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Tipp des Tages

Typhus: Meist ist schlechte Hygiene schuld

Typhus ist eine in Deutschland fast vergessene Erkrankung, weil sie hier fast nicht mehr vorkommt. Trotzdem sollte gerade bei schweren Durchfallerkrankungen daran gedacht werden, dass es sich durchaus auch mal um Typhus handeln kann. Sehr verbreitet ist die Krankheit in warmen Ländern mit schlechter Hygiene. Wenn ein Heimkehrender dann wegen seiner Beschwerden hier bei uns zum Arzt geht, kann es passieren, dass dieser an alle möglichen heimischen Durchfallerreger denkt und nicht  aber an den Typhuserreger und in der Folge auch nicht an die richtigen Maßnahmen. Dabei unterscheiden sich der Krankheitsverlauf und die Therapie von Typhus in vielerlei Hinsicht von einem normalen Durchfall, wie er hierzulande auch im Sommer vorkommt.

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Das sind die Erreger

Der Typhus-Erreger sind Bakterien mit den Namen Salmonella typhi und Salmonella paratyphi A, B und C. Trotz des ähnlichen Namens verhalten sich die Typhus-Salmonellen anders als die Salmonellen, die sich bei uns an warmen Tagen in Eis, Mayonnaise und Ei vermehren (= Lebensmittel-Salmonellen). Ein Hauptunterschied ist, dass sich die Typhus-Salmonellen nur im Menschen vermehren. Die Lebensmittel-Salmonellen hingegen brauchen ein Tierprodukt (klassischerweise das Hühnerei) als Zwischenwirt, in dem sie sich vermehren können.

Typhus kommt nur durch eine Infektion mit den gefährlicheren Typhus-Salmonellen zustande und nicht mit den harmloseren Lebensmittel-Salmonellen.
Alle Formen der Typhus-Salmonellen haben eine besondere Eigenschaft: Sie sind (Gewebe-) durchdringend (invasiv). Beim Durchdringen der Körperstrukturen hinterlassen sie Wunden und eine Blutvergiftung.

So verbreiten sich die Erreger

Die Infektion mit den Typhus-Salmonellen erfolgt „von fäkal zu oral“: Ein Mensch, der an Typhus erkrankt ist, scheidet die Erreger mit dem Stuhl aus. Das bedeutet das Wort „fäkal“. Unter schlechten hygienischen Verhältnissen kann das Abwasser wieder mit dem Trinkwasser in Verbindung kommen, – zum Beispiel dann, wenn es ungeklärt einfach in einen Fluss oder See eingeleitet wird. Wird hieraus Wasser zur Essenszubereitung oder zum Trinken entnommen, gelangen Erreger zum nächsten Menschen. Sie werden über den Mund aufgenommen, das bedeutet das Wort „oral“. Die Passage durch den Magen überstehen sie. Im Dünndarm finden sie bestimmte Zellen, genannt Peyer-Plaques und Solitärfollikel, in die sie eindringen können. Beide gehören zum Lymphgewebe und damit zu den Abwehrzellen des Körpers.

Die verschiedenen Phasen der Erkrankung

Erste Phase: Die Vermehrung der Typhuserreger im Abwehrsystem des Körpers, vor allem in den Fresszellen (Makrophagen). Diese Phase dauert 10 bis 14 Tage und verläuft ohne äußere Anzeichen. Von daher kann es gut sein, dass man sich im Urlaub mit Typhus ansteckt, scheinbar gesund nachhause kommt und erst dann den Krankheitsausbruch erlebt. In dieser langen Vorlaufzeit haben die Erreger Gelegenheit, sich zu vermehren. Wenn sie eine gewisse kritische Menge erreicht haben, beginnt Phase zwei.

Phase zwei: Jetzt verteilen sich die Bakterien über den Blutweg im ganzen Körper. Es bildet sich ein Fieber, das permanent weiter ansteigt. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Verstopfung. Bei der Untersuchung sieht der Arzt meistens die typische Typhuszunge: Zungenspitze und Ränder sind rot, der Rest der Zunge ist grau-weiß belegt. Der Puls geht langsam. Leber und Milz sind entzündet und vergrößert (Typhusknötchen).

Phase drei: Nach drei Wochen entzünden sich weitere Organe. Dadurch kommt es auch zu einer Verschorfung (Nekrose), das abgestorbene Gewebe wird abgestoßen, es entstehen überall Blutgeschwüre. Die Funktionstüchtigkeit der Organe leidet. Jetzt stellt sich auch der Durchfall ein: Er sieht erbsbreiartig aus, also nicht so wässrig wie beim normalen Durchfall bedingt durch eine Lebensmittelvergiftung. Zudem kann man nicht mehr klar denken und sehen. So hat sich auch der Name gebildet: Das Wort Typhus kommt aus dem griechischen und bedeutet dort „Nebel“, eine Beschreibung für die sich einstellende Bewusstseinstrübung.

Therapie

Die Behandlung des Typhus erfolgt normalerweise im Krankenhaus, wo durch intensive Betreuung auch das Herz-Kreislauf-System stabilisiert wird. Als Hauptmedikament wird ein Antibiotikum gegeben. Bei einem schweren Verlauf kommt eventuell noch Cortison hinzu, um die Organentzündungen zu mildern. Unbehandelt führt Typhus bei jedem fünften Erkrankten zum Tod. Der Verlauf und die Heilungschancen sind aber abhängig vom generellen Gesundheitszustand. Paratyphus verläuft übrigens ähnlich, nur sind alle Symptome schwächer ausgeprägt. Nach einer Typhusinfektion sind die Betroffenen etwa ein Jahr immun gegen eine neue Ansteckung.

So können Sie vorbeugen

Wenn Sie in ferne Länder reisen, vor allem in Länder Asiens, Lateinamerikas, des vorderen Orients, und gebietsweise auch in Afrika, sollten Sie sich freiwillig impfen lassen. Eine solche Impfung ist aber nicht verpflichtend, um eine Einreisegenehmigung zu erhalten. Es gibt einmal einen Impfstoff zum Schlucken, der ein Jahr lang wirkt. Und es gibt eine Impfspritze, die bis zu drei Jahre wirkt. Zudem gilt auf Reisen in diese Länder: Nur abgekochtes Wasser trinken, Salate und ungeschältes Obst meiden.

Hierzulande ist eine Vorbeugung nicht notwendig. Um aber die Verbreitung zu kontrollieren, muss der Arzt die Krankheit melden, und zwar bei Krankheitsverdacht, der Erkrankung selbst, dem Tod durch Typhus sowie „gesunde Dauerausscheider“. Bei diesen Menschen befinden sich die Erreger permanent im Körper, aber das Immunsystem hält ihre Menge in Schach. Ihnen sieht man die Erkrankung nicht an, dennoch sind sie ansteckend. Deshalb unterliegen sie der regelmäßigen Überwachung durch die Gesundheitsbehörden und dürfen nicht in der Lebensmittelindustrie arbeiten. Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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