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Entwarnung: Hirndoping an Unis kaum verbreitet

pixelio.de (Stephan Bachmann) © pixelio.de (Stephan Bachmann)

Studenten sind keine Hirndoper, wie dies Medien in den vergangenen Jahren auf Basis einzelner Fallbeispiele öfters erkennen wollten. Bloß die wenigsten greifen zu Pillen, die die kognitive Leistung steigern oder den Leistungsdruck besser ertragen lassen, zeigt die erste repräsentative Erhebung zum Thema, die das HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erstellt hat. Höchstens jeder 20. Studierende dopt, während die große Mehrheit keine Erfahrungen damit hat, so das Ergebnis.

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Jeder 20. betroffen
Basis dieser Aussage ist eine Online-Befragung von 8.000 Studierenden. Als "Hirndoping" werteten die Forscher, wenn die Befragten verschreibungspflichtige Medikamente, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Psychostimulanzien oder Aufputschmittel einnahmen, um dadurch Studienanforderungen besser zu bewältigen. Bloß fünf Prozent der Befragten hatten Erfahrung damit, berichtet Studienautor Jonas Poskowsky. "Es gibt keinen Boom, auch wenn frühere Vergleichsdaten noch fehlen. Schon immer versuchten manche Studenten, sich auf verschiedene Weise auf die Sprünge zu helfen."

Hauptgrund: Lampenfieber
Interessante Einblicke lieferte jedoch auch die Frage nach der Motivation der kleinen Gruppe der Dopenden: Der Hauptgrund für die Einnahme ist nicht die Steigerung der geistigen Leistung, sondern vielmehr die eigene Nervosität oder das Bekämpfen von Lampenfieber. Etwa jeder Zweite aus dieser Gruppe gab an, das Gehirn in Zeiten der Vorbereitung für Prüfungen oder generell bei Stresserleben zu putschen, die Einnahme für die Prüfung selbst kam laut der Erhebung seltener vor.
Zusammenhänge mit der Persönlichkeit liegen laut Ansicht der Forscher auf der Hand. Denn Hirndoper zeigen sehr hohe Werte bei Neurotiszismus, der sich durch Nervosität, Anspannung, Unsicherheit und eine stärkere Reaktion auf Stress manifestiert. Auch geringe Gewissenhaftigkeit trägt dazu bei, zeigt sich besonders bei männlichen Hirndopern. Ältere Studierende sind eher betroffen als Jüngere, besonders jedoch Studierende aus Veterinärmedizin (18 Prozent) und Sport (14 Prozent). Die abstinentesten Fächer sind Mathematik, Informatik, Geowissenschaften und Physik mit jeweils drei Prozent.

Kaffee ist Soft-Doping
Als eine Vergleichsgruppe erhoben die HIS-Forscher auch jene der "Soft-Enhancer". Diese nehmen "weiche" Mittel wie Vitaminpräparate, homöopathische und pflanzliche Substanzen oder Koffein, um dasselbe Ziel zu erreichen. Fünf Prozent - vor allem Studentinnen - gehören dieser Gruppe an.

Autor: pressetext.de; Johannes Pernsteiner (Stand: 30.01.2012)

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