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Cholera-Pandemie hat den selben Ursprungsort

pixelio.de (qayyaq) © pixelio.de (qayyaq)

Eine große Cholera-Pandemie hat sich in mindestens drei Wellen von einem einzigen weltweiten Ursprung ausgebreitet und zwar vom Golf von Bengalen. Eine veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Cholera in den vergangenen 60 Jahren nach Asien, Afrika , Europa sowie nach Nord-, Mittel- und Südamerika verbreitet hat. Durch Passagiere von Langstreckenflügen gelang sie an die verschiedenen Kontinente. Die neuesten Wellen haben sich entwickelt und weisen Resistenzen gegen Antibiotika auf, wie Wissenschaftler nachweisen konnten. Dies sei ein "Skandal", behauptet Valerie Curtis von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.

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Ähnlichkeiten bei Cholera-Stämmen festgestellt

Jährlich erkranken in 56 Ländern drei bis fünf Mio. Menschen an Cholera. Zwischen 100.000 und 150.000 Menschen sterben an den Folgen. Durch Dehydration kann Cholera innerhalb von Stunden zum Tod führen sofern die Krankheit nicht behandelt wird. Ohne ausreichend sauberes Trinkwasser sterben 30 bis 50 Prozent der schwer Erkrankten. Für die aktuelle Studie sequenzierten die Wissenschaftler das Genom von 154 Patienten, deren Proben weltweit gesammelt worden waren. Ähnlichkeiten der Choleragenome zeigen, wie die verschiedenen Stämme miteinander verwandt sind. Kleine Unterschiede machen sichtbar, wie sie sich entwickeln.

Durch die Untersuchung auf der genetischen Ebene konnte das Team um Nick Thomson die Geschichte der letzten bestehenden weltweiten Cholera-Pandemie nachzeichnen. "Wir waren überrascht, wie klar das Muster ist. Alle Proben waren miteinander verwandt. Sie alle haben einen gemeinsamen Ursprung und zwar den Golf von Bengalen. Derzeit ist noch nicht erforscht, wo das Zentrum dieser Pandemie liegt. Cholera-Bakterien kommen in manchen Ökosystemen des Meeres vor. Die lokale Ökologie, das Klima und große Flussdeltas dürften Schlüsselfaktoren sein.

Die Studienergebnisse zeigen auch, dass Cholera-Fälle plötzlich zwischen den Kontinenten hin- und herspringen. Die einzige mögliche Erklärung laut Thomson sind Langstreckenflüge. Einer dieser Sprünge konnte zum Beispiel zwischen Angola und Südamerika nachgewiesen werden. Viele Menschen litten ohne Symptome an Cholera und würden die Krankheit daher unwissentlich übertragen.

Krankheit springt zwischen den Kontinenten

Der letzte Cholera-Ausbruch in Haiti fand kurz nach dem Erdbeben 2010 statt. Fast ein Jahrhundert lang ist Die Krankheit dort nicht mehr aufgetreten. Bis heute sind 6.000 Menschen gestorben, 200.000 wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Diesen Ausbruch bringt das Center for Disease Control and Prevention mit der Ankunft amerikanischer Soldaten aus Nepal in Zusammenhang. Diese Annahme wird auch von der aktuellen Untersuchung bestätigt. Drei Wellen von Cholera-Ausbrüchen sind seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom Golf von Bengalen ausgegangen.

Ab der zweiten Welle waren, das weist die aktuelle Studie nach, alle Stämme gegen Antibiotika resistent. Das bedeutet, dass die Resistenz innerhalb von 15 Jahren nach dem ersten klinischen Einsatz von Tetracyclin und Furazolidon gegen Cholera entstanden ist. Thompson ist von dieser Entwicklung nicht wirklich überrascht. "Wir gehen davon aus, dass sich die Resistenz gegen Antibiotika zwischen den Stämmen hin- und herbewegt. Auf einen Schlag kann ein Stamm so mehrfachresistent werden. Antibiotika sind eine der Haupttriebkräfte der Evolution von Cholera. Generell verkürzen sie jedoch nur die Dauer der Infektion."

Autor: pressetext.de, Michaela Monschein (Stand: 26.08.2011)

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