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Anti-Aging: So beeinflusst die Psyche den Wunsch nach einem jugendlichen Aussehen

pixabay / geralt © pixabay / geralt

Anti-Aging ist ein zentrales Thema in der heutigen Gesellschaft. Die meisten Menschen fühlen sich jünger als das Geburtsdatum in ihrem Pass es vermuten lässt. Dieses subjektive Empfinden bestätigen auch demografische Studien, die belegen, dass die Menschen immer älter werden. Wissenschaftler sprechen aufgrund des demografischen Wandels von einer zunehmend geriatrischen Gesellschaft, deren Alltagsbild stark von der Präsenz älterer Menschen geprägt sein wird.

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2019 hat auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine umfangreiche Studie zur Generation 80 Plus vorgestellt, die insbesondere Aspekte wie die Lebenszufriedenheit von Menschen in der zweiten Lebenshälfte beleuchtet. Möglichst alt werden möchten die meisten Befragten, aber nur, wenn dies bei bester Gesundheit und möglichst ohne große Einschränkungen in der Teilhabe am Alltag passiert. Für das allgemeine Wohlbefinden im Alter spielt nicht zuletzt auch das Aussehen eine Rolle. Menschen in der zweiten Lebenshälfte fühlen sich häufig jünger und möchten dies auch durch ein jugendliches Aussehen ausstrahlen. Unterstützt wird dieser Wunsch durch die in den Medien inszenierten Idealbilder von reifen Frauen und Männern, die sich auch weit in der zweiten Lebenshälfte ihr jugendliches Aussehen bewahrt haben.

Sich jung fühlen und auch so aussehen

Körperzufriedenheit und Anti-Aging sind in späteren Lebensphasen eng miteinander verknüpft. Wenn die äußeren Anzeichen des körperlichen Alterns nicht so recht zu dem Gefühl des Junggebliebenseins passen möchten, wächst in vielen Menschen der Wunsch, zu ihrem jugendlichen Aussehen zurückzukehren. Frauen ab 50 sind die Bevölkerungsgruppe, die am meisten Interesse an verschiedenen Möglichkeiten im Bereich Anti-Aging zeigen. In dieser Altersgruppe fühlen sich Frauen Studien zufolge im Schnitt 11 Jahre jünger als sie sind. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang vom so genannten „Memory Age“, dem gefühlten Alter im Gegensatz zum tatsächlichen Alter dem Geburtsdatum entsprechend.

Ein weiterer Fachbegriff, der das Phänomen des „Sich jünger Fühlens“ umschreiben soll, ist das „Down-Aging“. Psychologen beschreiben diesen Terminus als das Phänomen, das auftritt, wenn sich vor allem Menschen in ihrer Lebensmitte und darüber hinaus ältere Fotos ansehen. Sie beschreiben häufig, dass sie sich noch genauso jung fühlen, wie sie auf den Fotos abgebildet sind, auch wenn die Aufnahmen schon vor fünf oder zehn Jahren oder sogar noch früher entstanden sind. Die Körperzufriedenheit und die Überzeugung, dass das Altersempfinden und das äußere Erscheinungsbild übereinstimmen, nimmt bei Frauen ab 50 allerdings stark ab. In der zweiten Lebenshälfte legt vor allem der weibliche Teil der Bevölkerung großen Wert darauf, sich nicht nur jung zu fühlen, sondern auch so auszusehen.

Das Gesicht zählt zu den Körperbereichen, in denen die Unzufriedenheit besonders stark ausgeprägt ist. In einer 2017 deutschlandweit durchgeführten Studie hat Deutsche Gesellschaft für Botulinumtoxintherapie (DGBT) ermittelt, dass rund 50 Prozent der Frauen, die für die Studie befragt wurden, eine straffe und jugendliche Haut ohne Falten mit Jugendlichkeit und Attraktivität verknüpfen. Unterstützt wird dieses psychologische Phänomen durch die Medien, in denen Bilder von Stereotypen für Jugend und Attraktivität das Gesicht als Schönheitsideal in den Fokus rücken.

Unter den medizinischen Möglichkeiten im Bereich Anti-Aging ist deshalb vor allem die Faltenunterspritzung ein häufig gewähltes Mittel, um die äußeren Anzeichen für das Älterwerden zu verringern. Waren in den Anfängen der plastischen Medizin meist noch operative Eingriffe erforderlich, um Falten sichtbar zu reduzieren, setzt die moderne Faltenglättung vor allem auf Lifting durch so genannte Filler, die unter die Haut gespritzt werden, um ein glatteres Hautbild zu erzielen.

Durch ein glatteres Hautbild entsteht meist ein deutlich jüngeres Gesamterscheinungsbild, das die Körperzufriedenheit vor allem in der zweiten Lebenshälfte spürbar steigern kann.

Der Wunsch nach Jugendlichkeit ist tief verwurzelt

Menschen möchten alt werden und dabei doch jung bleiben. Ein Wunsch, der an sich ein Widerspruch ist. Während fortgeschrittenes Alter gerne mit Weisheit, Lebenserfahrung und mehr innerer Harmonie gleichgesetzt wird, ist ein äußeres Erscheinungsbild, das ein fortgeschrittenes Lebensalter nahelegt, eher negativ besetzt. Es wird gleichgesetzt mit nachlassender Gesundheit, mit geringerer Vitalität und Leistungsfähigkeit. Vor allem Frauen sind davon betroffen, dass sie aufgrund des Verlustes ihres jugendlichen Aussehens diskriminiert werden.

Der Grund dafür ist psychologisch tief verwurzelt. Jugend wird unterbewusst gleichgesetzt mit Gesundheit, Leistungsfähigkeit und, bei Frauen ein ganz wesentlicher Aspekt, mit Reproduktionsfähigkeit. Während die genetische Programmierung des Unterbewusstseins Frauen häufig schon jenseits der 40 ihre für die Arterhaltung relevante Reproduktionsfähigkeit abspricht, beginnt diese Wahrnehmung bei Männern häufig erst ab 60. Schon in den Anfängen der Menschheit war es für das Fortbestehen der Art unerlässlich, möglichst viele gesunde und kräftige Nachkommen zu zeugen. Um diese zu gewährleisten, wählten sich Männer instinktiv junge Partnerinnen aus. Frauen, die nicht mehr im gebärfähigen Alter waren, verloren nicht selten ihre Daseinsberechtigung innerhalb der Gruppe.

Dieses genetische Programm ist auch heute noch im Unterbewusstsein verankert. Frauen in der zweiten Lebenshälfte, die äußere Anzeichen des Altes zeigen, können dadurch unterbewusst als weniger wertvoll für die Gesellschaft wahrgenommen werden und nehmen sich auch selbst unterbewusst häufig so wahr. Attraktivität und die Nähe zu einem optischen Idealbild werden mit Wertschätzung von außen gleichgesetzt und bestimmen vielfach auch den Selbstwert, den insbesondere Frauen sich beimessen. Der Wunsch nach einem jugendlichen Aussehen ist also auf der einen Seite Ausdruck eines jüngeren Lebensgefühls, das auch ins Außen getragen werden soll, auf der anderen Seite aber auch das Streben danach, möglichst lange Gesundheit, Leistungsfähigkeit und damit einen höheren Wert für die Gesellschaft auszustrahlen.

Die Bedeutung von Alter und Aussehen im Wandel

Soziologische Imagekampagnen bemühen sich zunehmend darum, das Ansehen von Frauen in der zweiten Lebenshälfte zu stärken. Reife, Lebenserfahrung und ein gewachsener Charakter sollen das Streben nach Jugend nach und nach ersetzen können.

Allerdings stehen meist reife Frauen im Zentrum solcher Kampagnen, die neben Tatkraft, Engagement und Charakterstärke auch mit ihrem jugendlichen Aussehen beeindrucken. Zu ihren großen Leistungen scheint es auch zu zählen, dass sie „für ihr Alter jung aussehen“. Hier muss der Fokus der medialen Darstellung sich deutlich verändern, damit eine gesellschaftliche Wahrnehmung und damit eine neue Form von Körperzufriedenheit und Akzeptanz bis ins hohe Alter hinein geschaffen werden kann.

Autor: Wissen-Gesundheit Redaktion

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