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Illegaler Organhandel beutet Ärmste aus

photocase.de (mclo) © photocase.de (mclo)

Illegale Organverkäufe sind weltweit stark am zunehmen. Speziell in Entwicklungsländern kommt es immer häufiger vor, dass ärmere Menschen ein Organ - Niere, Leber oder sogar Teile der Hornhaut - aus Geldnöten an Empfänger in Industrieländer verkaufen. Wie dies in der Praxis abläuft, hat der Anthropologe Monir Moniruzzaman von der Michigan State University untersucht - und soeben in einem Bericht veröffentlicht.

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Bestechung zugunsten der Reichen
Moniruzzaman ermittelte ein Jahr lang verdeckt im illegalen Organhandel-Markt von Bangladesch. Er interviewte dabei unter anderem 33 Menschen, die ihre Niere auf dem Schwarzmarkt für Dumpingpreise verkauft haben. Häufig bekamen diese Menschen, die ihre Organe aus dringender Geldnot verscherbeln, nicht die Summe, auf die sie sich mit dem Käufer geeinigt hatten.
Ärzte, Krankenhäuser, Beamte oder Pharmaunternehmen verschliessen ihre Augen und werden in der Regel von Organ-Maklern bestochen. Über derartige Mittelmänner gelangen die Körperteile von Bangladesch in die USA, in den Nahen Osten oder nach Europa, auch Deutschland und Österreich sind unter den Empfängerländern. "Das ist eine schwere Form der Ausbeutung verarmter Menschen, deren Körperorgane auf dem Markt zu Waren geworden sind - nur um das Leben der wenigen Reichen zu verlängern", ärgert sich Moniruzzaman.

Delikt in Europa
In Deutschland wurde nie ein Fall von Organhandel bekannt, heißt es bei der Deutschen Stiftung für Organtransplantation. "Der Organhandel ist nach dem Transplantationsgesetz in Deutschland unter Strafe gestellt", sagt Christine Gehringer, Sprecherin der Stiftung.

Suche per Zeitungsannonce
Die Organ-Makler ködern ihre Opfer durch Anzeigen in der Zeitung, dokumentierte Moniruzzaman durch 1.200 derartige Anzeigen. Den Verarmten wird teils für eine gespendete Niere ein Visum für die USA in Aussicht gestellt. Doch auch den Geldversprechen gelingt es oft, Verzweifelte zu locken: Nieren werden in Bangladesch um 1.400 Dollar gehandelt. 78 Prozent der Bevölkerung verfügen über weniger als zwei Dollar pro Tag.

Autor: pressetext.de; Oranus Mahmoodi (Stand: 14.03.2012)

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