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Tipp des Tages

Weißflecken-Krankheit: Meist harmlos, aber die Seele leidet

Im Sommer ist es besonders auffällig: Einige Menschen sind nicht gleichmäßig gebräunt, sondern an einigen Stellen weiß gefleckt. Diese Stellen können winzig klein sein oder große bizarre Formen bilden. Sie tun nicht weh und jucken auch nicht. Dies ist die Weißfleckenkrankheit, auch Vitiligo genannt. Sie gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen, etwa 0,5 bis 4 Prozent der Bevölkerung leiden darunter.

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Krankheitsursachen

Die Krankheitsursache ist unbekannt. Es gibt zwei Formen, einmal die generalisierte Form, bei der sich eine Störung des Immunsystems dahinter verbirgt, und einmal die lokalisierte Form, die auf eine Hautschädigung von außen zurückzuführen ist. Doch für den Betroffenen ist es oft sowieso egal, woher die Störung kommt, denn sie geht auf jeden Fall auch „unter die Haut“, d. h. die Flecken sind meist sehr auffällig, weshalb die Psyche meist sehr unter diesen Erscheinungen leidet.

Generalisierte Form

1. Bei der generalisierten Form handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Hierbei sucht sich ein übereifriges und entgleistes Immunsystem körpereigene Angriffsziele. Bei der Vitiligo stehen die eigenen farbstoffproduzierenden Hautellen (medizinisch: Melanozyten) im Fokus. Die Störung beginnt oft mit kleinen weißen Sprengseln, die bereits im Säuglingsalter auftreten können. Am häufigsten jedoch tauchen sie um das 20. Lebensjahr auf.

Viele der Flecken tauchen symmetrisch auf, meist um die Augen, Lippen, an Knien und Fingern. Die kleinen Flecken können sich schubweise vergrößern und auch ineinander übergehen. Meist stellt sich nach 10 bis 20 Jahren von alleine ein Stillstand ein. Als Richtlinie gilt, dass die weißen Flecken selten über 25 Prozent Ausdehnung hinausgehen. So tröstlich das ist, dass irgendwann die Entfärbung von alleine zum Stillstand kommt, so heißt es aber trotzdem, dass jeder vierte Quadratzentimeter betroffen sein kann.

Ein Drittel der Patienten mit einer generalisierten Weißfleckenkrankheit haben zusätzlich eine Schilddrüsenerkrankung. Andere leiden unter der Addisonkrankheit, bei der die Nebennieren kein oder nicht mehr ausreichend viel körpereigenes Cortisol produzieren. Hier kommt es neben den weißen Flecken auch zu einer starken Bronzefärbung der restlichen Haut. Auch Menschen mit Diabetes Typ 1 oder mit einem krankhaften B12-Mangel (perniziöse Anämie) haben ein erhöhtes Risiko für diese Pigmentstörung.

Es kann sogar sein, dass die weißen Flecken das erste auffällige Anzeichen für eine dieser Autoimmunkrankheiten sind und man den Organerkrankungen erst dadurch auf die Spur kommt. Allerdings ist nicht klar, wie die Beziehung zwischen den beiden Störungen zustande kommt. Auch deutet nicht jeder weiße Hautfleck auf eine dahinterstehende Autoimmunerkrankung hin, aber eine Untersuchung durch den Arzt ist auf jeden Fall sinnvoll.

Lokale Form

2. Bei der lokalen Form glaubt man die Ursache zu kennen, nämlich eine Schädigung von außen, z. B. ein Sonnenbrand, bei dem die farbstoffbildenden Hautzellen zerstört worden sind. Oder eine vorangegangene Verletzung, wodurch neurochemische Gewebsstoffe aus dem Nervengewebe freigesetzt und die Melanozyten geschädigt werden. Nach einer anderen Theorie wird bei der Produktion des Farbstoffs Melanin durch einen Defekt des Enzyms Katalase Wasserstoffperoxyd in der Haut nicht ausreichend abgebaut, was die Zerstörung der farbstoffbildenden Hautzellen begünstigt. Und nach wieder einer anderen Idee ist die lokale Form mit psychischen Stresssituationen verbunden, wie etwa dem Tod eines Angehörigen. Nur die früher vermutete Ursache, dahinter würde eine eiweißarme Ernährung stecken, hat sich bislang nicht bewahrheitet. Typisch ist für die lokale Form, dass sich weißen Areale nur wenige Monate lang ausbreiten. Sehr selten geht eine lokalisierte Form in die generalisierte Form über.

Und übrigens: Es gibt eine der Weißfleckenkrankheit ähnlich anmutende Krankheit, das ist eine Hautpilzerkrankung. Auch sie bewirkt, dass sich kleine Hautstellen entfärben und sich die Stellen vergrößern. Hier hilft eine einfache Behandlung mit einer speziellen pilzabtötenden Creme. Wichtig ist also wieder einmal, sich mit der Störung nicht abzufinden, sondern zum Hausarzt zu gehen.

Therapie

Wie aber sieht nun die Therapie der weißen Flecken aus? Erst einmal die schlechte Nachricht: Vitiligo ist nicht heilbar. Mit kleineren Flecken sollten Sie sich abfinden, oder sie überdecken (siehe unten). Bei größeren Flecken sind zwei Verfahren sinnvoll, zum einen die Laserbehandlung und zum anderen das Hautspray. Bei der Licht-Laserbehandlung wird im Laufe von 6 bis 8 Sitzungen ein leichter Sonnenbrand provoziert. Er soll die überschießende Zellproduktion reduzieren. Nach der Behandlung ist ein leichtes Brennen und Jucken, sowie eine Rötung der behandelten Stellen gewünscht. Manchmal entstehen (schmerzhafte) Wasserblasen. Nach etwa 10 Tagen lösen sich die Krusten ab und die darunter liegende neue Haut ist in den meisten Fällen ganz glatt und vor allem auch pigmentiert. Dies muss allerdings nach sechs Monaten wiederholt werden.

Beim Hautspray wird zuerst von einer unauffälligen Stelle eine dünne Hautschicht abgetragen. Die Haut-Keimzellen (Basalzellen) werden vereinzelt, verdünnt und zu einer Sprühlösung verarbeitet. Dann wird die zu behandlende weiße Stelle operativ abgetragen und das Hautspray aufgesprüht. Die vereinzelten Basalzellen setzen sich fest, vermehren sich und es wächst gesunde frische Haut heran.

Tipps zum Schminken

Um die Flecken zu kaschieren, sollten Sie nicht stundenlang in die Sonne legen, denn dies bringt gar nichts, da ja genau die Zellen, die das Braunwerden bewirken, kaputt gegangen sind. So müssen Sie in der Sonne hier sogar einen starke Sonnencreme auftragen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen.

Besser ist, die weißen Flecken mit Camouflage abzudecken. Camouflage ist ein spezeilles Make-up, es ist wasserfest und haltbarer als gewöhnliches Make-up, da zusätzlich ein Fixierpuder aufgetragen wird.
Ein Trick ist auch, mal zum Selbstbräuner zu greifen. Diese enthalten die Chemikalie Dihydroxylaceton DHA, der lediglich die Hornschicht der Haut in einem bräunlichen Ton vorübergehend verfärbt.

Manche Menschen bleichen auch die nicht betroffenen Hautpartien, damit die weißen Flecken weniger auffallen. Dazu tragen sie über Monate und Jahre hinweg Hydrochinoncreme auf. Die Bleichung ist allerdings nicht rückgängig zu machen. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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