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Tipp des Tages

Zwölffingerdarm-Geschwür: Erst eine Spiegelung bringt Gewissheit

„Es gibt doch himmlische Zeichen", dachten sich vor vielen Jahren die Mitglieder einer englischen Dorfgemeinde. Ihr Pastor wollte nach der Predigt die Kerzen ausblasen, da entzündete sich sein Atem und wurde zu einer Feuerwolke. Alle Gemeindemitglieder gelobten ohne Ausnahme Besserung ihres Lebenswandels. Später wurde in der Fachzeitschrift British Medical Journal beschrieben, dass der Pfarrer an einem schweren Zwölffingerdarmgeschwür litt. Dabei entsteht unter gewissen Umständen ein Ammoniak-Luft-Gemisch (siehe unten), das sich zusammen mit Fäulnisgasen an der brennenden Kerze entzündet hatte.

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Krankheitsanzeichen

Häufiger allerdings als mit einem „Feueratem" zeigt sich das Zwölffingerdarmgeschwür durch Schmerz bei leerem Magen (Nüchternschmerz) und nachts. Die Beschwerden bessern sich durch Nahrungsaufnahme. Der Schmerz ist drückend oder brennend. Manchmal treten auch Übelkeit oder Appetitlosigkeit auf.
Das Zwölffingerdarmgeschwür hängt eng mit dem Magen zusammen. Für die Verdauung stellt der Magen nämlich Salzsäure bereit. Aber jedes Mal, wenn sich der Magenpförtner - eine ringförmiger Muskelverschluss am unteren Ende des Magens - öffnet, ergießt sich ein Schwall Magensaft in den Darm. Genauer gesagt in den Zwölffingerdarm, denn dieses Gebilde schließt sich unmittelbar an den Magenausgang an. Es ist so lang wie zwölf nebeneinander gelegte etwas dickere Finger und sieht aus wie ein großes C, wobei sich die Innenseite des Cs an den Kopf der Bauchspeicheldrüse schmiegt. Damit der Zwölffingerdarm nicht von der scharfen Salzsäure angegriffen wird, produziert die Darmschleimhaut eine schützende Absonderung. Diese schützt den Zwölffingerdarm vor den aggressiven Verdauungshilfen, die hier dem Speisebrei hinzugemischt werden.

So kommt es zum Geschwür

Wenn das Gleichgewicht zwischen schleimhautschützenden und aggressiven Faktoren gestört ist, kommt es zu einem Geschwür. Dies ist ein entzündeter kreisrunder Krater in der Darmschleimhaut und der darunter liegenden Muskelschicht, in dem sich Eiter bildet. Im schlimmsten Fall durchbricht das Geschwür die Darmwand. Dadurch kann es zu Blutungen aus den Blutgefäßen der Darmwand kommen, die unbehandelt innerhalb von kurzer Zeit zum Tod führen. Andere Geschwüre durchbrechen in Richtung Bauchhöhle und lösen hier eine Bauchfellentzündung aus, die ebenfalls lebensgefährlich ist. Noch vor 50 Jahren starben viele Menschen an diesen Folgen eines Zwölffingerdarmgeschwürs. Doch seitdem hat sich viel getan.
1983 wurde entdeckt, dass der Hauptgrund des Geschwürs die Besiedelung des Magens mit dem „Magenteufel" Helicobater pylori ist. Diese Bakterien können in der sauren Umgebung des Magens überleben. Ihre Stoffwechselprodukte (zum Beispiel das Gas Ammoniak, siehe oben) sowie Zellgifte gelangen auch in den Zwölffingerdarm und schädigen dort die schützende Schleimhaut. Ein Geschwür entwickelt sich hier aber meist nur, wenn zusätzlich Alkohol und Rauchen die Schleimhäute reizen.
Weil aber auch Krebs die Ursache von Schmerzen sein kann, ist eine Magen-Darmspiegelung unvermeidlich. Denn hierbei wird das Geschwür sichtbar. Außerdem kann der Arzt Magengewebe entnehmen und Magenbakterien oder Krebszellen untersuchen. Zudem können blutende Geschwüre verschlossen werden. Mit zwei Sorten Antibiotikum wird das Magenbakterium anschließend beseitigt. Ein medikamentöser Säureblocker verhindert eine übermäßige Magensäureproduktion. Damit bessert sich auch das Zwölffingerdarmgeschwür.

So können Sie vorbeugen

$imageright2$Wenn Sie es gar nicht erst so weit kommen lassen wollen, dass ein Geschwür Sie quält, dann sollten Sie am besten das Rauchen aufgeben und nur noch gelegentlich ein Glas Wein oder Bier trinken.
Meiden Sie auch Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin, Godamed), sowie Ibuprofen, Indometacin oder Diclofenac, denn sie schädigen auf Dauer Magen- und Darmschleimhaut, insbesondere zusammen mit Cortison. Für Rheumakranke gibt es stattdessen die moderneren selektiven Coxibe oder COX-2-Hemmer. Bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen diese Medikamente zu verschreiben. Sie sind genauso schmerzlindernd, wirken aber schleimhautschützend.
Versuchen Sie Stress im Alltag abzubauen, denn sonst wird zu viel Magensäure gebildet. Dem können Sie mit Entspannungstechniken entgegenwirken.

Autor: Wissen Gesundheit-Redaktion

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