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Arthrose

Gelenkerkrankungen in der kalten Jahreszeit

Gelenkerkrankungen in der kalten Jahreszeit

Ob es sich um unsere morgendliche Joggingrunde handelt oder um das Hochheben des Wasserkastens, bei jeder Tätigkeit verlassen wir uns auf das reibungslose Funktionieren unserer Gelenke. Dank ihnen sind wir so beweglich und mobil.

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Das wird uns meist erst dann bewusst, wenn sie streiken. Besonders in dieser feuchtkalten Jahreszeit quälen sich deutschlandweit rund 10 Millionen Menschen täglich mit knirschenden und schmerzenden Gelenken. Arthrose führt schon längst die Liste der Volkskrankheiten an. Das Risiko, im Laufe des Lebens an Arthrose zu erkranken, liegt bei nahezu 100%.

Aber wie kommt es überhaupt zu dieser schmerzhaften Erkrankung? Normalerweise ist die Oberfläche eines Gelenkes mit einer Knorpelschicht überzogen. Gemeinsam mit der Gelenkflüssigkeit hat dieser "Überzug" eine stoßdämpfende Wirkung, durch die wir sogar bei hoher Belastung reibungslos arbeiten können. Durch einseitige Tätigkeiten, Fehlstellungen und Übergewicht kommt es jedoch im Laufe des Lebens zum Verschleiß des Knorpels, so dass die Gelenke aufeinander treffen, was zu großen Schmerzen führt: Arthrosepatienten klagen über morgendliche Steifheit, große Bewegungseinschränkungen und vor allem Schmerzen.

Zuerst treten diese Schmerzen in Belastungsphasen und später auch im Ruhezustand auf. Allerdings: wenn ein Patient über Gelenkschmerzen klagt, muss der Arzt auch die Möglichkeit einer Gelenkentzündung, einer so genannten Arthritis, in Erwägung ziehen. Sie wird häufig durch eine Infektion mit Viren und Bakterien hervorgerufen. Im Gegensatz zur Arthrose, die sich meist durch Schmerzen an Knie und Hüfte äußert, zeigt sich die Arthritis eher an den kleineren Gelenken (Finger) durch Schwellungen und Rötungen.

Die Unterscheidung von Arthrose beziehungsweise Arthritis ist der erste Schritt zur effektiven Behandlung: Bei einer Arthrose bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten, mit der sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern lässt. Zunächst einmal sollte Übergewicht, falls vorhanden, reduziert werden, damit die ohnehin beanspruchten Gelenke nicht zusätzlich strapaziert werden. Die Elektro-Magnetfeld-Therapie in Form von pulsierenden Feldern oder Spulenmatten hat sich auch gerade bei Gelenkbeschwerden bewährt. Ein relativ junges, neues Verfahren ist die Kernspin-Resonanz-Therapie. Sie ermöglicht einen größtmöglichen und zielgerechten Energieübertrag in den menschlichen Körper. Dieser Mechanismus kann eine Neubildung von Knorpelzellen auslösen.

In manchen Fällen sollten operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden: der Einsatz von künstlichen Hüft-, oder Kniegelenken ist dank der Hilfe komplizierter Computertechnologie zwar einfacher geworden, wurde aber wegen der relativ kurzen Lebensdauer der Prothesen bevorzugt bei älteren Patienten vorgenommen. Neuere Systeme (z.B. Hybridmethode) haben eine längere Haltbarkeit. Seit cirka 10 Jahren gibt es ein Hüftkappensystem, wo der Oberschenkelkopf nicht entfernt wird, sondern lediglich entknorpelt wird und dann eine Metallkappe aufgesetzt wird.

Da die Arthrose außerdem eine Erkrankung ist, die von starken Schmerzen begleitet wird, ist auch die medikamentöse Behandlung ein wichtiger Pfeiler der Therapie. Bisher gingen mit schmerzstillenden Rheumamitteln starke Nebenwirkungen einher, die in manchen Fällen sogar tödliche Folgen hatten. Doch seit den 90er Jahren wurde eine neue Generation von Rheumamitteln entwickelt, die nicht nur wirksamer sind als ihre Vorgänger, sondern auch viel weniger Nebenwirkungen aufzeigen. Die bekanntesten von ihnen sind die so genannten Cox 2-Hemmer.

Aus dem Bereich Erfahrungsheilkunde kam bislang die Erkenntnis, dass Gelatine gut gegen Arthrose ist. Jetzt wurde in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, dass Gelatine in der Tat zur Knorpelneubildung beiträgt. Auch für Arthritis-Patienten gibt es einen neuen Wirkstoff, der Erleichterung verschafft: Es handelt sich hierbei um so genannte TNF-Blocker, die entzündungsfördernde Substanzen im Gelenk hemmen.

Die Ernährung spielt bei Gelenkbeschwerden auch eine ganz wichtige Rolle. Man weiß, dass entzündungsauslösende Stoffe (Eicosanoide) überwiegend aus tierischer Nahrung stammen. So ist es zu erklären, dass es Rheumapatienten, die mehr pflanzliche Kost statt Fleisch und Wurst zu sich nehmen, besser geht.
Die tägliche Bewegung in Form von Fahrradfahren, strammen Spaziergängen und/oder Schwimmen spielt bei den Gelenkerkrankungen auch eine wichtige Rolle.


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