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RATGEBER - Sodbrennen

Was tun bei Sodbrennen?

Zur Behandlung des chronischen Sodbrennens sollten die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden, denn die sind die Hauptursachen für die genannten Probleme.

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Es ist anzuraten, den Konsum von Kaffee, Tee, Nikotin, Süßigkeiten, scharfen Gewürzen und Alkoholika deutlich zu reduzieren.

  • Die Nahrungsaufnahme statt auf drei besser auf fünf kleinere Mahlzeiten verteilen
  • Sich Zeit zum Essen nehmen, gut kauen.
  • Vor allem abends nicht zu viel und fett essen.
  • 3 Stunden vor dem Zubettgehen möglichst nichts mehr essen.
  • Das Bett etwas schräg stellen mit erhöhtem Kopfende.
  • Gegebenenfalls Gewicht reduzieren.
  • Nicht zu enge Kleidung tragen

Das häufig als harmlos betrachtete Sodbrennen verlangt nach einer genauen Diagnose mit endoskopischer Untersuchung des Magen-Darm-Traktes, wobei die Menge des Säurerückflusses, der Druck des Schließmuskels und die Pumpleistung der Speiseröhre gemessen werden.

Es gibt ein Spektrum an Medikamenten, die je nach Krankheitsursache anders wirken.

Bewährt haben sich die Protonenpumpenhemmer (z. B. Pantoprazol), die die Magensäure-Produktion blockieren und zu 90 Prozent eine Heilung der Speiseröhrenentzündung bewirken. Damit heilt die Refluxkrankheit in den meisten Fällen innerhalb von vier, spätestens aber nach 8 Wochen ab und das überwiegend ohne irgendwelche Nebenwirkungen.

Die sogenannten Antazida („Gegensäuremittel“) hemmen nicht die Produktion der Magensäure, sondern binden oder neutralisieren diese.
H2-Blocker hemmen lediglich einen von mehreren Mechanismen der Säurebildung im Magen.

Sie sind deshalb nicht in der Lage, den Säuregrad des zurückfließenden Magensafts genügend stark und ausreichend lang zu vermindern. Bei längerer Anwendung stellt sich zudem ein Gewöhnungseffekt ein.

Wenn Medikamente nicht helfen, kann nur noch eine Operation die Ursache des Sodbrennens beseitigen. Standard ist, dass mit einem laparoskopischen Eingriff von außen der Magen von der Speiseröhre abgetrennt und als Manschette wieder vernäht wird. Damit wird der Schließmuskel unterstützt. Dieses Ziel verfolgen auch drei neue Eingriffe, die direkt über die Speiseröhre erfolgen.

Eine Alternative zu den bislang verfügbaren Therapien könnte ein endoskopisches Verfahren sein, das von einem amerikanischen Unternehmen entwickelt wurde.
Sie ist besonders schonend, sehr effektiv und kommt ganz ohne Skalpell aus, weil sie ausschließlich mit Wärme arbeitet.

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat Gastroenterologe Dr. Peter Meier die europaweit größten Erfahrungen mit der sogenannten Stretta procedure.

Das Verfahren setzt direkt am Ort des Geschehens an: Meist ist ein gestörter Verschluss des Magens die Ursache für Sodbrennen; der Schließmuskel am Ende der Speiseröhre ist defekt, so dass der Mageninhalt zurückfließen kann.

In Hannover und an zwei weiteren deutschen Zentren versucht man mit Radiowellen, die Zellen am Ausgang der Speiseröhre aufzulockern und die undichte Stelle zu reparieren. Dazu müssen die Patienten einen flexiblen Schlauch schlucken.

Auf der Höhe des Schließmuskels der Speiseröhre blasen die Ärzte einen kleinen Ballon auf, über den kleine Nadeln in die Schleimhaut der Speiseröhre ausgefahren werden; diese übertragen dann die Radiofrequenz-Energie auf das Gewebe und erwärmen es. Dadurch wird die Wand der Speiseröhre angeregt, neues, strafferes Bindegewebe zu bilden, und der Übergang zum Magen verengt sich wieder.

Gleichzeitig werden Nervenenden stillgelegt, die sonst durch spontane Impulse immer wieder den Mageneingang öffnen. „Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden und dauert nicht länger als 45 Minuten“, sagt Peter Meier. Die Patienten erhalten zuvor eine Beruhigungsspritze, während der eigentlichen Behandlung schlafen sie.

Anschließend müssen die Patienten noch acht Wochen lang ein Medikament einnehmen, das die Säurebildung im Magen reduziert.

Das Verfahren befindet sich noch in der Versuchsphase (Stand Mai 2002). Die Patienten werden zunächst noch mindestens ein Jahr beobachtet. Erst dann kann entschieden werden, ob das Verfahren als Therapie geeignet ist.

25 Patienten sind seit Mai letzten Jahres in Hannover mit Radiofrequenz behandelt worden, alle brauchen seither deutlich weniger Medikamente, die meisten haben keine Beschwerden mehr und können ganz auf Tabletten verzichten.

Zu ähnlichen Zahlen ist eine amerikanische Studie gekommen. Von 47 Patienten hatten nach der Therapie nahezu 90 Prozent keine Krankheitssymptome wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schmerzen hinter dem Brustbein oder gar Asthma mehr.


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