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Tipp des Tages

Leberkrebs: Meist sind Männer betroffen

Die Leber ist unser schwerstes Organ. Und trotzdem kommt sie in minutenschnelle mit jedem Teil des Körpers in Kontakt: Denn durch die Leber wird praktisch das gesamte Blut aus dem Körper gelenkt. Von daher ist sie besonders anfällig dafür, dass entartete Krebszellen von irgendwoher hängen bleiben und in ihr eine Tochtergeschwulst (Metastase) erzeugen. Beim Darmkrebs ist es sogar so, dass er oft erst dann entdeckt wird, wenn er eine Tochtergeschwulst in der Leber gebildet hat. Zumindest dann, wenn man nicht regelmäßig zur Darmspiegelung geht. Anfällig ist die Leber aber auch für Krebszellen der Lunge, der Brust, der Bauchspeicheldrüse, des Magens, des Blutes und der Lymphknoten.

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Gift für die Leber

Auf dem Blutweg angeschwemmte Schadstoffe, die in der Leber ausgesondert und inaktiviert werden sollen, können ebenfalls Leberkrebs verursachen. Werden mehr Schadstoffe – zum Beispiel in Form von Alkohol – angeliefert, als die Leber verarbeiten kann, setzt sich ein unheilvoller Prozess in Gang, an dessen Ende oftmals der Leberkrebs steht. Ebenso können ein Tablettenmissbrauch, der berufliche Kontakt mit krebserregenden Stoffen oder eine langfristige Einnahme von Androgenen (Hormonpräparate im Doping) zu Leberkrebs führen. Heimtückisch sind auch die Aflatoxine von bestimmten Schimmelpilzen, besonders von denen, sich auf verdorbenem Getreide, Mais und Pistazien breit machen. Sie wirken auch bei geringerer Konzentration, vor allem wenn sie immer wieder eingenommen werden, leberkrebserregend.

Die speziellen Aflatoxine verbreiten sich besonders bei einer Temperatur von über 30 Grad. Das ist, neben den oft schlechten hygienischen Bedingungen, ein Grund dafür, dass der Leberkrebs in Afrika und dem fernen Osten so häufig ist. Eine weitere häufige Ursache ist hier eine Infektion mit den Hepatitis Viren (meist B und C), die vor allem durch Blut und Blutprodukte übertragen werden. Der heimische grüne Knollenblätterpilz verursacht hingegen selten Leberkrebs, denn er führt meist schon nach zehn Tagen zum kompletten Leberversagen und damit zum Tod.

So entwickelt sich Leberkrebs

Bei uns ist Alkohol der Hauptauslöser für Leberkrebs. Hier geht der Weg zum Leberkrebs zunächst über die Fettleber. Denn um die Schadstoffe abzubauen, benötigt die Leber fast die gesamte Menge des ihr zugeführten Sauerstoffs. Dadurch ist die Fettverbrennung nicht mehr möglich, das Fett wird in der Leber eingespeichert. Die Leber vergrößert sich, der Arzt kann sie manchmal von außen ertasten. Die mit Fett überladenen Zellen entzünden sich nach einer gewissen Zeit und sterben ab. So entsteht eine Schrumpfleber (Leberzirrhose). Der Ausdruck beschreibt die zerstörte Läppchen- und Gefäßstruktur der Leber. Leberzellen wandeln sich in narbiges Bindegewebe um. Die normalen Funktionen der Leber werden dabei gestört, was teilweise lebensbedrohlich ist. Auch können die Leberzellen entarten und zu einem Leberkrebs führen.

Erste Anzeichen

Die ersten Anzeichen von Leberzellkrebs tauchen erst spät auf. Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, ein Gelbfärbung der Haut oder des Weißen im Auge sind Zeichen von einer gestörten Leberfunktion. Es kommt zunehmend zu einer Neigung von blauen Flecken, sowie zu Juckreiz am Körper und zur Bildung von kleinen spinnenartigen Hauterscheinungen am Unterbauch (spider naevi). Lippen und Zunge fangen an, rot zu glänzen. Es bilden sich Krampfadern in der Speiseröhre, die auch zu bluten beginnen.

Diagnose durch den Arzt

Der Arzt kann anhand von Blutwerten eine Leberfunktionsstörung erkennen. Weil die Schrumpfleber (Zirrhose) aber sowieso nicht mehr typisch wie eine Leber aussieht, ist es für den Arzt gar nicht so leicht, einen Leberkrebs festzustellen. Mit Ultraschall und Computertomografie kann er ihn manchmal aufdecken, ebenso mit einer Röntgenkontrastaufnahme der Leberarterien. Gewissheit gibt dann spätestens die ultraschallgesteuerte Feinnadelbiopsie, bei der Gewebeteilchen nach außen geholt und untersucht werden.

Therapien

Die Heilungschancen hängen vom Stadium der Erkrankung ab. Kleinere Lebergeschwulste können oft herausoperiert werden. Hier gibt es auch die Möglichkeit, dass der Arzt ein Chemotherapeutikum in ein Lebergefäß spritzt. So erreicht der Arzneistoff den Krebs direkt und hoch konzentriert. Oft genug funktioniert das aber nicht, vor allem dann, wenn die Leber durch die Zirrhose zerstört wurde. Und im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich der Leberkrebs im Körper ausgebreitet hat, springt eine normale Chemotherapie gar nicht mehr an. Deswegen hieß es lange Zeit, dass bei Leberkrebs nur noch eine Lebertransplantation hilft. Weil wir nur eine Leber haben, kann die Spende nur von einem Toten erfolgen. Ausnahme ist die Spende für Kinder. Hier können lebende nahe Verwandte u. U. den linken kleineren Leberlappen für das kranke Kind abgeben.

Neue Entwicklungen

Zwei Tendenzen aber lassen hoffen. Das eine sind die Protonenstrahlen. Hier legt sich der Patient über einige Wochen hinweg ungefähr jeden zweiten Tag für wenige Minuten in ein Gerät. Dabei werden geladene Elementarteilchen mit 60 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, das sind 180.000 km pro Sekunde, auf die Krebsgeschwulst gejagt. Das umliegende Gewebe wird geschont. In einer Studie verschwand der Tumor meist, oder konnte deutlich verkleinert werden. Eine andere Neuigkeit betrifft die Entwicklung eines Therapeutikums gegen Leberkrebszellen, das im ganzen Körper wirkt. Dieses Präparat wurde im Oktober 2007 eingeführt.

Welche Rolle Alkohol spielt

Der Alkoholmissbrauch ist besonders schädlich für die Leber. Nicht nur, dass sie den Giftstoff Alkohol abbauen und unschädlich machen muss, was sie vielfach überfordert. Sondern auch, dass beim Alkoholabbau zusätzlich Giftstoffe entstehen, die weiteres Gewebe zerstören. Ein Liter Bier oder ein halber Liter Wein täglich, wirkt bei einem Mann bereits giftig auf die Leber, bei einer Frau noch weniger.
Das Gute aber daran: Solange der Alkohol „erst“ zu einer Fettleber geführt hat, können Sie gegensteuern. Dazu müssen Sie allerdings mit dem Trinken aufhören. Weiterhin ist gut, leicht Verdauliches zu essen.

Hilfreich sind auch Mariendistelpräparate: Sie schützen und stärken die noch vorhandenen Leberzellen. Sie fördern die Produktion körpereigener Eiweiße in der Leber, stabilisieren die Zellmembranen und hemmen in den Zellen die Aufnahme von Giften. Als Tagesdosis wird 200 bis 400 mg Silymarin in zwei bis drei Einzeldosen empfohlen. Eine Fettleber kann sich nach sechs Wochen bessern, bei einer Leberentzündung kann es ein Jahr und länger dauern. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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