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Tipp des Tages

Hexenschuss: Eine falsche Bewegung löst den schlimmen Schmerz aus

„Schmerz lass nach“, dies ist der einzige noch mögliche Gedanke, wenn der Hexenschuss kommt. Denn der zieht so plötzlich und heftig stechend in den Rücken, dass einem Hören und Sehen vergeht und man nicht nur an Hexen, sondern am liebsten gleich auch noch an Dämonen und böser Geister aller Art glaubt. Heute, wo die Wissenschaft den Volksglauben abgelöst hat, gibt es einen viel sachlicheren und bei weitem nicht so anschaulichen Begriff für dieses Leiden: Lumbago oder Lumbalgie, zu deutsch: Lendenlähmung. Gemeint sind Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der angrenzenden Körperteile.

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So entsteht der Hexenschuss

Meist entsteht ein Hexenschuss durch eine abrupte Bewegung oder eine ungünstige Körperhaltung. Typisch ist, wenn Sie vorne übergebeugt einen schweren Getränkekasten aus dem Auto heben. In der kombinierten Bewegung aus Aufrichten und Drehen entstehen ungeahnt starke Kräfte: Beim Heben von 20 Kilogramm in gebeugter Stellung wirken 340 Kilogramm auf die Lendenwirbelsäule ein. Dadurch kann es zu Einrissen in dem Faserring kommen, der zwischen den Wirbelkörpern sitzt und die Bandscheibe in Position hält (im kleinen Bild blau gezeichnet). Möglicherweise blockieren auch zwei Wirbel, die normalerweise gegeneinander beweglich sind. Oder die kleinen Gelenke zwischen den Wirbelkörpern reiben schmerzhaft aufeinander, weil sowieso schon ein Gelenkverschleiß vorhanden ist. Häufig handelt es sich beim Hexenschuss auch um eine Muskelzerrung oder starke Muskelverspannung. Dies passiert beispielsweise in der folgenden Situation: Wenn Sie nach dem Sport nachschwitzen, breitet sich am Rücken eine Verdunstungskälte aus, obwohl Sie noch nicht frieren. Dies führt zu einer unwillkürlichen Anspannung der tiefen Rückenmuskulatur (autochthone oder bodenständige Muskulatur). Hier befinden sich zahlreiche Nerven- und Nervenfasern, die aus dem Rückenmark austreten. Ist die tiefe Rückenmuskulatur verkrampft, werden die Nervenfasern „gequetscht“, ein Hexenschuss entsteht. Und schlussendlich ist auch die Vorwölbung oder der Vorfall einer Bandscheibe eine mögliche Ursache der Schmerzen. Aber obwohl heutzutage bei einem Hexenschuss jeder zuerst an einen Bandscheibenvorfall denkt, ist dieser nur in 10 Prozent Ursache der Rückenschmerzen, und davon müssen übrigens auch nur 10 Prozent operiert werden.

Diagnose durch den Arzt

$imageright2$Sie sehen also, Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Meist ist es eine ungünstige Kombination verschiedener Einflüsse. Den Arzt interessiert vor allem, ob ein Bandscheibenvorfall dahinter steht. Mit einigen Untersuchungen wird er deshalb das Gefühlsempfinden, die Bewegungsfähigkeit und die Reflexe überprüfen. Auch muss er den Hexenschuss von anderen Krankheiten abgrenzen, wie Verengungen im Wirbelkanal (Stenose), Krebsgeschwulste oder das Eindringen von Erregern in die Nervenbahnen, z. B. durch Zeckenbakterien (Borrelien). Bei älteren Menschen steckt oft noch eine weitere und auch häufige Krankheit hinter starken Rückenschmerzen, nämlich die Osteoporose, bei der die Knochen spröde werden. Hier helfen Blutuntersuchungen und vor allem auch bildgebende Verfahren (CT, MRT). Die Therapie hängt natürlich von der Ursache ab. Eine Wirbelgelenkblockade kann eingerenkt (deblockiert) werden. Ein Schmerzmittel sorgt dafür, dass die Muskeln entkrampfen. Bei besonders starkem Schmerz hilft auch eine Spritze mit einer örtlichen Betäubung direkt an der Wirbelsäule. Ein starker oder sich wiederholender Bandscheibenvorfall wird gegebenenfalls operiert.

So reagieren Sie richtig

Sie müssen nicht mit jedem Hexenschuss direkt zum Arzt. Nehmen Sie ein Schmerzmittel (Wirkstoffe: Diclofenac oder Ibuprofen) und legen Sie sich mit einer Wärmflasche oder einem Heizkissen ins Bett. Wärme tut gut und sorgt für eine Entspannung der Rückenmuskulatur. Wenn Ihr Partner oder eine andere nette Person bei Ihnen ist, können Sie sie vor der Wärmebehandlung auch um eine Eiswürfeltherapie bitten: Die schmerzende Stelle wird vorsichtig mit Eiswürfeln massiert, 5 Minuten Pause gemacht und die Massage wiederholt. Anschließend ist die Wärmebehandlung umso schöner. In leichten Fällen genügt auch ein heißes Bad, um eine Muskelverspannung zu lösen.
Nach Abklingen der akuten Beschwerden sollten Sie sich dazu überwinden, das Bett wieder zu verlassen. Bewegung und Übungen für die Rückenmuskulatur sind das Beste, was Sie nun machen können. Sinnvoll ist es auch, wenn Sie sich in einem Fittnessstudio oder einem Sportkurs anmelden, wo Sie gezielt die Rückenmuskulatur stärken können.
Wenn allerdings nach 24 Stunden keine Besserung eintritt, dann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn die Schmerzen sich verstärken, wenn Probleme beim Wasserlassen entstehen oder Sie den Fuß nicht mehr anheben können. Dies sind Alarmzeichen für einen Bandscheibenvorfall.

Der Unterschied zu Ischias

Nicht selten strahlen die Schmerzen über Rücken und Po bis ins Bein aus. Dann spricht der Arzt nicht mehr von einer „Lumbalgie“, sondern von einer „Ischialgie“. Denn jetzt weiß er, dass der Ischiasnerv betroffen ist, der in der Lendenwirbelsäule entspringt und die Muskeln in Po und Bein versorgt.
„Ischias“ und „Hexenschuss“ sind nicht das gleiche, aber ähnlich. Hexenschuss ist ein allgemeiner Begriff für alle Arten von unterem Rückenschmerz. Ischialgie bezeichnet konkret die Schmerzen im Abgang und Verlauf des Ischiasnerves.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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