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Tipp des Tages

Heuschnupfen: Die Leidenszeit wird länger

Für manche Menschen ist der Frühling einfach furchtbar. Anstatt endlich die Sonne zu genießen und sich draußen an der erblühenden Natur zu erfreuen, bleiben sie so oft wie möglich zuhause, schließen die Fenster - und haben Tränen in den Augen. Niesattacken kommen hinzu, die Nasenschleimhaut ist zugeschwollen, die Nase läuft ständig. Das Atmen fällt schwer, die Haut juckt und die Betroffenen sind so müde, dass sie eigentlich ununterbrochen schlafen möchten. Kein Wunder, denn wer Heuschnupfen hat (medizinisch: allergische Rhinitis), bei dem läuft das Abwehrsystem die ganze Zeit auf Hochtouren. Wie Don Quijote, der Held aus dem berühmten Roman von Miguel de Cervantes, verausgabt es sich damit, gegen eingebildete Gegner zu kämpfen. Während aber Don Quijote gegen riesige Windmühlenräder in die Schlacht zog, sind es beim Heuschnupfen winzigkleine ungefährliche Blütenpollen. Zuerst bildet das Immunsystem bestimmte Antikörper. Diese bringen so genannte Mastzellen in den Schleimhäuten der Atemwege und in den Augen dazu, die Entzündungsstoffe Histamin und Leukotrien auszuschütten. Die Schleimhäute entzünden sich und schwellen an. Schon haben wir einen Niesanfall, gerötete Augen o. ä. Bei einem erneuten Kontakt mit dem gleichen Pollen ist der Körper vorgewarnt und reagiert innerhalb von Sekundenbruchteilen.

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Ursache: Pollenflug

Inzwischen ist in Deutschland jeder Dritte von Allergien betroffen - der Großteil davon hat Heuschnupfen. Schon seit Februar müssen Heuschnupfler unter den Pollen von Hasel, Erle oder Birke leiden. Von Mai bis August beginnen die Gräser zu blühen und ihre Pollen zu verbreiten. Zwischen Juli und Oktober tun dies die Kräuter. Zu allem Übel lässt die Klimaerwärmung die Pollen immer früher, länger und zahlreicher fliegen. Mitunter schwirren schon im Januar Pollen von Frühblühern wie Haselnuss und Erle aus. Zudem es gibt einige Substanzen, wie die Pollen der eingewanderten Ambrosia, die im Herbst bis zum ersten Frost blühen und außerdem ein besonders hohes Allergierisiko in sich tragen. Deshalb gibt es nur noch im November und Dezember einige wenige pollenfreie Wochen, in denen Pollenallergiker einmal zur Ruhe kommen können. Leider kann sich der Heuschnupfen auch verschlimmern und dann zu einem Asthmaanfall führen. Das nennt man Etagenwechsel.

Richtig handeln

Eine Allergie sollten wir also nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern behandeln. Dies geht am besten, indem Sie beim Arzt zuerst einen sogenannten Pricktest machen lassen, mit dem genau festgestellt wird, gegen welche Substanzen Sie allergisch reagieren. Und dann heißt die wichtigste Regel, das Allergen zu meiden. Als Birkenpollenallergiker dürfen Sie dann im Frühling nicht im Birkenwald spazieren gehen.

Zur Therapie eines Heuschnupfens hat sich in den letzten Jahren viel getan:

  1. Antihistaminika als Spray, Tropfen oder Tabletten wirken gegen den Entzündungsbotenstoff Histamin. Die neueren Generationen dieser Medikamente, die H2-Antagonisten, machen nicht mehr müde.
  2. Eine neue Wirkstoffgruppe sind die Leukotrien-Antagonisten. Leukotriene sind entzündungsfördernde Gewebshormone, stärker als Histamin. Der neue Wirkstoff blockiert die Gewebshormone. Er wird aber leider meist nur bei gleichzeitigem Asthma verschrieben.
  3. Mastzellstabilisatoren verhindern, dass beim Auslösen der Allergie Histamin freigesetzt wird.
  4. Man kann die Allergievermittler auch mit Kortison zum Inhalieren hemmen, oder mit Glukokortikoiden als Nasentropfen. Hier sollten Arzt und Betroffener gut zusammenarbeiten, um die Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen.
  5. Abschwellende Nasentropfen erleichtern das Atmen.

Hyposensibilisierung

$imageright2$Zur Vorbeugung gibt es die Hyposensibilisierung, zu deutsch: die Unempfindlichmachung. Sie wird auch als spezifische Immuntherapie oder Allergenimmuntherapie bezeichnet und stellt den Eckpfeiler der Allergiebehandlung dar. Als einzige aller Behandlungsmöglichkeiten verhindert sie das Auftreten der Allergie oder kann diese sogar heilen. Ihre Wirkung besteht darin, die Empfindlichkeit des Körpers gegen das Allergen herabzusetzen: Indem sie die Immunantwort gegenüber dem Allergen zunehmend abschwächt, verhindert die Hyposensibilisierung das Auftreten einer allergischen Reaktion. Früher mussten Sie dazu wöchentlich bis monatlich zum Arzt gehen, damit der Ihnen eine Spritze mit dem allergieauslösenden Allergen setzt. Mittlerweile können Sie die Therapie auch zuhause durchführen: Dort träufeln Sie sich spezielle Tropfen nüchtern unter die Zunge. Dort belassen Sie die Lösung für zwei Minuten und schlucken sie danach herunter. Dies ist die Sublingualtherapie, sie wird auch von den Kassen bezahlt. Diese Therapie sollten Sie drei bis fünf Jahre lang regelmäßig am besten in den Herbst- und Wintermonaten durchführen. Danach haben Sie gute Chancen, dass die Allergie für ein Jahrzehnt oder sogar dauerhaft verschwunden ist.
Jetzt im Frühling können Sie zur täglichen Vorbeugung Antihistaminika einnehmen. Waschen Sie zudem abends die Haare. Benutzen Sie vor dem Schlafengehen eine Nasendusche, die Sie mit lauwarmem Wasser und einer leichten Prise Salz gefüllt haben. So spülen Sie die Pollen davon.

Kann man vorbeugen?

Wenn Sie die folgenden Hinweise beachten, können Sie das Risiko Ihres Kindes für Heuschnupfen herabsetzen. Meiden Sie in der Schwangerschaft und in Anwesenheit des Kindes den Tabakrauch, denn er stört das Lungenwachstum. Bekämpfen Sie Schimmelpilzen und Hausstaubmilben in der Wohnung. D. h.: Untersuchen Sie verdeckte Wände etwa hinter einer Schrankwand, reinigen Sie alte Federbetten oder tauschen Sie sie am besten aus, lüften Sie die Wohnung gründlich mehrmals täglich. Felle im Kinderbettchen, sowie zu viele Kuscheltiere können Allergien begünstigen. Muttermilch können Babys am besten verarbeiten. Stillen Sie deshalb mindestens vier, besser noch sechs Monate durchgehend. Führen Sie danach schrittweise jede Woche nur ein neues Nahrungsmittel ein. Je später Kinder mit anderen Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, desto geringer ist die Gefahr der Allergiebildung. Eier, Nüsse und Fisch sollten sie erst ab dem zweiten Lebensjahr erhalten. Benutzen Sie für das kleinen Nachwuchs Babyseife ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Lassen Sie Ihr Kind seine Welt auch mit Fingern und Mund erkunden. Das gehört dazu, und ein bisschen Dreck beschäftigt das Immunsystem auf sinnvolle Weise.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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