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Tipp des Tages

Fettleibigkeit (Adipositas): Schon jeder dritte Deutsche ist zu dick

Die meisten Frauen und viele Männer haben schon einmal eine Diät gemacht, um gegen überflüssige Pfunde anzukämpfen. Die einen wollten einfach nur ein bisschen übrig gebliebenen Winterspeck loswerden, während die anderen ein massives Problem mit dem Körpergewicht haben. Wann aber ist jemand zu dick? Um dies zu messen, haben sich heute zwei einfache Methoden durchgesetzt:
  1. BMI (Body-Mass-Index): Das ist das Körpergewicht in kg (z. B. 60 kg) geteilt durch die Größe in Quadratmeter (z. B. 1,70 x 1,70). Das Übergewicht fängt bei einem BMI von 25 an; die Adipositas I bei 30; die Adipositas II bei 35; und die tödliche Adipositas bei 40.
  2. Taillenumfang: Weil vor allem der Bauchspeck gefährlich für die inneren Organe ist, können Sie Ihr Gewicht auch mit dem Zentimetermaß einschätzen. Ist der Taillenumfang von Frauen auf der Höhe des Bauchnabels größer als 80 cm, besteht ein leichtes gesundheitliches Risiko. Beträgt er mehr als 88 cm, ist das Risiko stark erhöht. Bei Männern lauten die beiden kritischen Werte 94 bzw. 102 cm.
Gefahren des Übergewichts

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Aber was tun, wenn Sie jetzt kritische Werte festgestellt haben? Meine eindeutige Antwort: Nehmen Sie ab! Denn überflüssige Pfunde sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern vor allem ein gesundheitliches. So nimmt durch das Übergewicht die Gefahr von Diabetes zu. Der Blutdruck steigt und damit das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt zu. Die Gelenke verschleißen schneller.

Dickere Menschen neigen mehr zur rheumatoiden Arthritis. Es treten eher Wundheilungsstörungen auf als bei dünneren. Und da der Anteil von adipösen Menschen in unserer Gesellschaft immer mehr zunimmt – jede fünfte Frau, jeder dritte Mann und jedes sechste Kind ist betroffen – sprechen Mediziner schon von einer Seuche.

Wie entsteht Übergewicht?

Der Hauptgrund für Adipositas ist die „positive Energiebilanz“. Dies bedeutet: Man nimmt mehr Kalorien auf als man verbraucht. Dabei werden die nicht gebrauchten Essensbausteine in Körperzellen eingelagert. Vor allem die Fetteinlagerung macht sich irgendwann an der Konfektionsgröße bemerkbar.
Für die positive Energiebilanz ist hauptsächlich unser Lebensstil verantwortlich. Viele Menschen bewegen sich einfach kaum noch. Und es locken fast überall Süßigkeiten, Fastfood, Snacks und Chips – billig, aber mit hoher Energiedichte und in großen Portionen. Um abzunehmen, müssen Sie diese wertlosen Dickmacher sofort weglassen und zu gesunder Küche übergehen. Und natürlich Ihre Muskeln mehr fordern. Abnehmen funktioniert nur durch mehr Bewegung und weniger bzw. sinnvolleres Essen. Dazu gleich noch mehr.

Zum Lebensstil wird auch der Stress gezählt, und der ist ebenfalls ein entscheidender Dickmacher. Im Stress wird nämlich vermehrt u. a. das Hormon Cortisol gebildet. Dieses hemmt den Abbau von Fett und bewirkt auch eine Erhöhung des Blutzuckers, was ein Signal für die Ausschüttung von Insulin ist – ein Hormon, das bei der Fetteinlagerung ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Um abzunehmen, sollten Sie also unbedingt auch ein paar Ruheinseln in Ihren Tag einbauen, eine Entspannungstechnik lernen und vor allem auch genügend schlafen. Denn zuwenig Schlaf macht dick.

Einflussfaktor Gene

Abgesehen davon bestimmen die Gene das Körpergewicht mit. Allerdings ist erst ein Bruchteil der Gene, die das Gewicht beeinflussen, bekannt. Weiterhin ist die Hormonsituation entscheidend, vor allem die Schilddrüsenhormone und die Hormonveränderung in den Wechseljahren. Dann gibt es noch psychische Faktoren –  der Rettungsring als vermeintlicher Schutz vor der Umwelt –, und bestimmte Medikamente (Psychopharmaka, Kortison).

$imageleft2$Bewegung, Ernährung und die Psychologie

Wegen dieser verschiedenen Ursachen sollten Sie mit einer Adipositas zu Ihrem Arzt gehen. Er kann eventuell Ursachen behandeln. Dann können Sie zusammen eine Strategie entwickeln. Neuere Erfahrungen belegen, dass bei starker Adipositas nur in der Kombination Ernährungsberatung, Bewegung, sowie psychologischer und ärztlicher Betreuung eine realistische Chance zum Abnehmen besteht.
Zur Bewegung ist am besten, ein Ausdauertraining mit einem Ganzkörper-Krafttraining zu verbinden. Bringen Sie Ihren Puls mindestens zwei bis dreimal pro Woche für 30 Minuten auf Hochtouren. Übrigens: Im Wasser geht vieles besser, und es schützt Sie auch vor neugierigen Blicken.

Das Krafttraining, und ich meine wirklich die Muckibude, soll Ihre Muskeln stärken. Das kurbelt den Grundumsatz an, also den Kalorienbedarf, den Sie auch im Ruhezustand benötigen. Mehr Muskelmasse bedeutet dann also auch höherer Grundumsatz sprich Kalorienverbrauch in Ruhe! In Bezug auf Essen und Trinken ist es wichtig, all das zu reduzieren, bei dem Zucker schnell ins Blut geht. Das sind Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, wie Süßigkeiten und Weißmehlprodukte. Pflanzliche Öle und fettarmes Fleisch sind erlaubt und sinnvoll, allerdings in Maßen. Fünfmal Obst und Gemüse muss sein, weil hier die Ballaststoffe sitzen, die die Darmbewegungen fördern, wodurch viele Kalorien verbraucht werden.
Von den Weight Watchers halte ich übrigens viel, weil Sie sich hier in einer Gruppe motivieren können und gleichzeitig auf einfache Weise richtig essen lernen.

Hilfe aus der Chemie erlaubt?

Von den Abnehm-Eiweißdrinks bitte ich Sie, die Finger zu lassen, mit einer einzigen Ausnahme: Sie sind sehr stark adipös und Ihr Arzt empfiehlt es Ihnen, damit Sie schnelle Anfangserfolge erzielen. Auch zwei Abnehmtabletten gibt es, diese sollten Sie nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen. Sibutramin ist ein Appetitzügler, der in den Stoffwechsel des Gehirns eingreift. Hier gibt es allerdings auch Nebenwirkungen, wie das Steigen von Blutdruck und Herzfrequenz. Der Wirkstoff Orlistat reduziert die Fettaufnahme im Darm, was allerdings zu fetthaltigen Stühlen und zu Durchfall führt. Ansonsten sollten Sie sich nicht zu viel vornehmen und keine Crash-Diäten machen: Pro Monat dürfen Sie das Körpergewicht nicht mehr als um 2 kg vermindern. Abzunehmen ist also eine Langzeitaufgabe.

Wem hilft eine Magenverkleinerung?

Für sehr adipöse Menschen ist eine operative Magenverkleinerung ein gutes Mittel, ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Nach einer schwedischen Studie war nach zwei Jahren war bei den Patienten mit operativer Magenverkleinerung das Gewicht um 23 Prozent gesunken. Die konventionell Behandelten hatten sogar leicht zugenommen (01, Prozent). Die Magenverkleinerung führt dazu, dass die Patienten nur noch geringe Nahrungsmengen zu sich nehmen können. Da durch die Operationen aber die Esslust nicht weggenommen wird, müssen die Patienten trotzdem auch ihr Essverhalten umstellen, insbesondere langsamer und genussvoller Essen, mehr kauen (schmauen: essen und schmecken zugleich) und kalorienfrei trinken.

Als Möglichkeiten der Magenverkleinerung gibt es das Magenband, mit dem ein Teil des Magens abgeschnürt wird. Weiterhin den Magenballon, der den Magen von innen ausfüllt und schnell ein Sättigungsgefühl hervorruft. Auch gibt es die Möglichkeit, richtig einen Teil des Magens operativ zu entfernen, dies ist allerdings eine nicht ungefährliche Methode, die recht häufig zu Komplikationen führt. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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