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Tipp des Tages

Eierstockzysten: Nur bei Beschwerden wird behandelt

Es klingt schlimmer als es ist, wenn der Gynäkologe nach einer Ultraschalluntersuchung eine Eierstockzyste diagnostiziert. Denn eine Zyste ist erst einmal nichts weiter, als eine mit einer Flüssigkeit gefüllte Kapsel im Körper. Meist spürt man eine Eierstockzyste gar nicht und der Arzt entdeckt sie zufällig. Erst wenn sie größer wird, kann sie auf Nachbarorgane drücken und dann ziehende oder dumpfe Beschwerden im Unterbauch hervorrufen. Wenn sie auf die Blase drückt, kann sie einen häufigen Drang zum Wasserlassen bewirken. In der Nähe des Darms kann es zu Entleerungsstörungen kommen. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Rückenbeschwerden sind ebenfalls möglich, treten aber sehr selten auf.

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Verschiedene Entstehungsformen

Meist handelt es sich bei Eierstockzysten um das Phänomen, dass sich entweder ein Eibläschen (Follikel) oder ein Gelbkörper außergewöhnlich vergrößert hat. Im Normalfall wird dies durch den Eisprung oder die Menstruation verhindert. Wenn aber kein Eisprung stattfindet, bleibt die heranreifende Eizelle mitsamt Eibläschen länger als sie dürfte im Eierstock. Es kann gut sein, dass das Eibläschen in dieser Zeit weiter Flüssigkeit produziert. Dadurch vergrößert es sich weiter. Eine solche Follikelzyste ist die häufigste Form einer Eierstockzyste.

Es ist aber auch möglich, dass sich der Gelbkörper (das ist der Rest der gesprungenen Eizelle) zu einer Zyste vergrößert. Während der ersten Schwangerschaftswochen ist es normal, dass der Gelbkörper wächst, da er den Embryo in dieser Zeit mit lebenswichtigen Substanzen versorgt. Geschieht dies ohne Schwangerschaft, nennt man es Gelbkörperzyste (Corpus-luteum-Zyste).

Das macht der Gynäkologe

Beide Zysten entstehen vor allem in Zeiten hormoneller Umstellungen, also während und kurz nach der Pubertät und in den Wechseljahren. Sie können bis zu acht Zentimeter groß werden. Meist bilden sie sich nach zwei bis drei Zyklen spontan zurück oder zerplatzen. Deshalb wartet der Gynäkologe erst einmal ab, wenn er im Ultraschallbild bei seiner Patientin eine Zyste entdeckt hat. Nach der nächsten Monatsblutung schaut er sich die Zyste noch einmal an. Ist sie beim zweiten oder dritten Mal verschwunden, kann er Entwarnung geben. Wenn nicht, hilft er mit einer Gabe von Hormonen nach, um die die Zysten zum Eintrocknen zu bringen. Dabei verwendet er Gestagene oder verschreibt eine gestagenbetonte Pille. Gestagen ähnelt dem natürlichen Hormon Progesteron, das den Eisprung auslöst.

Bei komplizierten Zysten

Dies alles gilt für den Fall, dass die Zyste beschwerdelos ist. Es können aber auch plötzliche und heftige Schmerzen auftreten. Dies deutet auf Komplikationen hin. Eine solche Komplikation kann etwa die „Stieldrehung“ sein. Manche Zysten sind nämlich mit einem Stil am Eierstock angewachsen. Bei schwungvollen Bewegungen kann sie sich um die eigene Achse drehen und dem Eierstock die Blutzufuhr drosseln. Hier muss operiert werden. Dies geschieht minimal invasiv, also durch den Bauchnabel und mit kleinen Schnitten im Leistenbereich (Bauchspiegelung).

Endometrioseherde gehören auch dazu

Diese beiden aufgeführten Zysten gelten als funktionell, denn sie sind aus der normalen Funktion der Eierstöcke, Hormone zu bilden, entstanden. Eine andere Art von Zyste bilden die Endometrioseherde. Dies sind versprengte Gebilde aus Gebärmutterschleimhaut, die bei manchen Frauen überall im Unterleib auftreten, so auch am Eierstock. Weil sie sich genauso verhält, wie auch die normale Gebärmutterschleimhaut, bluten sie während der Menstruation. Endometriosezysten werden ebenfalls über die Bauchspiegelung entfernt. Es kann eine Hormonbehandlung dazu kommen.

Und die Dermoidzysten

Schlussendlich gibt es noch eine etwas gruselige Form, die aber gar nicht so selten ist. Die Rede ist von den Dermoidzysten. Dies sind embryonale Fehlentwicklungen, man ist mit ihnen also auf die Welt gekommen. Es handelt sich dabei um einen Hohlraum, der von Organgewebe ausgekleidet ist. In diesem Hohlraum können sich verschiedene Gewebearten angesammelt haben, wie Muskulaturzellen, Knorpel, kleine Knochen. Auch ausgebildete Zellen von Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse können vorkommen. Das alles bildet eine teigige ölige Masse, die oft mit Haaren durchsetzt ist. Auch Nägel und völlig ausgebildete Zähne können sich darin befinden. Es handelt sich dabei aber nicht um einen „inneren Zwilling“, wie Frauen vielfach meinen, sondern um versprengte Teile des eigenen Körpers.

Am häufigsten treten sie bei Mädchen vor Erreichen der Pubertät und bei jungen Frauen auf. Diese Zysten werden mit einer Operation entfernt, denn sie sind können bis zu 25 Zentimeter groß werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie zu einem bösartigen Tumor entarten. Dermoidzysten können theoretisch überall entstehen, sie sind aber besonders häufig in den Eierstöcken zu finden.

Vorsorge

Ab dem 40. Lebensjahr sollten generell alle Zysten, die der Arzt im Ultraschallbild entdeckt, weiter abgeklärt werden. Denn in diesem Alter ist die Gefahr erhöht, dass es sich möglicherweise um einen Eierstockkrebs handelt.
Übrigens ist die Behandlung aller Zysten, egal ob sie Beschwerden verursachen oder nicht, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse.

Ursache für Kinderlosigkeit

Die bisher beschriebenen Zysten haben nichts mit dem Kinderwunsch zu tun, wohl aber das Syndrom der „Vielzystischen Eierstöcke“ (medizinisch: Polyzystische Ovarien, kurz PCO). Etwa fünf bis 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter leiden drunter. Trotzdem gibt die Krankheit den Medizinern noch viele Rätsel auf. Beim PCO wachsen die Eibläschen heran, können aber nicht platzen. So nimmt mit jedem Zyklus die Anzahl der vergrößerten Eibläschen zu. Beide Eierstöcke schwellen dadurch an. Wenn es aber nie zum Eisprung kommt, kann natürlich auch kein Kind entstehen. Die Ursache ist hormonell. Weil die Hirnanhangsdrüse zuviel Hormone (LH) produziert, wird die Produktion männlicher Sexualhormone gesteigert. Bei mindestens der Hälfte der Frauen wurde zudem  ein Zusammenhang zwischen einem beginnenden Diabetes (genau gesagt einer Insulinresistenz) und dieser Krankheit gefunden.

Die Behandlung zielt auf verschiedene Ebenen. Um den hohen Insulinspiegel zu senken, sollten Sie sich mindestens 30 Minuten am Tag bewegen und weniger Kohlenhydrate essen. Medikamentöse Antidiabetika sind ebenfalls vielversprechend. Zusätzlich helfen Hormonpräparate, die gegen männliche Hormone wirken, und auch solche, die den Eisprung auslösen. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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