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Tipp des Tages

Offenes Bein: Wenn Wunden nicht mehr heilen wollen

Normalerweise heilt eine kleine Wunde innerhalb von wenigen Tagen und eine große nach ein paar Wochen. Doch es gibt Ausnahmen: Etwa ein Prozent der Menschen, also einer von hundert, haben Wunden, die nicht abheilen, sondern sogar immer größer werden. Dies bezeichnet man als offenes Bein oder Geschwür (medizinisch: Ulcus). Weil das Geschwür meist am Unterschenkel (lateinisch: Crus) vorkommt, heißt die Krankheit auch Ulcus cruris.

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Ursache

Ursache eines offenen Beines ist die mangelnde Mikrozirkulation des Gewebes. Zirkulation ist hierbei ein anderes Wort für Blutkreislauf, zusammen mit der Vorsilbe „mikro“ für klein bezeichnet es die feinsten Blutgefäße. Diese sorgen dafür, dass jede einzelne Körperzelle mit dem Lebenselixier Blut versorgt wird. Die Hautursache für die gestörte Mikrozirkulation ist eine chronische Venenschwäche. Dadurch verlieren die Venenwände an Elastizität und Spannungskraft. Salopp gesagt: Sie leiern aus. In den Venen aber muss das Blut von den Füßen und Händen gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert werden. Bei schlaffen Venenwänden versackt das Blut in den unteren Körperbereichen. Durch den Blutstau kommt es zu einer Drucksteigerung in den Venen. Flüssigkeit wird aus Blutgefäßen ins Gewebe herausgedrückt und es entsteht eine Beinschwellung (Ödem). Diese drückt die kleinen Blutgefäße ab und verhindert die Mikrozirkulation. Es kommt zu einer Mangelernährung der Haut, welche deshalb immer dünner und verletzbarer wird. Überraschend schnell bildet sich dabei eine eurostück- bis handtellergroße Platte, die hart, rot und schmerzhaft wird. Oft dauert es nur wenige Wochen, bis an dieser Stelle das Bein aufreißt. Dann verhindert die schlechte Mikrozirkulation, dass genügend Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren angeschwemmt werden. Die Wunde kann also nicht heilen. Stattdessen weitet sie sich zu einem offenen, meist nässenden Geschwür aus. Dieses ist auch ungeschützt gegen Keime, die zu einer eitrigen Entzündung führen. Dann droht eine weitere Gefahr, der Wundbrand (Nekrose): Ein Verfaulen am lebenden Organismus. Wenn der Prozess einmal eingesetzt hat, gibt es keine Chance auf eine Selbstheilung. Vielmehr besteht die Gefahr der Blutvergiftung mit möglicher Todesfolge.

Behandlung

Ein Geschwür zu behandeln, ist oft schwierig. Es geht zum einen darum, die Ursachen zu erkennen und zu beseitigen (siehe Kasten), und zum anderen die Wunde zum Heilen zu bringen. Letzteres beginnt mit einer Reinigung des Geschwürs und der umliegenden Haut. Früher hat der Arzt dazu Wasserstoffperoxid verwendet, um die Keime in der Wunde abzutöten. Weil das aber auch die nachwachsenden Hautzellen angreift, wird die Wunde heute mit einfachen Kochsalzlösungen ausgespült. Studien haben bewiesen, dass bei einem großen Geschwür auch die Fliegenmadentherapie hilfreich ist. Mit sogenannten Bio-Bags werden die Tierchen auf die Wunde gelegt. Sie fressen sich durch abgestorbenes Gewebe. Die Enzyme aus ihrem Speichel wirken antibiotisch.
Bei geschwollenen Beinen sind ein Kompressionsverband oder starke Kompressionsstrümpfe unverzichtbar. Diese „drücken“ die ausgetretene Gewebsflüssigkeit zurück ins Blut- oder Lymphgefäßsystem und verbessern damit die örtliche Durchblutung.

Neue Therapiemethoden

$imageright2$Zusätzlich gibt es neue Methoden: Körpereigene Hautzellen werden auf Silikon-Membranen vermehrt. Durch die spezielle Anordnung entstehen mehrlagige Hautzellverbände, die dann auf die Wunde gelegt werden.
Gut ist auch die Hyperbare Sauerstofftherapie. Der Patient legt sich mehrmals pro Woche in eine Überdruck-Sauerstoffkammer. Die verbesserte Sauerstoffzufuhr beschleunigt die Wundheilung.
Experimentieren Sie aber nicht an der Wunde herum. Salben mit Inhaltsstoffen aus Arnika, Ringelblume, Kamille oder Teebaumöl reizen die Wunde und verzögern die Heilung.

Die Ursachen im Überblick

Die Hauptursache für die gestörte Mikrozirkulation, die zu dem typischen offenen Bein führt, ist das postthrombotische Syndrom. Das ist der Zustand nach einer Thrombose, einem Blutgerinnsel. Meist hat zu dies zu Schäden und Vernarbungen im Venensystem geführt. Davon sind auch Venenklappen betroffen, die dafür sorgen sollen, dass das Blut nicht mehr zurück in die Füße fließt, sondern zum Herzen hochtransportiert wird. So bilden sich Ödeme, mit den bekannten Folgen. Ähnliches kann bei einem Krampfaderleiden geschehen. Hier weiten sich die Venen so stark, dass die Klappen nicht mehr schließen. Das Blut versackt dann ebenfalls im Bereich Füße und Unterschenkel.
Eine große Ursache ist auch der Diabetes, mit der Folge, dass süßes verklebtes Blut durch die Adern fließt. Dies wirkt gefäßschädigend und zwar zu allererst für die kleinen Gefäße. Es kommt zu Vernarbungen, Gefäßverschlüssen und einer gestörten Durchblutung. Wenig Bewegung, langes Sitzen oder Stehen, Rauchen, hormonelle Einflüsse und möglicherweise Übergewicht wirken ebenfalls negativ auf den Blutrückfluss. Besteht zudem eine angeborene Venenwandschwäche, ist damit die Gefahr groß, dass das umliegende Gewebe nicht ausreichend versorgt wird. In Einzelfällen ist auch Krebs die Ursache.

So können Sie vorbeugen

Ein Ulkus gehört auf die Straße, sagten die Ärzte früher. Das heißt auch zur Vorbeugung: Bewegen Sie sich. Sie sollten täglich einmal außer Puste kommen. Auch tägliche Wechselduschen der Beine regen die Zirkulation an. Fragen Sie ihren Hausarzt oder einen Phlebologen, ob Sie auf Reisen vorbeugend Kompressionsstrümpfe tragen sollten. Geben Sie das Rauchen auf! Wenn Sie Diabetes haben, dann untersuchen Sie täglich Füße und Unterschenkel auf kleine Wunden.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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