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Krankhafte Eifersucht 

Dann gibt es noch die krankhafte Eifersucht mit ihren „überwertigen Ideen“. Sie unterscheiden sich von den wahnhaften Ideen darin, dass sie sich auf reale Ereignisse beziehen, die allerdings überinterpretiert werden. Eine krankhafte Eifersucht könnte vorliegen, wenn auf einem Fest ein Mann beobachtet, wie seine Freundin mit einem anderen Mann lacht und flirtet – und er ihr dann hinterher vorwirft, dass sie ein Verhältnis anfangen will.

Krankhaft Eifersüchtige reagieren heftig. Sie lernen nicht aus ihren Fehlern, können ihr Verhalten nicht der Situation anpassen und richten ihre Eifersucht gegen viele verschiedene Personen. Sie neigen stark zum Kontrollieren und Ausspionieren ihrer Partner. Die eifersüchtigen Phasen können mit normalen wechseln, in denen sie ihr Verhalten und ihre Ängste als unbegründet ansehen und sich ihrer schämen.

Die Ursache eines solches Verhaltens ist nach der Erfahrung von Psychiatern immer eine zusätzliche Krankheit. Im Gegensatz zum Wahn, der eine eigenständige Krankheit ist, handelt es sich bei der krankhaften Eifersucht um ein Phänomen, das als Folge einer bestehenden Depression, einem bestehenden Alkoholproblem oder bei einer Person mit geringem Selbstbewusstsein auftritt.

Hier beginnt die Therapie der Eifersucht damit, die „Wurzel des Übels zu erkennen“, so Dr. Harald Oberbauer. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie in Innsbruck und Leiter der dortigen Eifersuchtsambulanz. Ist der Alkohol die Ursache, geht der Patient in Innsbruck auf die Entzugsstation im Haus. Bei Depressionen kommt eine Kombination von Gesprächstherapie und bestimmten Antidepressiva zum Einsatz, auf die die krankhaft Eifersüchtigen erfahrungsgemäß sehr gut ansprechen. Bei geringem Selbstbewusstsein als Ursache rät Oberbauer zu einer Psychotherapie oder einer Paartherapie.

Autor(en): Beatrice Wagner

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