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Tipp des Tages

Nasenbluten: Ursachen gibt es viele

Durchschnittlich 10.000 bis 15.000 Liter Atemluft werden pro Tag durch die Nase eingesogen und werden hier auf eine für die Lungen angenehme Temperatur erwärmt. Aus diesem Grunde ist die Nasenschleimhaut ein gut durchblutetes Gewebe mit einer nur dünnen Schutzschicht. Denn nur so kann die Wärme des Blutes an die meist kühlere Atemluft abgegeben werden. Aber dieser raffinierte Mechanismus hat einen entscheidenden Nachteil: Die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut sind relativ ungeschützt und können leicht platzen. Die Gründe dafür sind meist harmlos. Allerdings sollten Sie auf jeden Fall selbst versuchen, die Blutung zum Stillstand zu bringen.

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Manchmal kann es auch sein, dass sich hinter dem Nasenbluten ernste und auch bösartige Erkrankungen verbergen. Gehen Sie deshalb zum Arzt, wenn die Blutungen häufiger vorkommen oder wenn sie nicht zu stoppen sind. Ihn interessiert vor allem, wie häufig das Nasenbluten auftritt, wie lange es dauert und wie viel Blut Sie verlieren, also beispielsweise ob es ein Taschentuch oder ein Schnapsglas voll ist.

Normale Ursachen

Die Blutungen entstehen meist im vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Hier liegt in der Schleimhaut ein Gefäßbündel (Locus Kiesselbachii), das besonders empfindlich gegenüber äußeren Reizen ist. Damit ist nicht nur ein Schlag auf die Nase oder ein aggressiver Geruch wie Chlor gemeint. Nein, auch innere Berührungen, oder direkt ausgesprochen: „Bohren in der Nase“, können Gefäße verletzen. Eine weitere, sehr häufige Ursache ist ein Schnupfen. Die Schleimhaut ist jetzt besser durchblutet, aber gleichzeitig auch durch die Entzündung stärker gereizt und anfälliger, vor allem, wenn heftiges Schnäuzen hinzukommt. Und jetzt im Winter ist die warme trockene Heizungsluft ein zusätzlicher Reiz auf die Nasenschleimhaut, denn diese entzieht der Nasenschleimhaut Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit. Bei Kindern und Jugendlichen blutet es manchmal auch ohne erkennbaren Grund.

Krankheitsbedingte Ursachen

Bei älteren Menschen ist die häufigste Ursache für Nasenbluten ein zu hoher Blutdruck, der schon zu Gefäßwandverkalkung (Arteriosklerose) geführt hat. Verkalkte Gefäße sind unelastisch und reißen leichter. Der Blutungsort liegt in dem Fall meist in den hinteren Nasenabschnitten. Eine andere Ursache für Nasenbluten stellen Gerinnungsstörungen dar, die zwar grundsätzlich den ganzen Körper betreffen, aber eben auch an der Nasenschleimhaut vorkommen. Gerinnungsstörungen können angeboren sein (Hämophilie), oder auf eine Lebererkrankung hindeuten, bei der dann zuwenig Blutgerinnungsfaktoren gebildet werden (z. B. Leberzhirrose). Beim Einnehmen von blutverdünnenden Medikamenten wie Marcumar oder dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS oder Aspirin) kann es auch leicht zu einer Blutung kommen, die dann aber schwer zu stoppen ist.

Ein Arzt denkt bei häufigem Nasenbluten immer auch sofort an die Oslersche Erkrankung. Dies ist eine vererbbare Krankheit, bei der sich die Blutgefäße krankhaft erweitern. Diese sogenannten Teleangiektasien können überall auftreten, finden sich jedoch besonders in Nase (daher auch das Leitsymptom Nasenbluten). Weiterhin können sich auch gutartige oder bösartige Geschwulste in der Nase bilden und bluten.

Was macht der Arzt?

Bei Nasenbluten sollten Sie zuerst selbst Hand anlegen. Wenn aber die einfachen Methoden nichts nutzen, hilft nur der Gang zum Hals-Nasen-Ohrenarzt in einer Praxis oder einem Krankenhaus. Warten Sie nicht zu lange. Denn starkes unstillbares Nasenbluten kann auch zum Verbluten führen. Der Arzt stellt dann erst einmal fest, wo die Blutungsquelle liegt. Befindet sie sich in der vorderen Nasenscheidewand, so reicht manchmal schon das Auftropfen eines gefäßverengenden Medikaments aus. In anderen Fällen gelingt dies durch Verätzen mit Silbernitrat. Oder das blutende Gefäß wird mit einer feinen Elektropinzette verödet.

Stammt die Blutung aus den hinteren Nasenabschnitten, kann er versuchen, mit einer Nasentamponade die Blutung zu stillen. Diese ähnelt einem richtigen Tampon, wird in die Nase eingeführt und drückt dann auf das beschädigte Gefäß. Alternativ dazu wird auch die sogenannte Bellocq-Tamponade verwendet: Hier wird mit Hilfe eines Blasenkatheters ein Ballon etwa acht bis zehn Zentimeter tief in den hinteren Nasenabschnitt eingeführt und mit Kochsalzlösung aufgepumpt. So drückt er dort auf die Blutung und kann sie stoppen oder verringern.
Sie merken schon, die Maßnahmen zur Blutstillung können sehr belastend sein. Zeigt all das aber immer noch keinen Erfolg, steht dem Arzt noch ein Unterbinden der zuführenden Gefäße zur Nasenschleimhaut zur Verfügung.

$imageleft2$Ist das Hauptziel erreicht und die Blutung gestillt, muss jetzt natürlich die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Eine Senkung des Blutdrucks ist auf jeden Fall wichtig, nicht nur um weiteres Nasenbluten zu verhindern, sondern auch um die anderen Blutgefäße im Kreislauf und in den Organen zu schonen.
Bei der Oslerschen Erkrankung werden manchmal die erweiterten Gefäße mit Laserlicht behandelt. Oder die kranke Schleimhaut wird durch Oberflächenhaut ersetzt. Liegt eine Geschwulsterkrankung vor, werden diese natürlich auch entsprechend behandelt, mit Operation und evtl. Bestrahlung.

So reagieren Sie richtig

Wenn die Nase blutet, sollten Sie aufrecht, leicht nach vorne geneigt sitzen und den Mund öffnen. Blut, das den Rachen herunter fließt, bitte nicht schlucken sondern ausspucken. Denn größere Mengen von geschlucktem Blut können ein Übelkeitsgefühl und einen Brechreiz bewirken. Drücken Sie die Nasenflügel für fünf bis zehn Minuten zwischen Daumen und Zeigefinger fest zusammen. Kühlen Sie Ihre Stirn und den Nacken mit einem kalten Umschlag aus Eis oder einem Coolpack aus dem Gefrierfach, es geht auch eine Tüte tiefgefrorener Erbsen o.ä.

Die Kälte bewirkt eine allgemeine, vorübergehende Gefäßverengung im Kopfgebiet und verringert so auch die Durchblutung der Nasenschleimhaut. Ist die Blutung gestillt, sollten Sie die Nase einige Stunden lang nicht putzen.
Um weiterem Nasenbluten vorzubeugen, sollten Sie das Nasebohren vermeiden. Ebenso heftiges Naseschnäuzen. Gelingt das Säubern so nicht, können Sie einer Salzdusche (Apotheke) die verkrusteten Borken lösen.

Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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