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Was tun bei akutem Reisedurchfall?

pixabay / Julius_Silver CC0 © pixabay / Julius_Silver CC0

Sie fahren in Ihr Traumland, freuen sich auf Freizeit, Sonne und Sehenswürdigkeiten. Doch oje, schon am zweiten Tag ist der Spaß vorbei, Sie kommen nicht von der Toilette! Die Reisediarrhö hat Sie erwischt und droht Ihnen den Urlaub zu vermasseln. Das kann jedem passieren. Reisedurchfall ist nach wie vor die meist verbreitete Reisekrankheit. Sie dauert in der Regel drei bis neun Tage an. Hier erfahren Sie, wie Sie am besten damit umgehen, was Sie dazu wissen sollten und welche Vorbereitungen Sie treffen können.

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Wo kommt es am häufigsten zu Reisediarrhö?

Solange Sie sich in mitteleuropäischen Ländern aufhalten, oder es Sie nach Nordamerika oder Australien zieht, ist das Risiko einer Reisediarrhö zum Opfer zu fallen, relativ gering. Das bedeutet nicht, dass Sie davor vollkommen sicher sind. Allein die Umstellung auf ein anderes Klima, ein umgeworfener Schlafrhythmus und ungewohnte Nahrung halten Ihr Immunsystem schwer auf Trapp. Ist es in gestresstem Zustand fremden Keimen und Bakterien ausgesetzt, kommt es leichter zu Infektionen.

Haben Sie ein exotisches Reiseziel in Asien, Afrika oder Mittelamerika gewählt, sind Sie erheblichem Risiko ausgesetzt. In den meisten Fällen wird  Reisedurchfall durch Bakterien ausgelöst, die ihren Weg in den Darm finden. Das kann durch unreines Wasser geschehen, nicht pasteurisierte Milch oder Fruchtsäfte, sowie durch Nahrungsmittel, die nicht ausreichend kühl gelagert oder transportiert wurden. Allgemein ist mangelnde Hygiene ein entscheidender Faktor. Hinzu kommen in vielen Urlaubsländern heiße Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit - ein Klima, in dem Bakterien hervorragend gedeihen.

Wie Sie sich im Falle des Durchfalls verhalten sollten

Das Wichtigste ist, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Körper verliert bei Durchfall und eventuellem Erbrechen zu viel Flüssigkeit, daher besteht die Gefahr der Dehydration (Austrocknung). Wenn auch noch Fieber und hohe Außentemperaturen hinzukommen, kann der Blutdruck abfallen und es kommt zu bedenklicher Kreislaufschwäche. Trinken Sie daher, auch wenn Sie nicht durstig sind und die Flüssigkeit schnell wieder ausgeschieden wird. Es wird empfohlen, bei Reisediarrhö 3-4 Liter am Tag zu trinken.

Außerdem müssen dem Körper Mineralsalze (Elektrolyten) zugeführt werden. Elektrolythaltige Flüssigkeinten liefern die verlorenen Wertstoffe und helfen die Darmfunktion zu normalisieren. Zucker unterstützt bei der Aufnahme dieser Mineralsalze im Körper. Süß-salzige Flüssigkeiten sind also angebracht. Die Relation sollte ungefähr so aussehen:

  • Ein Teelöffel Salz und
  • 2-3 Esslöffel Zucker
  • auf einen Liter Wasser, Orangensaft oder schwarzen Tee.

Das klingt vielleicht nicht besonders schmackhaft, ist aber erfahrungsgemäß effektiv. Eine Alternative ist abwechselnd salzige Suppen und süßen Tee zu sich zu nehmen.

Solange der Stuhlgang flüssig oder zähflüssig ist, nehmen Sie keine feste Nahrung ein. Danach fügen Sie allmählich trocknes Brot, Reis und einfaches Salzgebäck hinzu. Beschränken Sie sich auf Schonkost, solange die Symptome anhalten.

Cola ist entgegen weitverbreiteter Annahmen weniger geeignet, da die Kohlensäure Blähungen unterstützt und der Zuckergehalt zu hoch ist. Dies gilt für die meisten Sprudelgetränke. Trinken Sie grundsätzlich nur versiegelte Getränke und abgekochtes Wasser.

Medikamente zur Behandlung von Reisedurchfall

Antibiotika

Heutzutage finden Sie eine breite Auswahl an Arzneimitteln, die bei Reisedurchfall helfen.

Einige reduzieren hauptsächlich die Symptome und erleichtern dem Erkrankten somit den Umgang damit, andere verkürzen die Krankheitsdauer. Da die Krankheit verschiedene Auslöser hat, sind nicht alle auf dem Markt erhältlichen Medikamente für jede Art von Reisediarrhö geeignet und es ist für den Laien kaum möglich das zu beurteilen.

Antibiotika gegen Reisedurchfall erweisen sich im überwiegenden Teil der Krankheitsfälle als wirksam. Da Reisdurchfälle fast immer bakteriell bedingt sind, eignen sich Bakterien bekämpfende Mittel generell zu deren Behandlung. Antibiotika sind in der Lage die Symptome zu mindern und die Krankheitsdauer zu reduzieren. Die Behandlung von Reisediarrhö mit Antibiotika ist gängig und weit verbreitet. In Deutschland sind diese antibiotischen Medikamente rezeptpflichtig.

Nicht-antibiotische Medikamente

Hier gibt es vier Kategorien, die auf verschiedene Art wirken:

  • Probiotika, also sogenannte “gute Bakterien”. Es handelt sich um Präparate mit nützlichen Darmbakterien speziell zur Behandlung von Durchfall. Diese sind zwar populär, allerdings ist deren Wirksamkeit noch nicht eindeutig.
  • Peristaltikhemmer sind Durchfall unterdrückende Präparate. Diese sind für bestimmte Formen von Reisediarrhoe geeignet, sollten aber auf keinen Fall bei blutigem Stuhlgang oder Fieber eingenommen werden.
  • Adsorbentien sind Substanzen, die durch das Absorbieren von Flüssigkeit im Darm wirken.
  • Antisekretorika hemmen die Flüssigkeitsbildung im Darm und sind bisher weniger bekannt.

Wie entscheiden Sie, welches Medikament?

Um genau zu wissen, welches Medikament in Ihrem Fall geeignet ist, ist es notwendig, einen Arzt zu konsultieren. Das kann allerdings in einem fremden Land problematisch sein. Außerdem sind nicht alle Medikamente überall erhältlich. Gerade, wenn Sie in einem der asiatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Länder unterwegs sind, kann es gut sein, dass die lokalen Apotheken nicht die Medikamente führen, die hier bekannt sind.

Hier kommt ihre gute Vorbereitung ins Spiel. Sie können sich im Voraus ausstatten. Pulver zur Herstellung von elektrolythaltigen Lösungen kann man einfach ins Gepäck stecken. Auch andere Medikamente, haben in einer Seitentasche immer Platz. In einer Apotheke erfahren Sie, welche Mittel Sie rezeptfrei erwerben können. Bei einer Reise in ein gefährdetes Gebiet, konsultieren Sie vorher einen Arzt, der Ihnen auch ein antibiotisches Mittel mit auf den Weg geben kann.

Tipps zum Vorbeugen und Verhindern

Leider kann einer Reisediarrhö nicht wirklich vorgebeugt werden. Sie können jedoch Ihr Immunsystem stärken, indem Sie auf vitamin- und vitalstoffreiche Ernährung achten. Eventuell fügen Sie ihrer täglichen Diät vor der Reise Nahrungsergänzungsmittel hinzu.

Sobald Sie sich im fremden Land befinden, gibt es einiges, was Sie tun können und was zu beachten ist.

  • Umgang mit Wasser. Wann immer Sie mit Wasser in Berührung kommen, sein Sie achtsam. Zum Trinken, Zähneputzen und Nahrungsmittel waschen, benutzen Sie nur versiegeltes Wasser. Verzichten Sie auf Eiswürfel in Getränken. Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife.
  • Ernährung. Vermeiden Sie rohes Gemüse und Obst. Wenn Sie solches zu sich nehmen, dann erst nachdem Sie es gründlich mit sauberem Wasser (eventuell sogar Seife) gewaschen haben. Essen Sie Fleisch nur gut durchgegart. Dasselbe gilt für Meeresfrüchte, sofern Sie auf diese nicht verzichten wollen.
  • Kaufen von Lebensmitteln. Kaufen Sie so wenig wie möglich auf der Straße (vor allem kein offenes Speiseeis etc.). Besonders wo sich Fliegen und Insekten aufhalten, da sind auch Bakterien und Krankheitserreger unterwegs. Auch beim Aufbewahren von Lebensmitteln halten Sie Fliegen davon fern.
  • Tiere. Meiden Sie Kontakt mit Tieren.  

Eine gute Vorbereitung und Vorsicht vor Ort helfen die Risiken niedrig zu halten. Wir wünschen allen unseren Lesern eine gute Reise und bleiben Sie gesund, woimmer Sie sich auf der Welt befinden.

Autor: Wissen Gesundheit - Redaktion

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