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RATGEBER - Heuschnupfen

Standardtherapie

Es stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, zwischen denen sich der Arzt je nach Schwere und Verlauf des Heuschnupfens entscheiden wird. Ganz beseitigen lässt sich der Heuschnupfen nicht, aber die deutliche Linderung der Beschwerden sorgt für eine bessere Lebensqualität. Die Therapie ruht auf drei Säulen: 1. Meiden der Allergieauslöser, 2. antiallergische Medikamente und 3. Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie).

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1. Meiden der Auslöser
Dies bedeutet, auf die Pollenflugvorhersagen achten und zur Hauptzeit „seiner“ Pollen so wenig wie möglich aus dem Haus gehen (siehe auch „Das können Sie selbst tun“).

2. Antiallergische Medikamente
Antihistaminika gibt es in Form von Spray, Tabletten oder Tropfen. Sie wirken innerhalb von einer Stunde, indem sie die Wirkung des Botenstoffes Histamin blockieren. Genauer gesagt besetzen sie die Bindungsstellen (Rezeptoren), an denen normalerweise Histamin andockt. Damit verhindern sie die dadurch entstehenden Reaktionen, wie Kontraktion der Bronchialmuskulatur, erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße und vermehrte Schleimproduktion. Viele „klassische“ Antihistaminika durchdringen leider die Blut-Hirn-Schranke und führen dadurch zur erhöhter Müdigkeit und Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Alltag und Beruf.

Bei den Antihistaminika der zweiten Generation ist es gelungen, die Müdigkeit als Nebenwirkung zurückzudrängen. Auch hier gibt es Weiterentwicklungen, sodass einige Experten mittlerweile schon von der dritten Generation der Antihistaminika sprechen, nämlich von den „nicht-schläfrig-machenden (nichtsedierenden) H1-Blockern“. Hierzu zählt z. B. der Wirkstoff Fexofenadin, der neben der Darreichungsform für Erwachsene (120 mg) auch für Kinder ab dem 6. Lebensjahr in Tablettenform (30 mg) zugelassen und gut verträglich ist.

Mastzellstabilisatoren (z. B. Wirkstoff Cromoglicinsäure) verhindern die Freisetzung des Botenstoffes Histamin aus den Mastzellen. Dadurch wird die Sofortreaktion auf ein Allergen verhindert. Die Mastzellen, welche die Ausschüttung von Histamin bewirken, werden stabilisiert und geschützt. Der Vorteil der Mastzellstabilisatoren liegt darin, dass sie fast keine Nebenwirkungen haben. Nachteil: Sie müssen entweder ständig gegeben werden oder aber frühzeitig vor dem Kontakt mit dem Allergen – was jedoch voraussetzt, dass man weiß, wann man mit dem Allergen wieder in Berührung kommen wird. Neuerdings gibt es den Wirkstoff auch als Pumpspray, das vorsorglich eingesetzt werden kann.

Abschwellende Tropfen oder Sprays lassen die Schleimhäute abschwellen und befreien so die verstopfte Nase. Sie sollten allerdings nicht länger als eine Woche am Stück angewandt werden, denn sie wirken nicht anti-allergisch, aber machen abhängig. Allerdings gibt es neuerdings Nasensprays aus Naturextrakten, die sehr gut verträglich sind (siehe: Hilfe aus der Natur/Quitte und Zitrone).

Glukokortikoide (Kortison) unterbrechen bei starken Allergien den Teufelskreis zwischen Allergie und Entzündung. Sie gibt es als Spray, das gezielt an der Nasenschleimhaut wirksam ist. Ein Nachteil hiervon ist die erst nach Stunden einsetzende Wirkung. In besonders schweren Fällen kann Kortison auch kurzzeitig als Tablette eingenommen werden.

3. Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) erzeugt im Körper des Allergikers langfristig eine Toleranz gegen die allergieauslösenden Stoffe. Der Arzt spritzt oft über einen Zeitraum von Jahren wöchentlich oder monatlich kleine Mengen des Allergens in den Oberarm. Durch die Hyposensibilisierung wird die Immunantwort der TH2-Zellen gezielt herunterreguliert und so die Produktion allergieauslösender Botenstoffe durch diese Zellen gehemmt.

Die Hyposensibilisierung richtet sich also auf die Bekämpfung der Ursachen der Allergie und verhindert frühzeitig die allergische Entzündungsreaktion. Die Erfolgsquoten liegen bei einer Allergie gegen Pollen bei etwa 90 Prozent. Die Besserung der Beschwerden tritt bereits im ersten Behandlungsjahr ein und hält noch Jahre nach Beendigung der Therapie an. Die Hyposensibilisierung kann bei rechtzeitigem Therapiebeginn Heuschnupfen heilen und einem „Etagenwechsel“, d. h. der Entwicklung eines zusätzlichen Asthma bronchiale, vorbeugen. 


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