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Tipp des Tages

Kreuzbandriss: Nicht nur Fußballer und Skifahrer sind betroffen

Ganz typisch: Ein spannendes Ballspiel am Strand. Sie drehen sich mit dem Oberkörper zum Ball, – und bleiben mit dem Fuß in einer Sandkuhle hängen. Beim Sturz hören Sie noch ein deutliches „Klick“ oder „Plopp“. Dann tut es weh, so als ob etwas zerreist. Ans Weiterspielen ist meist nicht zu denken. Wenn Sie sich wieder erheben, stehen Sie auf ausgesprochen wackeligen Knien.

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Dies ist der Verlauf eines vorderen Kreuzbandrisses. Er entsteht am häufigsten beim Fußball, beim Skifahren und in den Kampfsportarten. Die Gefahr besteht aber im Prinzip immer, wenn der Körper energisch gedreht wird, während der Fuß fest auf dem Boden steht. Die größte Zugbelastung wird dann auf dem kleinen vorderen Kreuzband ausgeübt, welches überdehnt wird und reißt.

Weiterhin gibt es den hinteren Kreuzbandriss. Er entsteht, wenn das Knie gewaltsam überstreckt wird, oder wenn das gebeugte Knie einen schweren Schlag gegen die Vorderseite erhält. Die Hauptgründe sind äußere Gewalteinwirkung, wie etwa bei einem Autounfall. Hier ist meist nicht nur das hintere Kreuzband betroffen, sondern in der Regel das gesamte Kniegelenk.

Funktion der Kreuzbänder

Eigentlich sind die Kreuzbänder dazu da, das Kniegelenk im gebeugten Zustand zu sichern. Sie sind hintereinander am Gelenkkopf des Wadenbeines befestigt und verlaufen dann über das Knie hoch zum Oberschenkelknochen. Genau gesagt haben die beiden Kreuzbänder ihren Platz in einer Kuhle mitten zwischen den Gelenkflächen. Sie werden wie die Gelenkflächen und der Meniskus von der Kniegelenkskapsel umschlossen. Dies erklärt, warum das Kniegelenk bei einem Kreuzbandriss nach einigen Stunden stark anschwillt. Die Kreuzbänder sind nämlich gut durchblutet. Bei einem Riss fließt das Blut direkt in die Kapsel. Diese wölbt sich mit der Zeit deutlich aus.

Diagnose durch den Arzt

Wem so etwas passiert, der sollte schnellstmöglich zum Arzt gehen. Denn von alleine heilt ein Kreuzbandriss nicht. Wenn man die Operation hinauszögert, kann es zum Gelenkverschleiß kommen (siehe unten: Arthrose).

Der Arzt macht zuerst einen Schubladen-Test: Hier kann er erkennen, welche Bänder betroffen sind. Der Patient liegt für diese Untersuchung auf dem Rücken. Das betroffene Knie ist zum Rechten Winkel gebeugt, die Fußsohle steht auf der Unterlage. Der Untersucher setzt sich mit seinem Oberschenkel auf den Fuß des Patienten, um dessen Bein zu fixieren. Dann umschließt er mit beiden Händen fest den Unterschenkel des Patienten kurz unterhalb des Knies und zieht kräftig nach vorn.

Lässt sich der Unterschenkel um mehr als fünf Millimeter verschieben, ist das ein Zeichen für einen vorderen Kreuzbandriss.
Will er schauen, ob das hintere Kreuzband gerissen ist, macht legt er die Daumen auf den Schienenbeinknochen kurz unterhalb des Knies. Jetzt drückt er nach hinten. Wenn sich der Unterschenkel nach hinten bewegen lässt, ist ein Zeichen für einen hinteren Kreuzbandriss. 

Weiterhin dienen Röntgenaufnahmen dazu, zusätzliche Knochenbrüche auszuschließen. Am liebsten aber machen Ärzte eine Magnetresonanztomographie (MRT), denn hier erkennt man am genauesten die Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen. Die früher übliche Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) entfällt damit, bzw. wird nur noch gleichzeitig mit der Operation durchgeführt.

Therapie

Operiert wird etwa zwei bis vier Wochen nach dem Unfall, denn das Knie muss erst abschwellen. Früher nähte man das gerissene Kreuzband einfach wieder zusammen, was aber nicht sehr haltbar war. Heute wird das Band durch eine körpereigene andere Sehne ersetzt. Eine der geläufigsten Methoden ist der Ersatz durch einen Teil der Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein (Patella-Sehnen-Transplantat). Eine andere häufige Methode ist, einen Teil einer Sehne vom hinteren Oberschenkel zu verwenden (Semimembranosus-Sehnen-Transplantat).

Aber auch von anderen Sehnen können Teile entnommen werden. Die sogenannte Allograft wird nicht so häufig durchgeführt. Hier wird einer Leiche ein Kreuzband oder eine Achillissehne entnommen. Oft kommt es aber zu Abstoßungsreaktionen. Die neue Sehne wird während der Kniegelenksspiegelung an die Stelle des gerissenen Kreuzbandes gelegt und mit Schrauben oder durch Pressen an den jeweiligen Knochen befestigt. Danach dauert es drei bis vier Monate, bis das Knie wieder belastbar ist.

Warum Arthrose droht

Die Kreuzbänder sollen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen im gebeugten Zustand, z. B. beim normalen Gehen, in Form halten. Ist das nicht der Fall, haben die Knochen des Kniegelenks einen zu großen Spielraum beim Abrollen. Normal ist dann, dass die Gelenkflächen des Schienenbeins regelmäßig ein bisschen zu weit vorne auf den Gelenkflächen des Oberschenkelknochens aufkommen und dann erst nach hinten rutschen und einrasten. Diese zusätzliche Belastung aber strapaziert die knorpeligen Gelenkflächen, sodass bald Verschleiß droht. Auch werden die seitlichen Kniegelenksbänder überlastet, da der innere Miniskus am inneren seitlichen Band angewachsen ist, wird auch der überstrapaziert.

Nach der Operation eines Kreuzbandrisses ist es wichtig, die Beinmuskulatur aufzutrainieren, um einem verfrühten Gelenkverschleiß vorzubeugen. Dies gilt noch stärker, wenn auf den Eingriff verzichtet wurde. Für Menschen, die sportlich wenig aktiv sind, kann dies sinnvoll sein. Dann aber braucht das Knie eine starke Muskulatur, anstelle der Kreuzbänder das Gelenk stützt und die Bewegung führt. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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