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Tipp des Tages

Mumps: Noch immer können Jungs unfruchtbar werden

Mumps ist eine Kinderkrankheit, die typischerweise zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr auftritt. Neugeborene und Säuglinge erkranken nicht, da sie durch Antikörper der Mutter geschützt sind. Allerdings können ältere Kinder und Erwachsene die Krankheit bekommen, für sie wird die Krankheit im Allgemeinen gefährlicher. Der Erreger ist das Mumpsvirus, welches weltweit verbreitet ist und über Tröpfchen von einem Menschen zum anderen wandert. Also durch Niesen und Sprechen. Allerdings gibt es ansteckendere Krankheiten, denn das Mumpsvirus wird meist nur bei engem Zusammenleben – so etwa in einer Familie, im Internat oder bei Jugendlichen auch in der Kaserne – weitergegeben. So kann es unter ungeimpften Menschen zu kleinen Epidemien kommen.

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So beginnt die Krankheit

Das Virus vermehrt sich zuerst in der Schleimhaut der oberen Luftwege und in umliegenden Lymphknoten. Hier hält es sich recht lange auf und vermehrt sich. Nach etwa acht Tagen wird der Betroffene für andere ansteckend, aber ohne dass er selbst schon Beschwerden hat. Erst zwei Wochen oder noch später nach der Ansteckung machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Dies ist zuerst eine Anschwellung der Speicheldrüsen. Hier wird der Speichel produziert, der den gekauten Bissen gleitfähig macht. Dies löst Beschwerden beim Kauen, Schlucken oder beim Bewegen des Kopfes aus.

Vor allem die beiden Ohrspeicheldrüsen sind oft stark vom Mumpsvirus befallen. Sie liegen im hinteren seitlichen Bereich der Mundhöhle, in der Nähe der Ohrläppchen. Sie können dabei so stark anschwellen, dass die Ohrläppchen abstehen und die Kieferkante nicht mehr erkennbar ist. Weil dies ein Gesicht aber nicht gerade ziert, ja den Erkrankten geradezu dümmlich aussehen lässt, hatte man im 19. Jahrhundert schnell und nicht zimperlich den passenden Namen an der Hand, nämlich „der dumme Peter“ (ähnlich wie heute der „dumme Michel“). Und weil eine ähnliche Krankheit bei Ziegen auftritt, kam die Krankheit zu dem volkstümlichen Namen „Ziegenpeter“.

Weiterer Krankheitsverlauf

Bis jetzt zeigt sich die Erkrankung aber noch nicht schlimmer als ein grippaler Infekt, mit Fieber und Halsschmerzen. Nur die Schwellung im Gesicht verrät die wahre Herkunft der Beschwerden. Mit absoluter Bettruhe und Halswickeln (siehe später) ist die Chance recht groß, dass es dabei bleibt. Dann ist die Krankheit nach drei bis acht Tagen überstanden. Allerdings kann man nicht sicher sein. Denn von den befallenen Lymphknoten aus kann das Virus zu verschiedenen anderen Drüsen und auch ins Zentralnervensystem – sprich Rückenmark und Gehirn – weiterwandern. Sind diese Körperbereiche befallen, kommt es zu gefährlichen Erkrankungen, die oft eigenständige Namen tragen.

Komplikationen von Mumps

So wird eine daraus entstehende Bauchspeicheldrüsenentzündung Mumps-Pankreatitis genannt. Dabei kann es im schlimmsten Fall zu einem insulinpflichtigen Diabetes kommen. Der Befall des Gehirns oder der Hirnhaut zieht je nachdem eine Mumps-Enzephalitis oder Mumps-Meningitis nach sich, die oftmals zu starken Kopfschmerzen und Erbrechen führt und im Einzelfall sogar zum Tod. Bei 1000 bis 5000 Erkrankungen kommt es einmal zu einer solchen Hirn-Hirnhaut-Entzündung. Bleibende Hörschäden sind besonders bei Patienten über 18 bei jedem zehnten Erkrankten die Folge.

Deshalb sollte nach jeder überstandenen Mumpsinfektion ein Hörtest gemacht werden. Gefürchtet ist auch die Entzündung der Hoden, die sogenannte Mumps-Orchitis, die bei infizierten Männern nach der Pubertät zu 25 Prozent auftritt. Sind beide Hoden befallen, kann dies zur Unfruchtbarkeit führen. Aus diesem Grunde war man übrigens lange Zeit der Meinung, eine Impfung sei nur für Jungs sinnvoll. Das ist aber falsch. Denn auch die Eierstöcke können sich entzünden, und vor den vorher genannten Erkrankungen sich die Mädchen ebenfalls nicht geschützt. Mumps im ersten Schwangerschaftsdrittel kann zudem zu einer Fehlgeburt führen.

Erkrankung wird häufiger

Wie viele Menschen jedoch an Mumps erkranken, kann nicht genau gesagt werden, weil Mumps nicht meldepflichtig ist. Aus einzelnen Ländern werden aber zunehmend häufiger Komplikationen berichtet, so erreichte mich erst kürzlich ein Bericht aus England, wonach dort die Hodenentzündung durch Mumps zunimmt. Eine Untersuchung aus dem Freiburger Raum zeigte, dass nur noch 65 Prozent der Angestellten des dortigen Universitätsklinikums eine Mumpsimmunität besitzen. Eine solche bekommt man, indem man entweder die Krankheit durchmacht oder sich impfen lässt.

$imageleft2$Therapie

Ist jemand an Mumps erkrankt, ist zuerst einmal Bettruhe angesagt, damit der Körper selbst seine Kräfte sammeln und gegen das Virus kämpfen kann. Bei zu hohem Fieber (ab etwa 40 Grad) können fiebersenkende Medikamente gegeben werden. Das Kind sollte viel trinken, allerdings keine sauren Getränke, weil sonst die Speicheldrüsen vermehrt arbeiten müssen. Manche Kinder kauen gerne Kaugummi, da sie dies als Druckerleichterung empfinden.
Ein Halswickel ist wirkungsvoll, er bewirkt eine stärkere Durchblutung und aktiviert krankheitsabbauende Prozesse. Falten Sie ein Leinentuch mehrfach in Längsrichtung zusammen und tauchen Sie es in kaltes Wasser ein. Dann wringen Sie es aus, streichen es glatt und wickeln es um den Hals. Darüber kommt ein trockenes Leinentuch, danach ein nicht kratzender Wollschal. Nach 10 Minuten abnehmen und mehrmals am Tag erneuern.

Ein Arztbesuch wird dann notwendig, wenn die Erkrankung nach ein paar Tagen nicht besser wird oder sogar andere Bereiche zu schmerzen beginnen. Hier kann der Arzt dann mit einer Blutuntersuchung den Erreger sicher bestimmen und andere Erkrankungen ausschließen. Allerdings kann er auch bei den Folgeerkrankungen leider nicht mehr machen, als Bettruhe zu verordnen, eventuell ein Schmerzmittel zu geben und zu warten, bis die Infektion vorüber ist. Auch deswegen ist es so wichtig, diesen Krankheitserscheinungen vorzubeugen, was mit einem einfachen Pieks – sprich einer Impfung – möglich ist.

Impfung ja oder nein

Die Impfung gegen Mumps gehört zu den Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen wurde. Sie muss zweimal durchgeführt werden, einmal ab dem 12. Monat und einmal im sechsten Lebensjahr. Danach ist die geimpfte Person lebenslang immun gegen das Mumpsvirus. Mittlerweile kann die Impfung in Kombination mit den Wirkstoffen gegen Masern, Röteln und Windpocken durchführt werden. Dies ist die MMRV-Kombinationsimpfung.

Für mich gibt es keine Alternative zu den Impfungen gegen diese Kinderkrankheiten. Denn mit zunehmendem Alter werden schwere Verlaufsformen, z. B. Manifestationen am Gehirn und Rückenmark, häufiger. Denn die Komplikationen, vor allem im Erwachsenenalter, sind nicht zu unterschätzen.

Versäumte Mumps-Impfungen können und sollen Sie daher zu jedem Zeitpunkt nachholen, – außer Sie sind gerade schwanger; die Impfstoffe sind für alle Altersgruppen geeignet. Die Impfung ist auch problemlos möglich, falls Sie etwa unbemerkt eine symptomlose Mumpsinfektion durchgemacht haben und bereits eine Immunität besteht.
Bei schwerer Allergie gegen Hühnereiweiß sollten Sie dies dem Arzt mitteilen, da im Impfstoff Teile von Hühnereiweiß enthalten sind. Nicht geimpft werden sollten Kinder mit schweren Immunschwächen. Bei ernsten Erkrankungen sowie nach Gabe von Bluttransfusionen und antikörperhaltigen Arzneimitteln sollte die Impfung verschoben werden. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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