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RATGEBER - Sex & Körper

Medikamente mit Nebenwirkungen

Nachfolgend sind Medikamente und Wirkstoffe, die sexuelle Funktionsstörungen hervorrufen können, näher beschrieben. Beachten Sie jedoch, dass mit der Einnahme der aufgeführten Medikamente sexuelle Funktionsstörungen nicht zwingend einhergehen müssen. Weitere Faktoren wie z. B. die Art der Erkrankung, parallel eingenommene Medikamente, die Einnahmedauer und die Dosierung tragen entscheidend dazu bei, wie stark sich mögliche Nebenwirkungen ausprägen. Trotzdem sollte man bei Veränderungen im Sexualleben immer auch daran denken, dass Medikamente bzw. deren Nebenwirkungen für diese verantwortlich sein können.

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Was sollten Sie machen, wenn Sie eines der u. g. Medikamente einnehmen müssen? Beobachten Sie auf jeden Fall Ihre sexuellen Reaktionen und sprechen Sie im Falle eines störenden Einflusses mit Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie die Medikamente bitte nicht einfach ab! Wenn Sie Ihrem Arzt von einer solchen Störung berichten, wird er sich sicher verständnisvoll eine Alternative überlegen, die ebenso gut wirkt, ohne Ihre sexuellen Aktivitäten zu beeinträchtigen.

Blutdrucksenkende Mittel

Ein Drittel der Männer mit medikamentös behandeltem Bluthochdruck hat eine abgeschwächte Lust. Hinzu kommen Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen bzw. sie aufrechtzuerhalten, und/oder Ejakulationsstörungen. Auch bei Frauen kann unter der Therapie mit Blutdrucksenkern das sexuelle Verlangen eingeschränkt sein, es können außerdem Orgasmusschwierigkeiten auftreten. Dies ist jedoch nicht bei allen eingesetzten Wirkstoffen zu befürchten.

Betarezeptorenblocker:
Umgangssprachlich auch Betablocker genannt, werden sie sehr häufig zur Senkung eines erhöhten Blutdrucks verordnet. Sie werden im Allgemeinen sehr gut vertragen, können aber die natürlichen Sexualfunktionen beeinflussen, wobei die Beta-1-selektiven Wirkstoffe weit weniger Einfluss haben als die nicht selektiv wirkenden Stoffe, da sie hauptsächlich am Herzen wirken und nicht im gesamten Organismus. Sexuelle Funktionsstörungen in Form von erektilen Schwächen und Dysfunktionen werden bei den älteren nicht selektiven Wirkstoffen häufig beobachtet.

Mit Ihrem Arzt sollten Sie sprechen, wenn Sie einen Betablocker mit einem der folgenden Wirkstoffe einnehmen und seitdem Erektionsstörungen haben: Propranolol, Timolol, Pindolol, Sotalol. Diese Wirkstoffe machen eher häufig negativ bemerkbar.

Gut sind Betablocker mit folgenden Wirkstoffen: Metoprolol, Atenolol. Sie wirken sich eher selten negativ auf die Sexualität aus.

Antisympathotonika und Alpha-2-Agonisten:
Bei der Einnahme von Blutdrucksenkern dieser Medikamentengruppe kommt es mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Störungen der Sexualfunktionen. Es kann dann sehr schwierig sein, eine Erektion zu bekommen und sie aufrechtzuerhalten. Die sexuelle Lust ist stark reduziert. Diese Medikamente sind jedoch heutzutage aufgrund der Häufigkeit und des Spektrums der Nebenwirkungen nur noch Bluthochdruckmittel der zweiten und dritten Wahl und werden eher selten verordnet. Zur Gruppe der Antisympathotonika gehören die Wirkstoffe: Alpha Methyldopa, Clonidin.

Blutdrucksenker mit nur gelegentlich negativer oder sogar positiver Wirkung auf die Sexualität: Manche Wirkstoffe fördern die Durchblutung der männlichen Geschlechtsorgane und wirken somit positiv auf die Sexualität. Hierzu zählt der Wirkstoff Losartan aus der Gruppe der Angiotensin-2-Rezeptor-Antagonisten und der Wirkstoff Nifedipin aus der Gruppe der Calciumantagonisten. Sie werden ebenfalls häufig verordnet.

Nur gelegentlich negativ verhalten sich die so genannten ACE-Hemmer. Wirkstoffe: Captopril, Enalapril, Fosinopril, Lisinopril, Ramipril.

Neuroleptika

Neuroleptika werden in erster Linie zur Behandlung der Schizophrenie verordnet. Sie vermindern übersteigerte Angst, Erregung, Halluzinationen und Wahnbildung. Durch die Neuroleptika wird der Antrieb gemindert und die vegetativen Funktionen werden gedämpft. Es wird zudem vermehrt das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Dies ist ein Hormon mit Wirkung auf die Milchsekretion. Es beeinflusst auch die sexuellen Funktionen. Ein erhöhter Prolaktinspiegel vermindert das sexuelle Verlangen und die Erregbarkeit der Frau. Insgesamt treten als unerwünschte Wirkungen sexuelle Funktionsstörungen auf wie Ejakulationsstörungen, Lustverlust, Erektions- und Orgasmusschwierigkeiten.

Auch bei den Neuroleptika gibt es große Unterschiede. Negative Wirkungen auf die Sexualität treten vor allem bei folgenden Wirkstoffen auf: Phenothiazine, Chlorpromazin, Levomepromazin, Fluphenazin, Thioridazin.

Hingegen sind sexuelle Störungen bei diesen Wirkstoffen weitaus seltener zu beobachten: Butyrophenone, Haloperidol, Benperidol, Droperidol, Melperon, sowie generell bei den atypischen Neuroleptika wie Clozapin, Olanzapin, Sulpirid, Aminsulpirid, Risperidon.

Antidepressiva

Antidepressiva werden zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Sie wirken angstdämpfend und stimmungsaufhellend. Sexuelle Störungen gehören häufig zum Krankheitsbild einer Depression. So hat ein Drittel der unbehandelten Patienten Störungen wie einen verzögerten und verfrühten Orgasmus. Auch Erektionsstörungen, Lustverlust sowie das Fehlen des Orgasmus sind zu beobachten.

Unter Einnahme von Antidepressiva kann Folgendes passieren: Im ungünstigen Fall können sich sexuelle Störungen einstellen, die vorher noch nicht da waren. Vorhandene sexuelle Störungen können sich verstärken. Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass durch die medikamentöse Behandlung der Depression die Lust wiederkehrt.

Die Sexualität der Frau ist bei der medikamentösen Therapie einer Depression besonders gefährdet, da die Antidepressiva, wie auch einige Neuroleptika, den Prolaktinspiegel erhöhen. In der Folge kommt es zu einem Lustverlust bei der Frau.

Wirkstoffe der Antidepressiva mit (möglichen) negativen Begleiteffekten auf die Sexualität: Trizyklische Antidepressivawie Amitriptylin und Imipramin; Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Fluvoxamin; MAO Hemmer wie Moclobemid sowie Lithiumsalze.

Beruhigungsmittel

Dies sind Arzneimittel, die beruhigend und entspannend wirken und bei ängstlichen, aufgeregten Patienten eingesetzt werden. Sexuelle Funktionsstörungen wie verminderte Lust und Erektionsstörungen treten bei der Einnahme des Wirkstoffes Alprazolam gehäuft, bei der Einnahme von Diazepam jedoch weitaus weniger oft auf. Beide Stoffe gehören zur Substanzklasse der Benzodiazepine.

Antiepileptika

Dies sind Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie. Sie erhöhen im Gehirn die Schwelle zur Auslösung epileptischer Anfälle. Sie wirken dort krampflösend und krampfverhindernd. Unter Therapie mit Antiepileptika können ebenfalls sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

Folgende Wirkstoffe der Antiepileptika können sich nachteilig auf die Sexualität auswirken: Valproinsäure, Carbamazepin und Phenytoin.

Diuretika

Diuretika sind Arzneimittel, die die Harnausscheidung steigern und entwässernd wirken. Bei lang andauernder Einnahme können sie den Hormonhaushalt stören und ein Ungleichgewicht hervorrufen, welches sich nachteilig auf die Sexualität auswirken kann. Es kommt zu sexueller Unlust mit verminderter Erregbarkeit und Orgasmusschwierigkeiten.

Folgende Wirkstoffe der Diuretika haben u. U. eine negative Auswirkung auf die Sexualität: Hydrochlorothiazid, Spironolacton.

Die Antibabypille

Bei Frauen kann ein mangelndes sexuelles Verlangen durch die Einnahme der Antibabypille ausgelöst werden. In der Antibabypille ist meistens eine Kombination aus Östrogen und Gestagen in unterschiedlicher Konzentration enthalten. Östrogen und Gestagen sind weibliche Geschlechtshormone, sie haben einen großen Einfluss auf die weibliche Sexualität. Die Anwendung einer gestagenbetonten Pille, d. h. einer Antibabypille mit hohem Gestagenanteil, kann Grund für ein mangelndes sexuelles Verlangen sein. Die Pille ist aber nicht zu verwechseln mit den Hormonen, die in den Wechseljahren eingenommen werden. Diese wirken luststeigernd.

Weitere Medikamente

Eine zu trockene Scheide, wie sie oft bei Frauen nach den Wechseljahren auftritt, kann eine weitere Ursache für eine gestörte Sexualität sein. Es kommt zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. In der Folge nehmen auch das sexuelle Verlangen und die sexuelle Erregbarkeit ab.

Eine trockene Scheide kann durch die Einnahme von Medikamenten entstehen. Arzneimittel mit Einfluss auf die Östrogenkonzentration, wie z. B. Antihistaminika (gegen Allergien), Diuretika und Betablocker, können solche Beschwerden verursachen.


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