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Migräne der Mutter hängt mit Babykoliken zusammen
© photocase.com
Babys, deren Mütter an Migräne leiden, sind deutlich häufiger von den sogenannten "Drei-Monats-Koliken" betroffen als Gleichaltrige. Das haben Neurologen der University of California in San Francisco herausgefunden. Wie sie demnächst auf dem Jahrestreffen der "American Academy of Neurology" berichten werden, könnte das unerklärliche Dauerweinen im Säuglingsalter auch ein frühes Vorzeichen für spätere Migräne sein, was sich jedoch erst in weiteren Studien bestätigen muss.
Bauch- oder Kopfschmerz
Typisch für Babykoliken ist das exzessive Weinen eines sonst gesunden Kindes. Das Leiden bleibt trotz jahrzehntelanger Forschung ein ungelöstes Rätsel: Zwar wurde es lange auf Darmprobleme zurückgeführt, wofür es auch jüngst Hinweise gab. Dennoch spricht die Tatsache, dass vollgestillte Babys genauso häufig betroffen sind wie fläschchenernährte, gegen die Ernährungs- und Verdauungsthese, und selbst Medikamente gegen Blähungen schaffen kaum Abhilfe.
Einen möglichen Link zur Migräne fanden die US-Forscher nun bei 154 Müttern, die mit ihren zweimonatigen Neugeborenen zur Routineuntersuchung beim Kinderarzt kamen. Sie überprüften, ob die mütterlichen Angaben zum Schrei- und Weinverhalten der Babys der klinischen Kolik-Definition entsprach, und verglichen dies mit der Migräne-Vorgeschichte der Mütter, die ebenfalls erfragt wurde. Und tatsächlich hatten Mütter, die früher an Migräne litten, in der Studie zweieinhalb Mal eher Babys mit Koliken als Mütter ohne Migräne.
Leichte Reizbarkeit
Studienleiterin Amy Gelfand will nun in einer Langzeiterhebung mit Kolik-Babys klären, ob das Problem im Säuglingsalter vielleicht das frühe Anzeichen von periodischen Syndromen in der Kindheit sind, die als Vorläufer einer späteren Migräneerkrankung gelten. "Möglicherweise sind Kolik-Babys ähnlich reizsensibel wie Migräne-Patienten. Denkbar wäre, dass sie mit dem Ansturm neuer Stimuli nicht zurechtkommen, sobald sie das dunkle, warme und eingehüllte Leben im Mutterbauch gegen die helle, kalte und laute Welt voller unbekannter Reize tauschen müssen", mutmaßt die Forscherin.
Autor: pressetext.de; Johannes Pernsteiner (Stand: 22.02.2012)Weitere Themen:
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