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Tipp des Tages

Besenreiser: Nicht immer nur ein kosmetisches Problem

Sie tun nicht weh, sind aber auch nicht schön und können vor allem Vorboten einer Krankheit sind. Die Rede ist von den Besenreisern: Das sind rote, manchmal auch bläuliche Gefäßverästelungen. Sie sind vor allem an der Außenseite der Ober- und Unterschenkel und an der Innenseite des Knies zu sehen. Genau wie auch die Krampfadern gehen sie auf eine Erweiterung der Venen zurück, weshalb sie auch als „Besenreiserkrampfadern“ (medizinisch: Besenreiservarizen) bezeichnet werden. Es bestehen allerdings auch zwei entscheidende Unterschiede: Besenreiser schwellen an heißen Tagen oder nach langem Stehen nicht an, so wie es bei den Krampfadern der Fall ist. Aber sie gehen auch nicht zurück, wenn man die Beine hochlegt.

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Alarmzeichen für Krampfadern

Für Ärzte sind die Besenreiser allerdings ein Alarmzeichen. Denn oft finden sich neben den oberflächlichen Besenreisern gleichzeitig tiefe Krampfadern, die möglicherweise gesundheitsgefährdend sind. Wenn Sie viele Besenreiser haben, ist es wichtig, dass der Arzt Ihre Beine einmal genau anschaut, und vor allem Ihre Blutgefäße mit Ultraschall untersucht. So erkennt er, ob sich schon Krampfadern gebildet haben (mehr dazu siehe unten).

So entstehen Besenreiser

Besenreiser entstehen vor allem in den Venolen. Dies sind haardünne und feinverzweigte Blutgefäße, die die Aufgabe haben, das verbrauchte Blut aus dem Gewebe einzusammeln. Die Venolen transportieren es über die Venenäste weiter in die Venen. Diese landen im Herzen, von wo aus es zu den Lungen gepumpt wird. Hier wird das Blut wieder mit frischem Sauerstoff aufgetankt.

Wenn man sich diesen Verlauf vor Augen führt, wird schnell deutlich, wieso Besenreiser oft die ersten deutlich sichtbaren Anzeichen für beginnende Krampfadern sind. Denn die feinen Venolen besitzen sehr dünne Gefäßwände, die bei einem steigenden Druck nachgeben und sich ausdehnen. Der Druck in den Venen und Venolen steigt dann, wenn der Rückfluss des Blutes zum Herzen gestört ist. Wer zum Beispiel viel steht und dabei wenig geht, bei dem versackt das Blut leicht in den Füßen und unteren Beinen. Der Blutstau in den Hauptvenen führt zu einem Rückstau bis in die Venolen. Diese werden dadurch immer wieder überdehnt und reißen sogar stellenweise ein. Damit das nicht wieder passiert, setzt eine Verdickung an den Gefäßwänden ein. Statt ehemals fein und dünn werden die Wände streckenweise dick und stabil.

Die Farbe hilft bei der Diagnose

Dies erklärt übrigens auch die unterschiedlichen Farben der Besenreiser. Sind sie eher dunkelrot bis rotblau, haben die Umbauarbeiten der Gefäßwände noch nicht stattgefunden. Hier schimmern die erweiterten Gefäße mit dem sauerstoffarmen Blut durch die Haut. Sind sie bläulich oder gar blaugrün, handelt es sich entweder um sehr lang gestautes Blut oder um bereits umgebaute Gefäßwände. Im letzteren Fall gehen die Besenreiser dann nicht mehr von alleine zurück. Sind die Blutgefäße hingegen rot bis hellrot, handelt es sich streng genommen gar nicht um Besenreiser, sondern um erweiterte Arteriolen. Dies sind feine Blutgefäße, die von den Arterien aus das Blut in das Hautgewebe hineinbringen. Sie gehen auch nicht auf eine Rückstauung des Blutes zurück, sondern sind einfach in die Unterhaut eingebettete kleine Gefäßknäuel (Anastomosen). Sie dienen wahrscheinlich der Hautdurchblutung und Wärmesteuerung.

Besenreiser und Krampfadern hingegen gehen auf die gleichen drei Ursachen zurück:  Erstens die angeborene Bindegewebsschwäche, sie wird vererbt und damit auch die Neigung zu Krampfadern. Zweitens führen weibliche Geschlechtshormone zu einer Erschlaffung des Bindegewebes. Deshalb sind Frauen deutlich häufiger von Besenreisern und Krampfadern betroffen als Männer. Auch in der Schwangerschaft entwickeln viele Frauen Besenreiser und co. Das Schwangerschaftshormon Progesteron wirkt nämlich entspannend auf die Venenwände. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft drückt zudem das Baby im Mutterleib auf das Venensystem und kann seine Funktion beeinträchtigen. Größtenteils bilden sich die Besenreiser nach der Geburt wieder zurück.
Drittens schließlich spielt der Faktor  Lebensweise auch eine ganz entscheidende Rolle (siehe unten).

Ambulante Hilfen

Besenreiser werden unkompliziert  ambulant entfernt. Bei der Flüssig- oder der Schaumverödung spritzt der Arzt einen Wirkstoff mit einer dünnen Nadel in die Besenreiser. Dieser kann flüssig und alkoholähnlich sein, oder ist schaumartig aufbereitet. Damit werden die körpereigenen Fresszellen dazu angeregt, die Venolen von innen her aufzulösen. Nach drei Wochen sollten die Besenreiser verschwunden sein. Die Behandlung ist, abgesehen von den kleinen Einstichen, nicht schmerzhaft und wird ohne Betäubung durchgeführt.

Im Kommen ist die Laserverödung. Hier wird mit einem Laserstrahl das Gefäß zerstört, woraufhin die Restbestandteile der Gefäßwände miteinander verkleben und auch aufgelöst werden.

Für jede dieser Behandlungen muss man zwischen 70 und 140 Euro rechnen. Oft sind mehrere Sitzungen nötig. Die Krankenkassen erstatten die Kosten nicht, weil Besenreiser nicht gesundheitsschädlich sind. Daher sind die Verfahren typische Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).

$imageleft2$Was ist eine Varikose?

Krampfadern werden vom Arzt als Varizen bezeichnet. Eine Varikose ist die Bezeichnung für eine ausgedehnte Krampfaderbildung. Damit sind unregelmäßig erweiterte und geschlängelte Venen gemeint. Sie entstehen, weil die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Sie sollen aber eigentlich das Blut am Zurückströmen in Richtung Schwerkraft hindern.

Man unterscheidet eine angeborene von einer erworbenen Varikose. Bei der angeborenen Form liegt eine allgemeine Bindegewebsschwäche zugrunde. Die Betroffenen neigen dann oft auch dazu  einen Senkfuß, einen Leistenbruch oder einen Bandscheibenvorfall zu bekommen. Die erworbene Varikose ist die Folge eines vorangegangenen Gefäßverschlusses durch ein Blutgerinnsel. wie etwa bei langer Bettruhe nach einer Operation. Das Blut in den tiefen Venen kann nicht mehr richtig fließen und muss auf die oberflächlichen ausweichen. Diese wiederum sind überlastet und reagieren mit der Bildung von Krampfadern. Hier ist eine Behandlung viel komplizierter.

So können Sie vorbeugen

Auch wenn die Neigung zur Krampfaderbildung angeboren ist, so ist es doch möglich, etwas für seine Venengesundheit zu tun. Damit ist es möglich, die Bildung von Besenreisern und Varizen hinauszuzögern oder abzumildern. Generell heißt es: Sitzen und Stehen ist schlecht. Laufen und liegen ist gut. Um die Bildung von Besenreisern zu verhindern, ist viel Bewegung wichtig. Gut geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Walken oder Joggen. Also Sportarten, bei denen die Blutzirkulation in den Beinen angeregt wird. Dies hilft gleichzeitig, überflüssige Kilos abzulegen und die Venen damit auch zu entlasten.

Auch Sonnenbäder und Saunabesuche fördern die Entstehung von Besenreisern. Hingegen stärken kalte Duschen und Schwimmen in kühlem Wasser (bis 27°C) die Muskeln der Venenwände und verhindern ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung.

Besenreiser sollten für Betroffene auch das Signal sein, bei langen Reisen im Flugzeug genauso wie im Auto Kompressionsstrümpfe zu tragen. Diese erhöhen den Druck auf die Venen und verhindern somit eine weitere Erschlaffung der Venenwände.

Besprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, ob es für die Hormoneinnahmen zur Verhütung oder in den Wechseljahren auch eine nichthormonelle Alternative gibt. Autor: Wissen Gesundhiet-Redaktion

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