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Angst und Stress durch Rituale verringern

pixelio.de (josupewo) © pixelio.de (josupewo)

Angst und Stress kann erfolgreich durch eine gesunde Dosis von Ritualen verringert werden. Den Nachweis dafür liefern Forscher aus Tel Aviv und Washington in der Zeitschrift "Neuroscience and Behavioral Reviews". Die Studienautoren um David Eilam analysierten wiederholte Verhaltensweisen im Alltag und erstellten auf dieser Grundlage ein Modell zum besseren Verständnis krankhafter Rituale - der Zwangshandlungen.

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Wegdribbeln der Ängste

"Rituale bringen in Momenten von Chaos und Unsicherheit Ordnung und Sicherheit. Deutlich sieht man das bei Kindern, die etwa durch eine Gutenachtgeschichte ihre Angst beim Einschlafen überwinden. Für Patienten mit Zwangsstörungen gilt das erst recht. Sie versuchen, sich etwa durch ständiges Händewaschen oder Kontrollzwang von Befürchtungen und anderen negativen Gedanken zu befreien", erklärt Bibiana Schuch, Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Verhaltenstherapie.

Jede Handlung eines Menschen als auch vieler höherer Tiere kann man in drei verschiedene Phasen untergliedern, so die These der Studienautoren. Eine dient der Vorbereitung, eine der eigentlichen Aktion und eine dem Abschluss und der Nachbereitung, wobei die erste und dritte Phase für die eigentliche Tätigkeit oft nicht nötig wäre. Ein Basketball-Spieler etwa dribbelt den Ball vor dem Freiwurf, was objektiv für den Wurf zwar unnötig ist, als Vorbereitungsritual jedoch Unsicherheit nimmt und die Konzentration bündelt.

Ritual können auch süchtig machen

Patienten mit Zwangshandlungen überbetonen die Nachbereitung, glauben die Forscher. "Wer sich zwanghaft die Hände waschen muss, bekommt von außen keinen Hinweis, dass die Handlung vorüber und er absolut sauber ist." Bei Zwangsstörungen dominiert jedoch schon zuvor eine Angst, gibt der Münchner Therapeut Nico Niedermeier zu bedenken. "Waschen neutralisiert zwar die Angst kurzfristig, doch funktioniert das immer weniger, je häufiger man den Mechanismus nutzt."

Jeder Fünfzigste leidet an krankhaften Zwangsstörungen, die Niedermeier am Leidensdruck und an der täglich für Rituale nötigen Zeit erkennt. Um die Abhängigkeit von diesen Handlungen zu überwinden, müsse man lernen, dass Ängste auch alleine weggehen - etwa durch das gemeinsame Einüben der direkten Konfrontation mit einem Therapeuten. "Medikamente wirken bei Zwangsstörungen nur schlecht. Die kognitiv-behaviourale Verhaltenstherapie ist jedoch höchst erfolgreich: Bei 80 Prozent der Patienten gehen die Symptome zu 80 Prozent wieder weg", so Niedermeier.

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 23.09.2011)

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