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Natürliche Antidepressiva: Diese Pflanzen hellen die Stimmung auf

pixabay / Pexels © pixabay / Pexels

In Zeiten, in denen es schwerfällt, aus eigenem Antrieb Schwermut und Trübsinn zu vertreiben, verschreiben Hausärzte den Betroffenen immer häufiger Medikamente gegen Depressionen. Allein in Deutschland stieg im Zeitraum von 2008 bis 2017 die Anzahl der ärztlichen Verordnungen von Antidepressiva um 53,1 Prozent. Dabei wird die Wirksamkeit der Medikamente durchaus kontrovers diskutiert. Bei einigen Menschen schlagen sie gar nicht erst an, bei anderen führen die Wirkstoffe zu schweren Nebenwirkungen, die eine Fortsetzung der Behandlung unmöglich machen.

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Bei leichten bis mittelschweren Depressionen gibt es Alternativen: Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten für ihre stimmungsaufhellende Wirkung bekannt sind, die sogenannten Phytopharmaka. Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Antidepressiva liegen auf der Hand: Sie wirken sanft, sind in der Regel gut verträglich, machen nicht abhängig und erzeugen keinen „Hangover“, der sich noch lange nach der Einnahme beispielsweise durch Reaktions- und Konzentrationsstörungen äußert.

Besonders Johanniskraut gilt als natürliches Antidepressivum. Aber auch andere Kräuter wie Baldrian, Passionsblume, Hopfen, Melisse oder Gingko sind für ihre stimmungsaufhellende Wirkung bekannt. Wir stellen die pflanzlichen Stimmungsaufheller vor, die in herkömmlichen Apotheken und zertifizierten Online-Apotheken wie DocMorris rezeptfrei erhältlich sind.

Wer sich antriebslos und seelisch angeschlagen fühlt, profitiert von der anregenden Wirkung des Johanniskrauts. Schon im Mittelalter sagte man dem Kraut nach, böse Geister zu vertreiben, weshalb die Heilpflanze auch als Teufelsaustreiber bezeichnet wurde. Heute belegen zahlreiche Studien, dass Johanniskraut gegen Depressionen wirkt. Als wirksamkeitsbestimmend gelten vor allem die Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperoforin, die sich auf die Regulierung von Botenstoffen wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin im zentralen Nervensystem auswirken. Weil Johanniskraut dafür bekannt ist, die Haut lichtempfindlicher zu machen, wird Johanniskraut-Extrakt laut Apotheken-Umschau seit den 1980er-Jahren als Medikament gegen die saisonale Winterdepression empfohlen. Wichtig zu wissen ist, dass der stimmungsaufhellende Effekt wie bei den meisten Heilpflanzen nicht sofort nach der ersten Einnahme, sondern erst nach einer regelmäßigen Einnahme von mindestens zwei Wochen eintritt. Doch auch herkömmliche Antidepressiva wirken meist mit einer solchen Verzögerung. Entscheidend ist außerdem die richtige Dosierung. Bei einer Depression reicht Johanniskrauttee nicht aus. Für die Behandlung braucht es hochdosierte Trockenextrakte in Form von Tabletten, Kapseln oder Dragees. Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, sollten beachten, dass Johanniskraut die Verhütung beeinträchtigen kann.

Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume – die Kombination für gesteigerte Wirkung

Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend. Die Passionsblume, reich an Flavonoiden, gilt als spannungs- und angstlösend und Baldrian als beruhigend und schlaffördernd. Zusammen ermöglichen die drei Pflanzen eine umso stärkere Kombinationstherapie, die sich als wirksamer erwiesen hat als die Monotherapie mit einzelnen Präparaten. So stellten Forscher an der Universität Freiburg fest, dass die Zugabe von Passionsblume zu einem Johanniskraut-Extrakt eine stärkere Abwehr von Unruhe, Angst und Depression zur Folge hatte. In weiteren Studien wurde zudem festgestellt, dass durch die Zugabe von Baldrian-Extrakt die antidepressive Wirkung früher eintritt. Kombinationspräparate in Form von Filmtabletten versprechen Hilfe bei depressiven Verstimmungen, indem sie die Nerven beruhigen, die Stimmung aufhellen und den Schlaf verbessern.

Hopfen und Melisse – Beruhigung für Nerven und Magen

Auch Hopfen und Melisse gehören zu den Pflanzen, die sich häufig in Kombinationspräparaten mit beruhigender Wirkung wiederfinden, meist in Kombination mit Baldrian oder Passionsblume. Hopfenzapfen, die überwiegend für ihr Bieraroma bekannt sind, enthalten Bitterstoffe, ätherisches Öl und Flavonoide, die sich gegen nervöse Unruhe und Schlafstörungen bewährt haben. Melissenblätter, reich an ätherischen Ölen, wirken zusätzlich entkrampfend, wodurch sie nicht nur die Nerven, sondern auch den Magen beruhigen. Deshalb wird Melisse vor allem den Patienten empfohlen, denen die psychische Belastung auch auf den Magen schlägt, zum Beispiel in Form eines Reizmagens.

Lavendel – natürlicher Angstlöser

Die violett blühende Pflanze aus der Provence erfreut sich vor allem wegen ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten großer Beliebtheit: Diese reichen von Parfümessenzen über Seife und Kräuterkissen bis hin zur Medizin. Hier entfalten vor allem die Inhaltsstoffe der Lavendelblüten ihre Wirkung: Das ätherische Öl, das aus den Substanzen Linalylacetat und Linalool besteht, setzt einen Duft frei, der nachweislich beruhigend wirkt. Die Uniklinik-Freiburg verweist auf Studien (pdf), in denen nachgewiesen wurde, dass die tägliche Einnahme von 80 mg Lavendelöl angstlösend, antidepressiv, sedierend und entkrampfend wirkt. Dementsprechend fungiert Lavendel häufig als Wirkstoff in pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die Anspannung und Angstgefühle reduzieren sollen.

Gingko – die Wirkungskraft des jahrhundertealten Baums

Der Gingko-Baum gilt als lebendes Fossil. Seit 250 Millionen Jahren gibt es ihn bereits in Asien. Er kann 1.000 Jahre alt werden und zeichnet sich durch enorme Widerstandskraft aus. Wohl auch deshalb werden dem Baum, der seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa angepflanzt wird, heilende Kräfte zugeschrieben. Genauer gesagt sind es die Gingkoblätter, in denen Flavonoide, Ginkgolide und Terpene zusammenwirken, denen positive Effekte auf die Nervenzellen, das Gedächtnis und die Durchblutung zugeschrieben werden. Deshalb ist Gingko-biloba-Extrakt bei Beschwerden wie Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen zugelassen. In Studien stellten Forscher zudem immer wieder fest, dass Gingko die Gemütslage der Probanden verbessert. Diese Ergebnisse gelten jedoch als ungesichert, so dass Gingko-Extrakt, das in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen erhältlich ist, nur als ergänzendes Mittel zur Behandlung von Depressionen erwogen werden sollte.

Ärztliche Beratung auch bei pflanzlichen Antidepressiva

Pflanzliche Stimmungsaufheller wirken sanfter als beispielsweise Benzodiazepine, sie machen nicht abhängig und sind frei verkäuflich. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keinerlei Nebenwirkungen haben. Deshalb sollte auch vor der Einnahme eines nicht verschreibungspflichtigen Medikaments ein Arzt konsultiert werden. Er berät darüber, welche Anwendung für den individuellen Fall die richtige ist, und klärt über mögliche Neben- und Wechselwirkungen auf. Zudem können die Stimmungsaufheller nur einen Teil der Behandlung ausmachen. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, Licht, soziale Kontakte, ein besserer Umgang mit Stress – auch das braucht es, um langfristig eine depressive Verstimmung zu überwinden.

Autor: Wissen-Gesundheit Redaktion

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