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RATGEBER - Sex & Psyche

Traumpartner?

Die Weichen des Lebens werden meist schon bei der ersten Begegnung gestellt. Das zeigte u. a. die Sexualtherapeutin Helen Singer Kaplan in einer kurzen unveröffentlichten Studie über langfristige Beziehungen.

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19 Paare hatte sie ausgewählt, weil sie nach zwanzig oder mehr Jahren gemeinsamen Lebens nach wie vor ein intensives gegenseitiges Verlangen verspürten. Durchweg alle Partner der 19 Paare hatten sich wortwörtlich auf den ersten Blick oder innerhalb der ersten Minuten ihres Zusammentreffens ineinander verliebt, fand Frau Kaplan heraus.

Das Ineinander-Verlieben geschieht in drei Etappen. Bei der ersten Etappe entscheidet das Äußere.

Laut Untersuchungen achten Männer vor allem auf das Aussehen einer Frau, und zwar insbesondere auf die Merkmale, die in Zusammenhang mit ihrer Fruchtbarkeit stehen.

Hübsch, jung, heiter und modebewusst soll „Sie“ sein, mit einer weiblichen Ausstrahlung, glatten Haut, langen glänzenden Haaren, üppigen Rundungen an Po und Brust und einer schmalen Taille. Diese Merkmale sind wohl aus grauer Vorzeit überliefert.

Bei unseren Urvorfahren war die Beschaffenheit von Haut und Haar ein Anzeichen für den Gesundheitszustand einer Person. Das breite Becken ließ bei einer Frau auf Gebärfreudigkeit schließen. Eine junge Frau mit langen glänzenden Haaren und einem breiten Becken war also für den Mann deswegen attraktiv, weil sie viele und gesunde Kinder bekommen kann.

Auch heute wird sich kaum ein moderner Mann davon freisprechen können, bei einer jungen Frau mit langen schönen Haaren und einem großen Po oder Becken an Sex zu denken. Und zwar völlig unabhängig davon, ob er diese Frau auch schön findet oder ob sie ein intellektuell befriedigender Gesprächspartner ist.

Und die Frauen? Die sind genauso von ihren Urinstinkten gesteuert wie der Mann. Früher suchten Frauen einen Beschützer, da sie während der Schwangerschaft und dem Großziehen der Kinder hilfloser sind als sonst. Beschützen konnten die Männer, die muskulös und groß waren und eine gute Rangstellung innerhalb der Sippe besaßen.

Auch die moderne Frau ist nicht frei von solchen Wünschen zu sein, selbst wenn sie ganz selbstverständlich ihren Lebensunterhalt selbst verdient.

So ist der heutige Mr. Perfect etwas älter als sie, wirkt stark und kräftig, trägt einen qualitätvollen Anzug, tritt selbstbewusst auf und scheint gut zu verdienen.

Die Rangstellung innerhalb der Sippe ist also einfach nur den Attributen eines guten sozialen Status und der Weltgewandtheit gewichen. Fitness und Gesundheit sind weiterhin wichtig.

Jetzt kommt die zweite Etappe. Sie beginnt beim Flirten, weil man sich dann unversehens körperlich näher kommt und so den Geruch des anderen wahrnimmt. Jetzt schon entscheidet es sich, ob man den anderen „riechen“ kann oder nicht.

Mit jemandem, dessen Körpergeruch man nicht mag, sollte man besser nicht ins Bett gehen. Denn die Natur hat es so eingerichtet, dass wir den Körperduft von den Menschen als angenehm und sexy empfinden, die ein komplett unterschiedliches Immunsystem haben. Den Geruch von immungenetisch ähnlichen Menschen dagegen empfinden wir als unangenehm bis abstoßend.

Dies hat folgenden Grund: Für das Überleben der Menschheit ist es sehr nützlich, wenn die einzelnen Menschen möglichst viele verschiedene Abwehrmechanismen besitzen. Deshalb fühlen sich Menschen mit unterschiedlichen Immunsystemen voneinander angezogen. An ihre Nachkommen geben sie dann eine Fülle von verschiedenen Abwehrmechanismen weiter.

Vor allem Frauen nehmen Eigengerüche von anderen Menschen sehr sensibel wahr. Denn Paare, die sich trotz einer großen Übereinstimmung ihres Immunsystems gefunden haben, müssen mit wiederholten spontanen Fehlgeburten rechnen, so die Befunde vieler Forscher.

Die dritte Etappe setzt ein, wenn es zum ersten Kuss kommt. Jetzt sind sich zwei Menschen so nahe, dass sie auch die Pheromone des Anderen erschnüffeln können. Pheromone sind chemische Abkömmlinge von Sexualhormonen. Sie werden hauptsächlich in der Achselhöhle und in der Falte zwischen Nase und Mundwinkel gebildet.

Das Organ, mit dem wir die Pheromone aufnehmen, ist das „Vomero-Nasal-Organ“ in der Nasenscheidewand. Von hier werden die Informationen u. a. in das limbische System im Gehirn weitergeleitet, wo über Lust und Unlust entschieden wird. Auch die Pheromone geben Aufschluss über den Immunstatus eines Menschen.

Das männliche Pheromon Androsteron wird vor allem dann gebildet, wenn man sich in einer Erfolgssträhne befindet und von daher gerade ein stabiles Immunsystem besitzt. Auf eine Frau wirkt das Wahrnehmen von Androsteron luststeigernd. Es beeinflusst zudem das Sehvermögen: Männer werden als begehrenswerter angesehen, wenn sie viel Androsteron verströmen.

Und wie verdreht eine Frau einem Mann den Kopf? Mit den Copulinen im Vaginalsekret. Diese weiblichen Pheromone sind ein direkter Angriff auf das Gehirn der Männer – allerdings nur in der richtigen Zusammensetzung. Und die ist scheinbar exakt zum Zeitpunkt des Eisprungs erreicht, also dann, wenn die Frau am fruchtbarsten ist.

Eine Studie ergab, dass die männliche Fähigkeit, die Attraktivität von Frauen zu beurteilen, unter dem Einfluss von Copulinen völlig zusammenbricht.

Also nicht die Liebe macht blind, sondern die Aussicht auf Sex mit einer empfängnisbereiten Frau.

Übrigens: Im Internet gibt es mittlerweile Pheromon-Parfüms für sie und für ihn zu kaufen. Auf diese Art nachzuhelfen, scheint aber des Guten zu viel zu sein. Denn in größerer Dosierung werden Pheromone nicht nur über das Vomera-Nasal-Organ aufgenommen, sondern auch über die Riechzellen.

Und Pheromone riechen nicht unbedingt gut, sondern nach Schweiß und Urin. Ob man damit große Chancen beim Partner-Angeln hat?


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