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Hilfe annehmen: Wann der Zeitpunkt gekommen ist

unsplash / Priscilla Du Preez © unsplash / Priscilla Du Preez

Am Anfang einer Abhängigkeit steht stets der erhöhte Konsum eines Suchtmittels. Das können Alkohol und Drogen sein, aber auch Glücksspiel, gestörtes Essverhalten sowie Medikamente und auch das Smartphone sind potenzielle Risiken. Oft ist eine Sucht kein einsames Einzelschicksal, denn Angehörige, Bekannte und Freunde werden mit in den Strudel der Abhängigkeit gezogen. In der Regel erkennen Suchterkrankte nicht früh genug, dass sie Hilfe brauchen. Wenn das Umfeld es bemerkt, ist es schlimmstenfalls schon zu spät. Damit es nicht so weit kommt, folgt ein Beitrag, der darüber aufklärt, wann es Zeit ist, Hilfe anzunehmen.

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Suchterkrankungen in Deutschland: Die Abhängigkeit kommt schleichend

Betroffene berichten es immer wieder: Die Sucht schleicht sich nach und nach in das eigene Leben. Und genau hier liegt auch das Problem. Viele erkennen nicht, dass sie sich in ein problematisches Verhalten begeben. Ein normaler Tagesablauf wird zunehmend schwieriger. Arbeit, Familie und Freunde verlagern sich vermehrt in den Hintergrund, denn im Fokus steht die Sucht, häufig auch die Beschaffung des jeweiligen Suchtmittels.

Bei den meisten Patienten dauert es recht lange, bis sie sich ihrer Abhängigkeit bewusstwerden. Manchmal durch ein lebensgefährliches Ereignis, manchmal durch gesundheitliche Probleme, die aus der Sucht resultieren, und manchmal durch Druck von außen, wenn sie beispielsweise im Begriff sind, alles zu verlieren, was ihnen eigentlich wichtig ist. In solchen Fällen hilft häufig nur der stationäre Entzug in einer Klinik. Laut der Suchthilfestatistik aus dem Jahr 2017 besserte sich bei 72 Prozent der behandelten Patienten mit Stimulanzien-Abhängigkeit die Suchtproblematik durch eine stationäre Behandlung. Durchschnittlich dauert so eine Behandlung ungefähr 110 Tage.

Prävention, ambulante Behandlungen und stationäre Entzugskliniken: Hilfsangebote sind vielseitig

Wer erkennt, dass Hilfe nötig ist, bekommt vielseitige Angebote. Grundsätzlich bestehen drei verschiedene Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen:

Präventive Unterstützung

Ambulante Behandlung

Stationärer Entzug

  • Selbsthilfegruppen
  • Informationsveranstaltungen
  • Workshops
  •  

     
  • anonyme Beratung (Telefon oder Online)
  • Beratungsstellen
  • Psychotherapie
  • medizinische Rehabilitation
  •  
  • spezialisierte Suchtfachkliniken
  • Tagesklinik
  • internistische Krankenhäuser mit speziellen Abteilungen
  • Hinweis:  Je nach Suchtmittel ist es sinnvoll, eine spezialisierte Suchtklinik aufzusuchen. Zur Behandlung einer Medikamentenabhängigkeit empfiehlt sich beispielsweise die Betty Ford Klinik, wo insbesondere Schlafmittel-, Beruhigungsmittel- und Schmerzmittel-Süchte intensiv behandelt werden.


    Wann der Zeitpunkt für Hilfe gekommen ist und warum es schwerfällt, diese anzunehmen

    Bevor ein suchtkranker Patient Hilfe in Anspruch nehmen kann, muss er oder sie an den Punkt gelangen, dass Hilfe notwendig ist. Der Zeitpunkt für externe Unterstützung ist da, wenn:

    • die Sucht den Alltag gefährdet,
    • den Arbeitsplatz bedroht,
    • den Betroffenen in eine finanzielle Notlage bringt,
    • eine Trennung und/oder Scheidung bevorstehen,
    • die Angst, das Suchtmittel zu verlieren, alles andere überschattet.

    Wenn auch nur einer dieser Punkte zutrifft, ist es allerhöchste Zeit, Hilfe anzunehmen. Besser ist, wenn Abhängige schon früh erkennen, dass die Sucht über ihr Leben bestimmt. Grundsätzlich gilt nämlich: Je eher eine Abhängigkeit erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Gesundung. Vielen Suchtkranken fällt es nicht nur schwer, die eigene Sucht anzuerkennen, sondern auch die angebotene Hilfe anzunehmen. Diesem Umstand liegen verschiedene Ursachen zugrunde:

    • Oft bleibt die Sucht jahrelang unerkannt. Manchmal liegt es daran, dass die Patienten sehr gut im Verstecken sind. Andere sind der Meinung, das Problem im Griff zu haben, wenn sie sich für ein paar Tage im Konsum reduzieren. Deshalb betrachten sich die meisten Abhängigen gar nicht als süchtig.
    • Das Annehmen von Hilfe wird mit dem Eingeständnis der Sucht gleichgesetzt. Dies wiederum bedeutet, dass die Person nicht allein mit der Abhängigkeit fertig wird. Für viele Betroffene ist dieses Gefühl mit Scham und Schwäche verbunden.
    • Zudem ist mit externer Unterstützung die kommende Abstinenz verbunden. Grundsätzlich ist das der schwierigste Part für Suchtkranke. Denn das Annehmen von Hilfe bedeutet, sich mit der eigenen Sucht auseinanderzusetzen und folglich das Suchtmittel aufzugeben. Dies ist im Regelfall der schlimmste Schritt, denn ein Leben ohne den Suchtstoff ist meistens nicht vorstellbar.

    Der schwierige Entzug: Angst vor der eigenen Abhängigkeit und den Folgen

    Der Entzug ist für viele Suchtkranke die schwierigste Etappe auf dem Weg in die lebenslange Abstinenz. Insbesondere der Entzug von Tabletten ist oft langwierig. Im Gegensatz zu Alkohol oder Zigaretten kann eine Pille nicht direkt abgesetzt werden. Dies bezeichnen Ärzte als „ausschleichende Suchttherapie“. Dabei ist die Dauer einer Therapie beim Medikamentenentzug sowohl von der Einnahmedosis als auch der -zeit abhängig. Viele Patienten werden während des Entzugs erst mit der Angst vor der Abhängigkeit konfrontiert, denn, wer versucht, clean zu werden, hat häufig mit folgenden Nebenwirkungen zu kämpfen:

    • Krämpfe
    • Verwirrtheit und Wahnvorstellungen
    • Bluthochdruck
    • Pulsbeschleunigung
    • Unruhe und Ängstlichkeit
    • Schlafprobleme und Zittern
    • Übelkeit und Kopfschmerzen

    Im allerschlimmsten Fall können diese Entzugserscheinungen sogar zu schwerwiegenden körperlichen Problemen führen. Sowohl ein Herzinfarkt als auch ein Schlaganfall sind im Bereich des Möglichen, weshalb ein Entzug im besten Fall stets unter Kontrolle und Aufsicht von Fachpersonal stattfindet.

    Ratschläge für alle, die Betroffenen helfen wollen

    Normalerweise sind nicht nur die Suchtkranken betroffen, sondern auch die Angehörigen, Freunde und Bekannte. Aus diesem Grund können folgende Ratschläge allen helfen, die einen Betroffenen bei problematischem Suchtverhalten unterstützen wollen:

    1. Informationen über Hilfsangebote und Institute einholen
    2. Ein offenes Gespräch mit der suchtkranken Person führen, dabei auf Hilfsangebote hinweisen und sich als Begleitung anbieten
    3. Verdeutlichen, dass auch die Angehörigen bereit sind, Hilfe von außen anzunehmen, um diesen Weg gemeinsam zu gehen
    4. Auf Distanz zu gehen, hilft oft, um wieder einen gewissen Abstand zur Situation zu erhalten
    5. Bisher geleistete Hilfe einschränken, um dem Abhängigen zu zeigen, wie weit die eigene Sucht fortgeschritten ist und welche Positionen allein schon nicht mehr machbar sind
    6. Schuldgefühle hinter sich lassen und konsequent sein, um die Co-Abhängigkeit zu durchbrechen
    Autor: Wissen-Gesundheit Redaktion

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