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Tipp des Tages

Ödeme: Wenn sich Wasser im Gewebe ansammelt

Am Ende eines langen Tages merken viele Menschen, dass ihre Füße angeschwollen sind. Dies sind Wasseransammlungen. Vor allem beim Stehen drückt sich wässrige Flüssigkeit aus dem Blut in die Gewebespalten der Haut. Das typische daran: Nach dem Draufdrücken bleibt eine Delle zurück. Wenn man sich dann endlich ausruhen und die Füße hochlegen kann, gehen die Schwellungen im Normalfall von alleine zurück. Bei manchen Menschen aber nehmen sie krankhafte Ausmaße an und verschwinden auch nicht mehr so einfach. Weil eine Schwellung im Griechischen als „Oidema" bezeichnet wird, heißen diese Erscheinungen in der Medizin Ödeme. Die Kunst des Arztes besteht nun darin herauszufinden, worin die Ursache des Ödems besteht. Denn es gibt viele Krankheiten, die dazu führen können.

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Ursache Herzmuskelschwäche

Hier kann das Herz das Blut nicht mehr im vollen Umfang rechtzeitig weitertransportieren. Das Blut staut sich daher zurück. Dadurch steigt der Blutdruck in den Blutgefäßen und drückt klare Flüssigkeit nach außen. Dies ist der häufigste Grund für krankhafte Ödeme. Bei einer Linksherzschwäche kann es zu einem Lungenödem kommen. Eine Rechtsherzschwäche zeigt sich durch Ödeme an den Fußrücken und vor dem Schienenbein. Der Effekt wird verstärkt, wenn der Betroffene zusätzlich eine angeborene Venenschwäche hat oder unter defekten Venenklappen leidet.

Ursache Nieren- und Lebererkrankungen

Bei einer Nierenentzündung oder bei diabetischen Nierenerkrankungen scheiden die Nieren zu viele Eiweiße in den Urin aus. Eigentlich sollten sie die Eiweiße zurückhalten, weil der Körper sie u. a. dazu braucht, Flüssigkeit in den Blutgefäßen zu binden. Wenn im Blut nun zu wenig Eiweiß vorhanden ist, wird mehr Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst. Die Ödeme befinden sich besonders im Gesichtsbereich (geschwollene Augenlider) und im Bauchraum. Sie entstehen auch bei bestimmten Diäten oder Unterernährung, wenn zu wenig Eiweiß gegessen wird.
Bei einer Leberzirrhose hingegen kann die kranke Leber nicht mehr genügend Eiweiße bilden. Außerdem kann das Blut nicht schnell genug aus der Leber abfließen und staut sich in den Baucharterien. So können sich Wasseransammlungen im Bauchraum bilden.

Ursache Allergien im Gefäßsystem

Diese können die Durchlässigkeit von Gefäßwänden erhöhen, sodass Flüssigkeit in das Gewebe austritt. Diese Gefahr besteht vor allem bei allergischen Reaktionen auf einige Medikamentenwirkstoffe wie Azeylsalizylsäure, ACE-Hemmer oder Penizillin. Auch andere Medikamente können Ödeme hervorrufen. Bei Kalziumantagonisten gegen Bluthochdruck, nichtsteroidale Antirheumatika und Kortison gegen Entzündungen, sowie Antidepressiva bewirken teilweise, dass mehr Wasser im Körper zurückgehalten wird.

Ursache Schwangerschaft

In dieser Zeit sind geschwollene Füße normal, besonders im Sommer. Ab der 20. Schwangerschaftswoche können sie aber auch Symptome einer Prä-Eklampsie sein, auch EPH-Gestose genannt. Diese Krankheit ist verbunden mit Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin. Es droht Lebensgefahr für die Mutter.

Ursache Lymphödeme

Bei Erkrankungen der Lymphgefäße ist der Lymphabfluss gestört. So können Ödeme, vor allem an Füßen und Händen, ein Hinweis auf eine Erkrankung der Lymphgefäße sein. Dabei kann es sich um Gewebewucherungen oder eine Krebsgeschwulst handeln, aber auch um Infektionen wie Borreliose oder Wundrose, sowie Parasitenbefall. Lymphödeme sind im Gegensatz zu Wasserödemen nur zum Teil eindrückbar.
Wichtig: Ödeme können nur abheilen, wenn die zugrunde liegende Erkrankung therapiert wird. Zusätzlich wird Ihnen der Arzt wahrscheinlich ein Entwässerungsmittel (Diuretikum) verschreiben und Sie bitten, weniger zu trinken.

Was Sie selbst tun können

$imageright2$Lagern Sie bei Ödemen in den Beinen so oft wie möglich die Beine hoch. Dies hilft, den Abtransport von Wasser zu beschleunigen. Vor allem bei Rechtsherzschwäche, Venenschwäche und in der Schwangerschaft ist diese Maßnahme hilfreich. Für die Nacht gibt es spezielle Venenkissen. Fragen Sie aber zuvor Ihren Arzt, damit das Herz nicht überlastet wird.
Bei schweren Ödemen sollten Sie Tag und Nacht Kompressionsstrümpfe tragen. Lassen Sie diese maßanfertigen, denn sie müssen eng, aber nicht zu eng sitzen.
Gehen Sie schwimmen (hier können Sie die Strümpfe natürlich abnehmen), vor allem auch in der Schwangerschaft. Dabei sinkt der Blutdruck und die Haut wird wie bei einer Lymphdrainage massiert.
Essen Sie salzarm. Zuviel Salz beeinflusst den Mineralhaushalt, dies hat Einfluss auf die Bildung von Ödemen. Gegen Ödeme helfen Salatgurken, gekochte Kartoffeln, viel Obst und gekeimtes Getreide.
Bleiben Sie in Bewegung. Dies aktiviert die Wadenpumpe, wodurch das Blut auch entgegen der Schwerkraft zurück ins Herz transportiert wird.
Bei allergischen Reaktionen sind kühlende, feuchte Umschläge empfehlenswert. Sie können zuvor eine Arnikasalbe auftragen. Wechseln Sie die Umschläge, wenn sie warm geworden sind. Bei Lymph- und Wasserödemen hilft die manuelle Lymphdrainagetherapie bei einem Physiotherapeuten. Leichte Ausstreichungen am Bein können Sie auch selbst machen, oder Ihren Partner bitten. Wichtig ist, dass Sie von unten nach oben streichen, nie anders herum, und dass Sie dies wie mit Engelsflügeln tun. Damit werden die Lymphknoten zu mehr Arbeit angeregt, womit die Flüssigkeit zurück in die Lymphbahn transportiert wird.
Hilfreich können auch milde Entwässerungsmittel sein, wie Brennnessel, Birkenblätter, Schachtelhalmkraut und Wacholderbeeren. Besprechen Sie dies zuvor mit Ihrem Arzt. Tabletten und Kapseln mit Rosskastanienextrakt oder Weinlaub helfen, die Venen von innen abzudichten.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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