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RATGEBER - Sex & Psyche

Lustlosigkeit

Lustlosigkeit stellt sich nicht einfach so mit der Gewöhnung an den Partner ein, sondern hat ihre Gründe. So zum Beispiel die emotionale Zerrüttung, das Inzesttabu, das Missverständnis Impotenz oder das Phänomen Erotik ohne Emotionen.

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Die emotionale Zerrüttung

Der wesentlichste Grund, warum zwei Menschen nicht mehr miteinander schlafen, ist die emotionale Zerrüttung der Beziehung, oder – anders ausgedrückt – eine tiefgreifende Verletzung. Ursache dafür kann die Untreue eines Partners sein oder auch das Gefühl, ausgenutzt, übervorteilt oder im Stich gelassen worden zu sein. Verstärkt wird diese Verletzlichkeit oft durch die Kombination mit entsprechenden negativen Erlebnissen in der eigenen Kindheit. Es ist dann zwar möglich, seinem Partner das Verhalten bewusst zu verzeihen – ihm aber unbewusst dennoch die Verletzung nachzutragen.

Eine solch tiefe Verletzung heilt nicht vollständig ab. Die zurückbleibenden Narben auf der Seele können lebenslang spürbar sein und eine Wiederaufnahme der gemeinsamen Sexualität verhindern – auch wenn die Ehe oder Beziehung weiter aufrechterhalten wird und man sich partnerschaftlich scheinbar gut versteht. Weil ein sehr tiefer Schmerz nicht so ohne weiteres zugänglich ist, sind diese Arten von Sexualstörungen meist nur durch Hilfe von außen zu beheben. Der erste und einfachste Schritt hierzu ist eine Sexualberatung, wie sie beispielsweise von pro familia angeboten wird. Hier kann sich zudem zeigen, ob eine tiefergehende Verhaltenstherapie oder sogar eine Psychoanalyse vonnöten wäre.

Das Inzesttabu

Eine Frau hat für einen Mann nicht nur die Rolle der Geliebten zu erfüllen. Sie vereint vielmehr viele Rollen in ihrer Person. Zum einen ist sie natürlich die Freundin und Ansprechpartnerin des Mannes. Dann stellt sie die Vorzeigefrau dar, die man zu gesellschaftlichen Anlässen oder zum Abendessen beim Chef mitnimmt. Sie ist die „Hure“, die dem Mann aufregenden Sex bietet. Sie ist die Mutter der Kinder und sie ist die Hausfrau. Natürlich muss nicht jede Frau alle Rollen erfüllen.

Aber irgendwo in diese Rollenverquickung spielt die Erinnerung an die eigene Mutter hinein – und damit das Inzesttabu. Sobald der Mann sich durch eine Rolle oder Verhaltensweise der Frau an seine Mutter erinnert fühlt, zensiert der Kopf – Freuds „Über-Ich“ – aufkeimende erotische Gefühle und verbietet ihm, mit der „Mutter“ zu schlafen.

In extremen Formen kann sich das Inzesttabu schon dann bemerkbar machen, wenn das Paar zu dicht beieinander lebt. Das Bild der Mutter, mit der der Mann möglicherweise auch eng zusammengelebt hat und die dem Sohn sehr nahe stand, verschmilzt in seinem Unbewussten mit dem Bild seiner Partnerin. Dies verhindert dann alles Weitere im Bett. Laut Helen Singer Kaplan gibt es nur einen Ausweg: eine Psychotherapie.

Wie das Inzesttabu zwischen Töchtern und Väter aussieht, ist wissenschaftlich noch nicht untersucht. Sexualtherapeuten haben aber den Eindruck, dass diese Beziehung eher sexualisiert ist, als die zwischen Sohn und Mutter. Damit ist jetzt nicht der Missbrauch von Mädchen durch ihre Väter gemeint!! Vielmehr scheint es so zu sein, dass Frauen sich auch solche Partner auswählen, die sie an ihren Vater erinnern, und dass ihnen das auch im Bett bewusst ist, aber ohne dass sich dies lustfeindlich auswirkt. Es kommt sogar vor, dass diese Gedanken– weil sie ja etwas Verbotenes berühren – einen kleinen Kitzel auslösen.

Impotent? Das klassische Missverständnis

Bei Umfragen zu dem Grund, weshalb zwei Menschen trotz einer bestehenden Paarbeziehung nicht mehr miteinander schlafen, äußern Frauen, vor allem bei älteren Paaren, häufig die Vermutung, ihr Mann sei impotent. Dies hat natürlich eine Vorgeschichte: Der Mann hatte vielleicht eine Phase von vorübergehender „Schwäche“ im Bett, war müde, abgelenkt, gestresst. Nicht an jedem gemeinsamen Tag muss man gleich viel Lust aufeinander haben.

Aus Angst, erneut zu versagen, wird er möglicherweise Situationen vermeiden, in denen es zu Intimität kommen könnte. Die meisten Frauen unterstützen den Rückzug des Mannes und fragen nicht nach den Gründen, selbst wenn sie selbst weiterhin sexuell aufgeschlossen sind. Wie Untersuchungen zeigen, möchten diese Frauen ihren Männern bei einer (vermuteten) Impotenz die Peinlichkeit ersparen, diese zugeben zu müssen. Zudem schützen sie sich mit dem Schweigen vor dem Gedanken, sie könnten für ihren Mann nicht mehr attraktiv sein. Auch Zärtlichkeit und andere Körperkontakte fallen einer solchen Vermeidungsstrategie zum Opfer.

Hier hilft es dem Paar natürlich, offen und sensibel über die Gründe des Rückzugs zu sprechen. Gut ist es immer, wenn beide Partner ihre Wünsche und Vorstellungen in der Sexualität äußern. Hat der Mann tatsächlich eine Versagensangst entwickelt, ist eine der Potenzpillen sinnvoll. Damit klappt es dann, er merkt, dass alles noch in Ordnung ist und entwickelt daraus wieder Selbstvertrauen.

Ein weiterer häufig genannter Grund für die Beendigung der gemeinsamen Sexualität liegt in der Überzeugung, dass eine bestehende Krankheit Enthaltsamkeit erforderlich mache.

Erotik nur ohne Emotionen

Es gibt mehrere Arten der Liebe: die körperliche, die emotionale und die geistige. Vollkommen ist die Liebe, wenn alle Arten zusammenkommen. Eine solche Liebe bringt eine große Nähe mit sich. Und daran scheitert es bei manchen Menschen. Sie können diese Nähe nicht ertragen. Das bedeutet: Wenn sie einen Partner soweit kennen gelernt haben, dass sie ihn auch auf eine tiefe Art emotional lieben und sich geistig mit ihm verbunden fühlen, wird die Sexualität zurückgeschraubt. Das geschieht nicht etwa bewusst. Nein, der Betroffene steht dieser Entwicklung ohnmächtig gegenüber. Von der „Liebe ohne Sex“ sind laut Fachliteratur hauptsächlich Männer betroffen.

Eine mögliche Ursache für das Phänomen liegt darin, dass die betroffenen Männer in ihrer frühen Kindheit eine schmerzvolle Erfahrung mit ihrer Mutter oder einer sehr nahestehenden Person gemacht haben, sodass sie sich heute immer noch vor großer Nähe schützen wollen. Und das, obwohl sie sich letztlich nach Geborgenheit und Vertrauen sehnen.

Hilfreich könnte eine Beziehung mit räumlicher Distanz sein. Hilfreich ist sicher auch eine Psychoanalyse, bei der das verdrängte Erlebnis aufgearbeitet wird.


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