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Tipp des Tages

Verklebte Eileiter: Wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt

In Deutschland sind 15 bis 20 Prozent der Paare ungewollt kinderlos. Zu 30 Prozent liegen die Ursachen bei der Frau, zu 30 Prozent beim Mann, zu 30 Prozent bei beiden und die restlichen 10 Prozent bleiben ungeklärt. Von den Ursachen, die die Frau betreffen, werden wiederum 30 bis 40 Prozent durch Veränderungen der Eileiter verursacht. Und dies sind meist entweder eine Eileiterverklebung oder eine Gewebewucherung (medizinisch Endometriose).

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Hier spielt sich die Entzündung ab

Heute geht es um die Eileiterverklebung. Diese geht fast immer auf eine Entzündung zurück. Dabei verklebt entweder das obere offene Ende des Eileiters (medizinisch: Fimbrien-Ende), das auf Zeichnungen als fransenartiges Gebilde dargestellt wird. Die Fimbrien haben die Aufgabe, das unbefruchtete Ei nach dem Eisprung aus dem Eierstock (in Zeichnungen als gelbes Oval dargestellt) einzusammeln. Bei einer Entzündung können sie verkleben. Das Ei hat somit Schwierigkeiten, in die Eileiter zu gelangen.

Eine andere häufige Entzündungsstelle ist der Eileiter selbst. Hier wird bei einer Entzündung das zarte Flimmerepithel des Eileiters geschädigt. Ein Flimmerepithel ist eine feuchte Schleimhaut mit beweglichen Härchen darauf. Weil sich die Härchen wellenartig im Schleim bewegen, können sie das Ei wie auf einem Förderband in Richtung Gebärmutter transportieren. Wenn sich nach einer Entzündung eine Vernarbung bildet, wird der Durchgang verstopft. Manchmal verkapselt sich die Entzündung und bildet eine eitergefüllte Höhle (Abszess). Diese Höhle führt auch zu einem Zuschwellen der Eileiter und zerstört meist deren Funktion.

Gründe für die Krankheit

Die häufigsten Gründe für eine Eileiterentzündung sind Darmbakterien wie Enterokokken und E. coli. In 40 Prozent aller Fälle sind auch Chlamydien mitbeteiligt. Aber im Grunde ist jeder eindringende Keim entzündlich, wenn er es geschafft hat, durch das saure Milieu der Scheide nach oben zu wandern. Denn oberhalb des inneren Muttermundes beginnt die „keimfreie Zone“. Ab hier können Erreger ungehindert in Gebärmutter und Eileiter, bis hinauf in den Eierstock und in die freie Bauchhöhle wandern. Oft bemerkt eine Frau die Infektion erst, wenn diese in den Eileitern angekommen ist, weil sich in der Gebärmutterschleimhaut keine Nerven befinden. Der einzige Hinweis ist oft eine Schmierblutung.

Später dann zeigt sich die Entzündung durch Schmerzen im Unterleib, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Sie sollten in diesem Fall schnell zum Arzt gehen. Dies gilt vor allem, wenn Sie eine Spirale tragen, denn der Faden der Spirale überbrückt den inneren Muttermund. Er bildet dann bildlich gesehen eine Strickleiter zum Emporhangeln für die Bakterien. Generell ist aber die Gefahr einer Eileiterentzündung immer dann besonders groß, wenn der innere Muttermund geöffnet ist. Dies ist bei der Periode der Fall, ebenso nach einer Ausschabung oder Entbindung. Wichtig ist, dass Sie bei den beschriebenen ungewohnten Schmerzen nicht etwa das Wochenende abwarten, weil Sie Ihren Arzt nicht erreichen. Suchen Sie in dem Fall einen ärztlichen Bereitschaftsdienst auf. Ansonsten richtet nämlich die Entzündung meist schon Schäden am Eileiter an.

Diagnose und Therapie

$imageright2$Der Arzt bzw. die Ärztin wird bei der Untersuchung zuerst mit einem Ultraschallgerät verdickte Eileiter vorfinden, die außerdem druckempfindlich sind. Wird zur Sicherheit auch noch eine Bauchspiegelung durchgeführt, zeigen sich die Eileiter auch gerötet.

Eine Entzündung bekommt der Arzt meist schnell mit einem Antibiotikum in den Griff. Sind die Eileiter bereits verklebt oder verwachsen, müssen diese nur behandelt werden, wenn sie die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind. Mit feinen Instrumenten und einem Operationsmikroskop o. ä. versuchen die Ärzte mikrochirurgisch den Eileiter an der betroffenen Stelle zu öffnen. Hier entfernen sie die inneren Verwachsungen und legen den Durchgang frei. Dann stülpen sie die Schleimhaut aus und fixieren sie, damit die vernarbte Stelle bedeckt wird. Die Erfolgschancen sind hoch.

So funktioniert eine Bauchspiegelung

Mit einer Bauchspiegelung besteht die Möglichkeit, die inneren Bauchorgane zu betrachten. Die Patientin wird dazu in Narkose versetzt. Die Ärztin / der Arzt beginnt mit einem Schnitt innerhalb des Nabels, durch den über eine kleine Nadel das Gas CO2 in den Bauchraum gefüllt wird. Dadurch hebt sich die Bauchdecke. Dann führt der Arzt durch den Nabelschnitt das Endoskop ein, welches Bilder vom Körperinnern aufnimmt und nach außen auf eine Fernsehkamera überträgt.

Bei einer Eileiterverklebung spritzt der Arzt nun ein Kontrastmittel (Blauprobe) durch die Scheide hindurch in die Eileiter. Jetzt kann er durch das Endoskop sehen, wieweit sich das blaue Kontrastmittel nach oben verteilt, bzw. wo es nicht mehr hindurch kommt. Wenn die Patientin es vorher mit dem Arzt besprochen hat, kann sie nun in gleicher Sitzung operiert werden. Dabei werden rechts und links neben dem Nabelschnitt noch zwei weitere Schnitte gemacht, durch welche die Operationsinstrumente eingeführt werden.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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