projekt der 10.000 Schritte pro Tag, die mit einem Schrittzähler gemessen werden können. Jeden Tag auf 10.000 Schritte zu kommen – das ist der richtige Weg! 

Auch medikamentös kann man einiges machen, sowohl um Blutdruck und Blutzucker zu senken, als auch um die Entwässerung voranzutreiben. Wassertreibende Medikamente fördern die Ausscheidung von Körperwasser über die Nieren und entlasten damit das Herz. Allerdings werden dabei auch Mineralsalze ausgeschieden. Im Falle von Natrium ist das erwünscht. Die Mineralsalze Kalium und Magnesium hingegen müssen dann regelmäßig – nach einer engmaschigen Kontrolle durch den Arzt – ersetzt werden.

Oft ist auch der Einsatz eines Herzschrittmachers sinnvoll, der das Zusammenspiel der Herzkammern wieder synchronisiert. Bei Vorliegen einer KHK ist auch eine Bypass-Operation zu überlegen.

Das können Sie selbst tun

Wichtig sind auch noch ein paar Grundregeln zur Ernährung: So sollten Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche nicht mehr als zwei Liter pro Tag trinken, bei schwerer Erkrankung sogar nur eineinhalb Liter. Mit Kochsalz sollten Sie vorsichtig sein, denn das darin enthaltene Natrium hält Wasser im Körper zurück. Beides führt zu größeren Flüssigkeitsmengen im Blutkreislauf, welche das Herz belasten.

Und der letzte Tipp für Sie: Meiden Sie Stress. Gestalten Sie einen geregelten Tagesablauf mit eingestreuten kurzen Ruhepausen. Stressmanagement und Entspannungsübungen kann man oft bei den Krankenkassen oder in Kursen der Volkshochschule lernen. 

Auch das Herz kann sich entzünden

Die Erkältung ist fast vorbei – und eigentlich könnten Sie doch wieder richtig loslegen? Vorsicht! Denn dies kann das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Es kann zu einer Herzmuskelentzündung kommen, die im schlimmsten Fall innerhalb weniger Tage zum Tode führen kann.
 
Bei einer Herzmuskelentzündung kommt es zu einem Befall von Herzmuskelzellen durch Bakterien oder Viren, vor allem im Rahmen von Erkältungen oder Infekte der oberen Luftwege. Im Allgemeinen gelingt es unserem Körper, das Immunsystem rechtzeitig zu aktivieren und mit dem Erreger fertig zu werden.
Wenn man sich aber nach einer Erkältung zu früh wieder anstrengt, kann es sein, dass sich die Erreger in den Muskelzellen, ebenso auch auf den Herzklappen einnisten und das Herz schädigen. Erhöhte Entzündungswerte im Blut, sowie Erschöpfung und oft ein unklarer Schmerz in der Herzregion sind Anzeichen dafür.

Sind es Bakterien, bestehen gute Chancen, dass der Arzt sie durch Antibiotika erwischt. Sind es Viren, kann er nichts machen. Er kann Ihnen dann nur Schonung, Schonung und nochmals Schonung verordnen, oft sogar im Krankenhaus auf der Intensivstation. Denn hier kann die Medizin notfalls eingreifen, falls die Herzmuskelentzündung zu Rhythmusstörungen oder Herzmuskelschwäche führt. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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