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Tipp des Tages

Kehlkopfkrebs: Einiger der wenigen Tumore, die sich bemerkbar machen

Vor einiger Zeit wurde im TV und Kino ein gruseliger Spot gezeigt: Eine junge attraktive Frau sitzt in einem Cafe. Der Nachbar beginnt mit ihr zu flirten. Wunderschöne Musik begleitet die Szenen, bis sich der junge Mann an den Tisch der Frau setzt. Er will mit ihr ins Gespräch kommen und bietet ihr eine Zigarette an. Sie lehnt ab: „Danke, ich rauche nicht mehr.“ Dabei ertönt eine blecherne roboterähnliche Stimme, bei der man erschrickt. Die Frau hat Kehlkopfkrebs und spricht nun mit Hilfe eines Stimmverstärkers. Der Spot wurde von der Deutschen Krebshilfe als Appell gegen das Rauchen hergestellt.

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Kehlkopf hat mehrere Funktionen

Bei dem Kehlkopf handelt es sich um ein Organ, das oben auf der Luftröhre aufsitzt. Mit dem Kehldeckel wird dafür gesorgt, dass Luft bzw. Speisen und Getränke in die jeweils richtigen „Röhren“ gelenkt werden, nämlich in die Luftröhre und in die Speiseröhre. Beides gelangt nämlich durch den gleichen Schlund in Richtung Hals. Weiterhin sind im Inneren des hohlen Kehlkopfes die beiden Stimmbänder aufgespannt. Die Luft strömt durch die dazwischen liegende Stimmritze. Durch das Vibrieren der Stimmbänder entsteht die Stimme. Muss der Kehlkopf entfernt werden, wirkt sich das also unmittelbar auf lebenswichtige Funktionen des Körpers aus: Essen, Sprechen und Atmen werden erschwert. Das Ausmaß der Beeinträchtigungen hängt auch davon ab, wo sich der Krebs angesiedelt hat.

Hier siedelt sich der Krebs an

Generell kann sich der Krebs an den Stimmlippen, sowie oberhalb oder unterhalb der Stimmritze ansiedeln. Darüber hinaus gibt es noch den äußeren Kehlkopfkrebs, der genau genommen den unteren Rachen betrifft, also die Überkreuzung von Luft- und Speiseweg. Den größten Anteil nimmt der Stimmlippenkrebs ein. Glücklicherweise muss man sagen, denn nur hier zeigen sich die Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Schmerzen und Schwellungen als frühe Krankheitsanzeichen. So etwas kommt natürlich auch im Rahmen einer Erkältung mal vor. Bessern sich die Beschwerden jedoch nicht, sollten Sie nach vier bis sechs Wochen damit zum HNO-Arzt gehen. Beginnt der Kehlkopfkrebs jedoch an den anderen Bereichen, fehlen diese Zeichen. Stattdessen zeigen sich Kloß- oder Fremdkörpergefühl im Hals, Stiche zum Ohr oder Verschlucken. 

Untersuchungsmethoden

Während der Untersuchung tastet der Arzt den Hals von außen ab und inspiziert Mundhöhle, Nasenraum. Mit einem Spiegel kann er in den unteren Rachenbereich bis hin zu den Stimmbändern sehen. Statt eines Spiegels wird oft auch ein Endoskop durch die Nase eingeführt. Dabei kann gleichzeitig eine Gewebeprobe entnommen und danach feingeweblich untersucht werden. Mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie und Kernspintomografie wird die Ausdehnung des Tumors dargestellt. Dies ist wichtig für die Entscheidung, ob und in welchem Ausmaß operiert werden muss. Wird der Krebs im Frühstadium entdeckt, kann heute immer häufiger schonend operiert werden. Damit bleiben die Kehlkopffunktionen, insbesondere die Stimme, erhalten. Dies ist teilweise sogar minimalinvasiv mit einem Laser als Schneideinstrument möglich.

Bei einer Totalentfernung muss der Chirurg den Speise- und den Luftweg voneinander trennen, damit Nahrung nicht in die Lunge rutscht. Deswegen schafft er eine Atemöffnung nach außen zur Luftröhre, durch die der Kehlkopflose künftig Luft holt. In den ersten Wochen nach einer Operation trägt der Patient eine Kanüle, damit die neue Öffnung nicht wieder zuwächst. Es dauert einige Wochen, bis sich der Körper daran gewöhnt hat und er nicht mehr so viel Schleim produziert, den er dann dauernd weghusten muss. Nach der Umstellung kann man wieder normal schlucken und alles essen und trinken.

Die größte Veränderung wird sein, dass erst einmal nur noch Flüstern möglich ist (siehe unten). Um dem Patienten dies alles zu ersparen, wird der Arzt auch überlegen, die Krebszellen mit einer Strahlentherapie abzutöten. Dies ist allerdings auch nur bei Frühformen möglich. Besser ist die minimalinvasive Laserchirurgie: Sie gehört, wenn durchführbar, heute zu den modernsten und sichersten Behandlungsmethoden.

Sprechen ohne Kehlkopf
    Menschen ohne Kehlkopf können durch Bewegung der Lippen, des Unterkiefers und der Zunge flüstern. Mit einer logopädischen Hilfe lernen sie zudem drei andere Sprechweisen.

  1. Bei der Speiseröhren- oder Rülpsstimme wird Luft vom Bauraum nach oben gestoßen. Die Betroffenen bewegen Zunge und Unterkiefer so, dass Luft in den oberen Bereich der Speiseröhre gelangt. Diese wird dosiert ausgestoßen. Mit Hilfe dieses Luftstroms werden Sprechlaute erzeugt. Der Eingang zur Speiseröhre übernimmt dabei die Funktion der Stimmbänder.
  2. Beim Sprechen mit einem Ventil wird operativ ein Prothesenröhrchen zwischen Luft- und Speiseröhre gelegt. Zum Sprechen dichtet man nach dem Einatmen die Luftröhrenöffnung mit dem Finger ab. So fließt die Luft beim Ausatmen nicht durch die Luftröhrenöffnung nach außen, sondern dringt durch die Prothese in den Rachenraum. Damit werden Sprechlaute erzeugt.
  3. Elektronische Sprechhilfen produzieren Vibrationen. Diese werden auf den Rachen und die Mundhöhle übertragen und die Flüsterlaute dadurch verstärkt. Ein neues computerbasiertes System ersetzt den blechernen Klang durch die eigene Stimme, die zuvor aufgenommen wurde.
$imageleft2$Warum Patienten immer jünger werden

Die Krankheit wird hauptsächlich durch einen dauernden Tabak- und Alkoholkonsum ausgelöst. Früher war sie deswegen eine reine Männerkrankheit. Aber die Frauen holen auf: Jährlich erfahren etwa 2.800 Männer und 450 Frauen, dass sie Kehlkopfkrebs haben. Außerdem werden die Patienten immer jünger. Das hat damit zu tun, dass Jugendliche immer früher zu rauchen und zu trinken beginnen. Denn es gilt: Je mehr Tabak und Alkohol, desto höher ist das Krebsrisiko. Auch das Einatmen von Schadstoffen, wie Asbest, Arsen, Nickel, Chrom oder Benzpyrene, kann auf lange Sicht zu Kehlkopfkrebs führen. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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