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Tipp des Tages

Krampfadern: Wenn das Blut sich in den Beinen staut

Jede Frau kennt sie, diese landkartenartigen unschönen Gebilde auf den Beinen, und hofft davon verschont zu bleiben. Doch die Chancen dafür sind gering: Krampfadern sind zu einer Volkskrankheit geworden. Rund 12 Millionen Menschen leiden darunter. Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Es handelt sich dabei um krankhafte, nicht wieder rückgängig zu machende Erweiterungen der Venen, meist der Beinvenen. Sie sind ein Anzeichen dafür, dass der Blut-Rückfluss zum Herzen gestört ist.

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Aufgabe der Venen ist es nämlich, das sauerstoffarme, ballaststoffreiche Blut aus dem gesamten Körper zum Herzen zurückzuführen. Das ist aber gar nicht so ohne weiteres möglich, denn dabei muss das Blut ja gegen die Schwerkraft nach oben laufen. Dazu gibt es vier Mechanismen: Weil das Herz ständig Blut in die Arterien hinauspumpt, entsteht ein Sog, durch den das venöse Blut dann sozusagen angezogen wird. Außerdem hat die Venenwand glatte Muskeln, die sich unwillkürlich zusammenziehen können und die Venen in Form halten. Sehr wichtig ist für den Rücktransport des Blutes ist die „Venenpumpe“.

Das sind die Muskeln, in welchen die Venen einbettet verlaufen, wie die Wadenmuskulatur. Bei jedem Zusammenziehen der Wadenmuskulatur werden die Venen zusammengedrückt und das Blut nach oben geschoben. Deswegen ist es wichtig, bei langem Stehen (als Verkäuferin) immer mal wieder zwischen Zehenspitzenstand und normalem Stehen zu wechseln, um die Venenpumpe zu aktivieren. Damit das Blut nicht in die falsche Richtung gedrückt wird, gibt es „Venenklappen“, welche sich nur öffnen, um das Blut in Richtung Herz durchzulassen.

Folgen des Blutstaus

Wird das Blut aber durch langes Stehen und Sitzen nicht optimal zum Herzen zurücktransportiert, staut es sich in den Venen. Daraus resultieren häufig Probleme, weil die Wand der Venen sehr dünn und diesem Druck oftmals nicht gewachsen ist. Zuerst kommt es zu den sogenannten schweren Beinen. Denn die Venenwände werden irgendwann undicht und lassen die wässrigen Bestandteile des Blutes nach außen in das umliegende Gewebe durch. Wenn Ihnen so etwas häufiger passiert, sollten Sie abends dringend einfach einmal die Füße hochlegen, um den Venen den Rücktransport des Blutes zu erleichtern. Staut sich das Blut allerdings regelmäßig in den Venen, ist ein „Ausleiern“ der betroffenen Abschnitte die Folge. Dies bezeichnet man dann irgendwann als Krampfader. Verstärkt wird sie durch eine angeborene Venenwandschwäche, die zudem auch hormonell bedingt ist.

Wohl deswegen sind Frauen häufiger von Krampfadern oder der Varicosis betroffen als Männer. Der Name kommt übrigens aus dem Lateinischen, das Wort „varicosus“ bedeutet „knotig“, denn die ausgeweiteten Blutgefäße schlängeln sich oft und formen knotenartige Gebilde. Und hier in diesen Venenaussackungen verliert sich das Blut und sammelt sich. Blut aber muss fließen, sonst kommt es schnell zu Verklumpungen von Blutplättchen. In vielen Fällen werden die Verklumpungen vom gesunden Körper wieder völlig aufgelöst.
Aber der Gefäßpfropf (medizinisch Thrombus) kann sich auch losreißen und zu wandern beginnen. Dann wird es gefährlich, denn es ist abzusehen, dass dieses jetzt als Embolus bezeichnete Gerinnsel  irgendwann in einem dünnen Blutgefäß stecken bleibt und dort für  einen Verschluss sorgt. Im Herzen heißt dies dann „Herzinfarkt“, in der Lunge ist es eine „Lungenembolie“, im Gehirn ein „Gehirninfarkt“.

Von alleine gehen Krampfadern nicht wieder weg – mit der einzigen Ausnahme, wenn sie durch die Schwangerschaft gekommen sind. Hier sind spontane Rückbildungen zu sehen. Aber im Normalfall verschlechtern sie sich nur, denn irgendwann wird die Muskelschicht der Venen abgebaut.
Damit fällt dem Körper der Rücktransport des Blutes noch schwerer. Durch den Blutstau kann es auch zu Entzündungen der Venenwand kommen. Sticht es zuweilen in der Ader und treten nachts Krämpfe auf, können dies erste Zeichen einer beginnenden Entzündung sein.

Diagnose

Haben Sie Krampfadern oder sind Ihre Beine am Abend schwer und geschwollen, sollten Sie sich vom Arzt untersuchen lassen. Er misst zuerst den Fußpuls am Innenknöchel und auf dem Fußrücken, um eine arterielle Durchblutungsstörung (pAVK) ausschließen. Dann kann er mit einem Ultraschallgerät Ihre Venen checken, genauer gesagt mit der farbkodierten Duplexsonographie.
Mit dieser Untersuchung lassen sich Venen von außen erkennen. Damit kann der Arzt beurteilen, wie ausgeprägt die Krampfadern sind und ob sich eventuell auch schon tiefere von außen unsichtbare Krampfadern oder gar eine Thrombose gebildet haben. Mit dem gleichen Gerät kann er auch über die Doppler-Ultraschall-Sonde die Strömungsgeschwindigkeit und -richtung des Blutes in den Venen messen und Ihnen sagen, wie gefährlich die Krampfadern sind.

Therapie

Das dürfen Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen: Regelmäßige Bewegung ist jetzt das A und O. Vor allem mit Radfahren, Walken, Schwimmen, Tanzen, Skilanglauf trainieren Sie die Wadenmuskulatur. Bei stehenden Berufen oder auf langen Flügen sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen. Auch Wechselduschen unterstützen die Behandlung und wirken vorbeugend. Lange Sonnenbäder sollten Sie vermeiden. Das regelmäßige Einnehmen von „Venenenzymen“ soll die Gefahr von Verklumpungen reduzieren. Auch kann der Arzt gelegentlich Entwässerungsmittel gegen das Wasser in den Beinen verschreiben.

Eventuell müssen die Krampfadern entfernt werden. Das einfachste Verfahren ist die Verödung (siehe Kasten: Besenreiser). Operativ ist das Stripping eine seit Jahren bewährte Methode. Dabei wird eine Spezialsonde in die Krampfader eingeführt, bis zu deren Ende vorgeschoben und dort wieder ausgeleitet. Die Stammvene wird oben und unten durchtrennt, an der Sonde fixiert und herausgezogen.
Bei der Radiowellen-Technik wiederum wird ein dünner Elektroden-Katheter in die Vene eingeführt. Die Elektroden erzeugen Energie im Radiowellenbereich. Die Wärme lässt die Krampfader schrumpfen.

Nach dem Eingriff erhält der Patient einen Kompressions- verband und kann sofort aufstehen.
Und bei der Chiva-Methode verbleibt die betroffene Vene im Bein. Über winzige Schnitte wird die Krampfader hervorgezogen, unterbunden oder durchtrennt und wieder zurückverlegt.
Von all den Methoden wird nur das Venenstripping von den Kassen bezahlt.

Besenreiser – wie gefährlich sind sie?

Viele Menschen mit Krampfadern haben auch Besenreiser. Dies sind vergrößerte Kapillargefäße, die rötlich schimmern. Sie können kleinflächig und unauffällig sein, sie können aber auch das gesamte Bein übersäen. Wer solche Gebilde an sich entdeckt, sollte damit zum Arzt gehen. Zwar sind die Besenreiser selbst noch nicht gefährlich, aber sie sind immer Ausdruck einer Veranlagung für eine Venenschwäche und können Vorboten von Krampfadern sein.
Vom medizinischen her müssen Besenreiser also nicht behandelt, sondern nur untersucht werden. Oftmals aber besteht der Wunsch, sie aus kosmetischen Gründen zu entfernen. Sie können noch ohne Operation sehr gut mit einem Speziallaser behandelt werden.

Bei größeren Besenreisern und kleinen Krampfadern kommt die Verödungstherapie zum Einsatz. Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in das Gefäß gespritzt. Dies verursacht eine künstliche Entzündung und führt zum Verkleben der Venenwände. Die Innenwände der Venen werden so verschlossen. Anschließend ist der Besenreiser bzw. die Krampfader praktisch still gelegt. Nach dem Eingriff werden die Beine „gewickelt“ und die Patienten sollten idealerweise 2 Stunden laufen. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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