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Tipp des Tages

Diphtherie: Vor allem im Ausland mehr Menschen betroffen

„Die-was?“, so fragen mich vor allem jüngere Mütter, wenn ich ihnen erkläre, dass sie ihr Kind gegen Diphtherie impfen lassen sollen. Dabei war dies noch im letzten Jahrhundert eine der gefürchtesten Infektionskrankheiten, der vor allem Kinder zum Opfer fielen. „Würgeengel der Kinder“, oder auch „Cäsarenhals“, so die Beinamen dieser Erkrankung. Denn die Ansteckung führt zu einer schweren Rachenentzündung, die den Hals anschwellen lässt. Die Betroffenen sterben, weil sie keine Luft mehr bekommen. Und trotzdem kann sich in Deutschland heute kaum ein Mensch an die Krankheit erinnern. Der Grund liegt darin, dass im Jahr 1934 die Diphtherie-Impfung eingeführt wurde. Seitdem ging die Anzahl der Kranken stark zurück. Allerdings gelang es den Medizinern noch nicht, die Diphtherie auszurotten, obwohl sich die Erreger nur im Menschen vermehren. Sobald sich weniger Menschen impfen lassen, steigen die Erkrankungszahlen wieder an. Der letzte traurige Höhepunkt war in Russland im Jahr 1995, als sich 50.000 Menschen neu infiziert haben (siehe auch: Impfen).

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Ursache und Symptome

Die Krankheitserreger sind Bakterien (Corynebacterium diphtheriae). Sie verbreiten sich mit dem „Tröpfchenexpress“. Das heißt, sie werden durch Husten oder Niesen nach außen geschleudert und vom nächsten Menschen eingeatmet. Hier hängen sie sich an der Rachenschleimhaut fest. Von hier aus dringen sie nicht weiter in den Körper ein, doch ihre Gifte schädigen erst einmal die Schleimhaut. Nach und nach wird der ganze Rachen mit nicht abkratzbaren grau-weißen Ablagerungen überzogen. Auch der Kehlkopf ist davon betroffen. Dadurch wird der bellende Husten ausgelöst. Die Gifte der Bakterien wirken auch auf Herz, Leber, Nieren, Nebennieren und Nerven. So kann es zu tödlichen Herz- und Nierenversagen kommen, oder auch tödlichen Lähmungen des Gaumensegels und der Schlundmuskulatur.

Krankheitsverlauf

Die Diphtherie bricht zwei bis vier Tage nach der Ansteckung aus. Zuerst meldet sich eine raue Stimme, gefolgt von Heiserkeit, Schluckbeschwerden und einem bellenden Husten. Spätestens wenn sich jetzt Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden einstellen, sollte man an eine gefährliche Krankheit denken und den Arzt rufen. Der erkennt bei der Untersuchung die Rachenbelege, die beim Ablösen bluten. Auffällig ist auch ein süßer Atemgeruch. Durch die Schwellung der Lymphknoten kommt es zu dem dicken „Cäsarenhals“.

Behandlung

Wenn der Arzt diese Anzeichen sieht, wartet er nicht lange ab, sondern weist den Patienten auf die Isolierstation des Krankenhauses ein. Dort wird dem Patienten ein spezielles Antigift (Diphtherie-Antitoxin) verabreicht. Dies hat der berühmte deutsche Bakteriologe Emil von Behring vor über 100 Jahren entwickelt. Damit die Erreger im Rachen keine weiteren Gifte mehr produzieren können, erhält der Patient auch ein Antibiotikum. Wenn die Atemwege stark zugeschwollen sind, bekommt er einen Luftröhrenschnitt. Mit diesen Maßnahmen stehen die Chancen auf Heilung gut. Schlimm ist es, wenn der Arzt zu spät ans Krankenbett gerufen wurde und die inneren Organe schon in Mitleidenschaft gezogen wurden. 
Weil eine schnelle Behandlung lebensrettend ist, muss die Diphtherie schon beim Verdacht, sowie beim Erregernachweis, der Erkrankung und dem Tod nach dem Infektionsschutzgesetz vom 1. Januar 2001 in Deutschland gemeldet werden. Damit werden andere Ärzte rechtzeitig gewarnt und denken bei den zuerst harmlosen anfänglichen Anzeichen schneller an die gefährliche Krankheit.

Wer sich impfen lassen sollte

$imageright2$Das Problem bei der Diphtherie: Auch geimpfte Menschen können die Keime verbreiten. Diese Gefahr besteht vor allem bei Reisenden in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, sowie in die gemäßigten Zonen Afrikas und Asiens. Zwar sind die geimpften Reisenden immun, wenn sie die Keime nachhause bringen, wirken sie auf ungeimpfte Menschen ansteckend. Deshalb ist es wichtig, dass bei jedem Kind die Grundimmunisierung durchgeführt wird. In den ersten 12 Monaten erfolgen drei Impfungen, meist in Kombination mit anderen Imfpungen. Vor der Einschulung erfolgt die erste Auffrischimpfung, die dann alle zehn Jahre wiederholt werden muss. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie geimpft wurden und Ihren Impfpass verlegt haben, ist es besser, dass Sie sich einmal zuviel als einmal zuwenig impfen lassen. Dies gilt besonders für die folgenden Risikogruppen:
Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, die engen Kontakt zu Erkrankten haben können,
Personal, die im Labor Diphtherieerreger nachweisen müssen,
Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber aus Gebieten mit Diphtherie-Risiko, sowie das Personal der entsprechenden Unterkünfte,
Bedienstete des Bundesgrenzschutzes und der Zollverwaltung,
Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko, auch bei Last-Minute-Reisen dran denken!

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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