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Tipp des Tages

Blasenkrebs – Männer sind besonders gefährdet

Die Diagnose Krebs ist immer schrecklich. Doch es gibt Krebsarten, die stehen stärker im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit, wie etwa Brust- oder Darmkrebs. Und von anderen Krebsarten kennt kaum jemand deren Alarmzeichen. Harnblasenkrebs gehört dazu. Aber nur, weil man nicht über ihn spricht, ist er nicht minder gefährlich! Urologen warnen sogar davor, dass er immer später erkannt wird und von daher auch immer schlechter zu therapieren ist. Denn das erste Symptom bei Harnblasenkrebs ist das meist schmerzlose Auftreten von Blut im Urin.

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Dieses wird aber neuerdings kaum mehr rechtzeitig erkannt, weil die neuen Toiletten diskret die menschlichen Ausscheidungen direkt im Abflussrohr verschwinden lassen, während früher alles noch auf einer Art Ablage gesammelt wurde. Die frühere Version mag zwar unappetitlicher sein, doch aus ärztlicher Sicht ist sie zu empfehlen, weil die Beschaffenheit von Urin und auch Stuhlgang Aufschluss über den Gesundheitszustand zulässt. Die oft späte Diagnose ist deswegen traurig, weil der Blasenkrebs heilbar ist, – vorausgesetzt er wird frühzeitig entdeckt.

Gründe für Blasenkrebs

Der Blasenkrebs ist nach dem Prostatakrebs die zweithäufigste bösartige Geschwulstart im Unterleibsbereich. Fast 30.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr daran. Im Schnitt sind die Patienten 65 Jahre alt, wenn die Diagnose gestellt wird. Männer trifft diese Erkrankung fast dreimal so häufig wie Frauen. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in der Harnabflussstörung, die bei einer Prostatavergrößerung auftritt. Und unter einer (meist gutartigen) Prostatavergrößerung erkrankt im Laufe des Lebens jeder Mann mehr oder weniger stark. Dabei werden Harnblase und Harnleiter zusammengedrückt, weshalb das Entleeren schwerer fällt und immer ein Rest Urin zurückbleibt.

Eventuell vorhandene Reiz- oder Giftstoffe haben also viel Zeit, auf die Harnblase einzuwirken und sie zu schädigen. Das gleiche gilt, wenn wir uns jahrzehntelang bestimmten Giftstoffen aussetzen, wie es etwa bei Rauchern, oder bei Arbeitern der chemischen, pharmazeutischen und gummiherstellenden Industrie der Fall ist, wenn sie mit einer von über 20 bekannten krebserregenden Substanzen umgehen (Risikofaktoren siehe unten).

Oft Fehleinschätzung der Symptome

Ein weiterer Grund, weshalb ein Blasenkrebs oft zu spät erkannt wird, ist die eigene Fehleinschätzung der Symptome. Denn zu dem Blut im Urin (das man aus oben genannten Gründen oft nicht bemerkt) kommen später Schmerzen beim Wasserlassen und heftiger Harndrang hinzu. So manche Patientin – das betrifft nun vor allem die Frauen – waren schon wegen angeblich immer wiederkehrender Blasenentzündungen fast am Verzweifeln, bis sie sich einmal von einem Urologen gründlich untersuchen ließen und dann die schlimme Diagnose Blasenkrebs erhalten haben. Gehen die Beschwerden auch nach einer Behandlung der Entzündung partout nicht zurück, sollte man deshalb eventuell auch eine bösartige Veränderung der Blase in Betracht ziehen.

Untersuchung durch den Arzt

Der Arzt wird wahrscheinlich zuerst den Urin untersuchen. Er hat die Möglichkeit, unter dem Mikroskop rote Blutkörperchen erkennen, auch wenn sie erst in kleiner Zahl vorliegen (med.: Mikrohämaturie). Weiterhin kann er den Urin auf bösartige Zellen untersuchen (med.: Urinzytologie), dies ist besonders in Frühstadien hilfreich. Allerdings gibt es auch Krebsarten, die keine Zellen in den Urin streuen. Ein unauffälliger Urin bedeutet also leider noch keine Entwarnung.

Hat der Arzt weiter den Verdacht auf einen Blasentumor, dann führt er eine Blasenspiegelung (Zytoskopie) durch. Dabei führt er eine winzige Kamera durch die Harnröhre in die Blase ein und schaut diese von innen an. Entdeckt er eine oberflächliche Geschwulst, kann er sie direkt entfernen. Denn diese wächst – wie eine Pflanze im Aquarium – in die Blase hinein. Mit einer „Elektroschlinge“ kann er den Tumor herausschneiden und mit der Schlinge nach außen ziehen. In 80 Prozent der Fälle gelingt ihm dies. Frühstadien kann er damit aber schlecht erkennen, deshalb nimmt er außerdem von allen verdächtigen Stellen eine Gewebeprobe, die dann außerhalb des Körpers untersucht werden.

Da bei einem Blasenkrebs in 5 Prozent der Fälle auch Geschwulste im oberen Harntrakt, in der Niere und im Harnleiter auftreten, wird der Bereich oft noch geröntgt. Der Patient muss dazu vorher ein Kontrastmittel schlucken. Auf dem Röntgenbild kann man dann den markierten Harn erkennen. Dort wo der Krebs Raum einnimmt, sind die harnführenden Bereiche auffällig verformt.

In den letzten Jahren setzt immer mehr die Blasenuntersuchung per Fluoreszenz (Fluoreszenzzystoskopie) durch. Dazu wird dem Patienten 2 bis 3 Stunden vor der Untersuchung ein Mittel gespritzt, wodurch sich ein Vorläufer des roten Blutfarbstoffes (Protoporphyrin IX) in den bösartigen Zellen der Blase anreichert. Mit blauem Licht bestrahlt, fluoreszieren die angereicherten kranken Zellen während der Blasenspiegelung, was die komplette Entfernung des Tumors deutlich erleichtert.

$imageleft2$Therapie

Die Therapie hängt, wie gesagt davon ab, um welche Art von Krebs es sich handelt. Der oberflächliche Krebs, der mit der Elektroschlinge entfernt werden konnte, wird meist noch mit einer lokalen Chemotherapie nachbehandelt, damit sich einzelne übrig gebliebene Krebszellen nicht mehr einnisten. Das Chemotherapeutikum wird dabei direkt in die Blase gespritzt und durchflutet somit nicht den ganzen Körper. Eine andere neue Methode, um nach einer Operation vor weiterem Krebswachstum zu schützen und vorzubeugen, ist die Tuberkulose-Impfung der Blase: Abgeschwächte Tuberkelbakterien werden über die Harnröhre in die Blase eingesetzt. Sie gaukeln dort eine Entzündung vor und die Blase reagiert dementsprechend: Das Immunsystem wird aktiviert und vernichtet die Krebszellen.

Wenn der Krebs in die Blasenwand eingewachsen ist oder sich Metastasen bildet, kann er nicht mit der Elektroschlinge entfernt werden. Jetzt werden Teile oder auch die gesamte Blase entfernt – inklusive der Prostata und der Samenleiter beim Mann. So kann eine Blasenoperation bei Männern auch eine Erektionsschwäche und auf jeden Fall Unfruchtbarkeit mit sich bringen.

Wurde die Blase entfernt, versuchen die Operateure aus einem Stück Darm eine neue Blase zu bauen. Dies ist mittlerweile auch bei Frauen möglich. Wenn es aus medizinischen Gründen doch nicht geht, bekommen die Patienten einen künstlichen Ausgang und müssen einen Beutel tragen.

Risikofaktoren

Die Ursachen von Blasenkrebs können unterschiedlich sein. Neben genetischen Störungen ist vor allem das Rauchen der Hauptverursacher. Das Risiko von Rauchern, einen Blasentumor zu bekommen, ist viermal höher als das von Nichtrauchern. Das gehört auch das Shisharauchen, die Wasserpfeife, die unter jungen Leuten gerade einen richtigen Boom erlebt.

Weiterhin sind einige Berufsgruppen gefährdet: Automobilarbeiter, Maler, LKW-Fahrer, Berufe in der Leder- und Papierverarbeitung, Metallarbeiter, Maschinisten, Schlosser, Ärzte, Friseure, Dentallaboranten und Kosmetiker. Hier wird mit manchmal mit krebsauslösenden Stoffen gearbeitet. Diese sind Anilinfarben, verschiedene Benzidine, chlorierte aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie verschiedene Aldehyde. Es kann 30 bis 50 Jahre dauern, bis nach dem Kontakt mit diesen Stoffen der Krebs auftritt. Berufsbedingte Fälle von Blasenkrebs sind allerdings durch moderne Sicherheitsmaßnahmen stark zurückgegangen.
Übrigens: Auch Blasensteine erhöhen das Risiko für diese Tumorart. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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