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Psychosomatische Grundversorgung

pixabay / geralt © pixabay / geralt

Psychosomatische Grundversorgung

Es ist mittlerweile erwiesen, dass viele Krankheitsbilder und die damit verbundenen Beschwerden der Patienten psychosomatischer Natur sind. Die Forschung an den Ursachen begann schon in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Der behandelnde Arzt kann jedoch in den meisten Fällen nur die Symptome behandeln. Die eigentliche Ursache lässt sich jedoch nicht so einfach mit ein paar Tabletten oder Spritzen therapieren. In den Fällen ist eine psychosomatische Therapie unausweichlich. Doch diese kann nicht in jeder Arztpraxis durchgeführt werden. Um die psychosomatische Ursache einer gesundheitlichen Beeinträchtigung herauszufinden, fehlt dem Arzt meistens die fachliche Kompetenz und die Zeit. Da stellt sich die Frage, was ist eine psychosomatische Grundversorgung? Auf diese Frage wird in den folgenden Abschnitten näher eingegangen.

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Was ist eine psychosomatische Erkrankung?

Psychosomatische Erkrankungen sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die Beschwerden äußern sich auf unterschiedlicher Art. Die Symptome reichen von Migräne, über Gelenkschmerzen bis hin zu Problemen an den inneren Organen. Es treten mitunter sogar Herzprobleme und ähnlich schwerwiegende Krankheiten auf. Die Palette an Beschwerden reicht noch viel weiter. Manchmal sind es Beschwerden, die überhaupt nicht mit psychogenen Problemen in Verbindung gebracht werden können. Sowohl der Hausarzt als auch der Facharzt können dann nur die spürbaren Auswirkungen dieser Erkrankung therapieren. Da die Ursache jedoch psychosomatisch ist, kann es auch bei bester medikamentöser Therapie keine dauerhafte Besserung der Beschwerden geben.

Wie entstehen psychosomatische Erkrankungen?

Vor solch einer Erkrankung ist keiner sicher. Manchmal sind es einfach nur Defizite in der Sozialkompetenz. Es können aber auch zwischenmenschliche Probleme oder Versagensängste sein, die zu körperlichen Problemen führen. Das Ganze läuft im Unterbewusstsein des Menschen ab, sodass er es gar nicht beeinflussen kann. Eine solche Erkrankung kann jeden Menschen genauso schnell treffen, wie beispielsweise eine Erkältung. Gerade das ist ja auch die Schwierigkeit. Die betroffenen Patienten wissen meistens gar nicht, dass ihre gesundheitlichen Probleme psychosomatischen Ursprungs sind. Deshalb muss ein kompetenter Arzt den Patienten darauf hinweisen und versuchen, die eigentliche Ursache zu behandeln.

Wie erkennt der Arzt diese Probleme?

Genau das ist das große Problem. Auf die Schnelle lässt sich eine solche Krankheit gar nicht diagnostizieren. Sucht beispielsweise ein Patient seinen Hausarzt auf, weil er Herzstiche hat, schickt der Hausarzt den Patienten zum Kardiologen. Dieser schreibt ein EKG und sieht sich vielleicht das Herz noch im Ultraschall an. Sind Veränderungen erkennbar, bekommt der Patient ein paar Tabletten verschrieben und die Sache ist erledigt. Sind die Probleme jedoch psychosomatischer Natur, dann treten die Herzstiche schon bald wieder auf. Manchmal findet der Arzt aber auch gar keine Symptome, die sich therapieren lassen. Dann wird dem Patienten meistens nur gesagt, dass die Ursache vielleicht stressbedingt ist.

Laut einer Studie sind etwa 35 bis 50 Prozent aller gesundheitlicher Beschwerden auf eine psychosomatische Störung zurückzuführen. Da die eigentliche Ursache nicht behandelt wird, kann dem Patienten auch nicht geholfen werden. Zudem entstehen hohe Behandlungskosten sowie Kosten für Arbeitsausfälle, die eigentlich zu vermeiden wären. Daher wäre es eigentlich besser, die psychosomatische Grundversorgung zu stärken.

Was können Ärzte tun?

Ist ein Patient schon seit mehreren Jahren beim gleichen Arzt in Behandlung, kennt dieser auch schon ein wenig die Lebenssituation des Patienten. Daher kann der Arzt schon bei einigen Beschwerden des Patienten eine psychosomatische Ursache in Betracht ziehen. Aber dann tritt schon das nächste Problem auf. Patienten sind zwar grundsätzlich bereit, über körperliche Beschwerden mit ihrem Arzt zu reden. Doch wenn es um psychogene Probleme geht, blocken die meisten Patienten in der Regel ab. Über Probleme im privaten Umfeld oder über Ängste redet keiner gerne. Das ist für die meisten Menschen ein Tabu-Thema. Dadurch hat der Arzt es schwer, dem Patienten klar zu machen, dass seine Leiden eher psychogen sind.

Bei Patienten, die der Arzt zum ersten Mal sieht, ist eine solche Diagnose überhaupt nicht möglich. Nur dann, wenn ein Patient immer wieder mit dem gleichen Leiden zum Arzt geht, kann eine psychosomatische Ursache vermutet werden. Der Sache auf den Grund gehen, kann der Arzt aber erst dann, wenn er einen Zugang zum Patienten gefunden hat. Das ist eigentlich das größte Problem bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen. Dafür gibt es jedoch eine Lösung.

Der Arzt kann sich weiterbilden

Jeder Arzt kann sich auf diesem Gebiet weiterbilden. Es werden mittlerweile Seminare angeboten, an denen interessierte Ärzte teilnehmen können. Ein solches Seminar umfasst etwa 80 Stunden. Neben der Vermittlung der Theorie gibt es auch praktische Aufgaben zu lösen. Dabei lernen die teilnehmenden Ärzte ganz genau, wie sie in ein vertrauliches Gespräch mit den Patienten einsteigen können. Vertraut sich der Patient dem Arzt an, kann der Arzt in mehreren Gesprächen genauer herausfinden, in welchem Bereich das Problem eigentlich liegt.

Dazu ist jedoch eine Menge Arbeit erforderlich. Je tiefer der Arzt in die Psyche des Patienten eindringt, desto schwieriger wird das Gespräch. Betroffene Patienten geben in der Regel nicht alles sofort Preis. Daher muss der Arzt auch die Fähigkeit haben, sozusagen zwischen den Zeilen zu lesen. Er muss die Probleme erkennen, auch wenn der Patient sie nicht direkt benennt. Aber auch diese Fähigkeiten werden auf den Seminaren vermittelt. Jeder Arzt, der an einem dieser anerkannten Seminare teilgenommen hat, kann die therapeutischen Leistungen bezüglich der psychosomatischen Versorgung auch mit den Krankenkassen abrechnen. Die Krankenkassen profitieren ebenfalls von einer guten psychosomatischen Grundversorgung.

Fazit

  • Schon seit den Achtzigerjahren ist bekannt, dass viele körperliche Beschwerden psychosomatische Ursachen haben können
  • Nur die Symptome zu behandeln, bringt keinen langfristigen Erfolg
  • Die psychosomatische Grundversorgung sollte ausgebaut werden
  • Bessere Heilungschancen für Patienten und Kostenersparnis für Krankenkassen
  • Ärzte können sich weiterbilden und die psychosomatische Grundversorgung abrechnen
Autor: Wissen-Gesundheit Redaktion

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