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Schmerzmittel steigern Kopfweh bei Überdosierung

Bis zu eine Mio. Menschen leiden in Großbritannien unter vollständig vermeidbaren starken Kopfschmerzen, die laut Experten durch die Einnahme von zuviel Schmerzmitteln verursacht werden. Das Einnehmen von Schmerzmitteln führt in vielen Fällen zu noch stärkeren Kopfschmerzen. Diese Warnung ist Teil der ersten Richtlinien des National Institute for Health and Clinical Excellence's (NICE) zur Behandlung von Kopfschmerzen.

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Viele Patienten im Teufelskreis

Kopfschmerzen, die durch eine zu starke Medikation verursacht werden, fühlen sich nicht anders an als andere Kopfschmerzen oder eine Migräne. Für Großbritannien gibt es keine genauen Daten wie häufig diese Art von Kopfschmerzen auftritt. Studien aus anderen Ländern legen jedoch nahe, dass davon ein bis zwei Prozent der Menschen betroffen sind. Laut der WHO dürfte dieser Anteil eher bei fünf Prozent liegen.

Laut Martin Underwood von der Warwick Medical School, der auch Leiter des NICE-Ausschusses ist, kann die Einnahme von Schmerzmitteln zu einem Teufelskreis führen. "Die Kopfschmerzen werden schlimmer, also werden mehr Medikamente eingenommen und damit werden auch die Kopfschmerzen noch stärker. Und genau das wäre ganz einfach zu verhindern", verdeutlicht der Experte.

Verstärkende Wirkung ungeklärt

Warum Schmerzmittel diese Auswirkungen auf das Gehirn haben können, ist bisher nicht erforscht. Es wird angenommen, dass die meisten Betroffenen am Beginn täglich Kopfschmerzen hatten, unter Spannungskopfschmerzen oder Migräne litten. Bei der Behandlung zu Hause wurden sie in der Folge immer schlimmer. Laut Manjit Matharu vom National Hospital for Neurology and Neurosurgery gibt es nach zehn bis 15 Tagen der Einnahme von Schmerzmitteln im Monat einen Punkt, an dem die Medikamente selbst zum Thema werden.

"Das ist ein großes Problem in der Bevölkerung. Rund einer von 50 Menschen nimmt bei Kopfschmerzen zu viele Medikamente. Das bedeutet, dass rund eine Mio. Menschen, die täglich oder fast jeden Tag, unter Kopfschmerzen leidet, durch diese Schmerzmittel erst Schmerzen hat." Die neuen Richtlinien für Ärzte in England und Wales empfehlen, die Einnahme von Schmerzmitteln in diesem Fall sofort zu stoppen. Die Folge ist ein Monat wirkliche Qual, in der die Patienten immer wieder Kopfschmerzen ohne Schmerzmittel haben werden.

Akupunktur und Prävention wichtig

Nach dieser Zeit sollte es den Betroffenen wieder besser gehen. Der Ausschuss rät auch zu anderen Möglichkeiten im Umgang mit Kopfschmerzen wie der effizienten Prävention. Bei Spannungskopfschmerzen und Migräne sei auch der Einsatz von Akupunktur zu überlegen. Zusätzlich werden die Ärzte ersucht, bei Patienten keinen Gehirn-Scan durchführen zu lassen, nur um sicher zu gehen, dass es sich nicht um einen Tumor handelt. Ein Tumor würde laut NICE auch zu anderen Symptomen wie einer Verhaltensänderung oder Epilepsie führen.

Autor: pressetext.de; Michaela Monschein (Stand: 19.09.2012)

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