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Was ist Osteopathie und Chiropraktik?

pexels / karolina-grabowska © pexels / karolina-grabowska

Wir alle leben in einer Welt, die hohe psychische Anforderungen an jeden einzelnen stellt. Die teilweise belastenden Ansprüche der Arbeitswelt und des persönlichen Umfelds führen nicht selten zu körperlichen Veränderungen. Übersäuerung, Einlagerungen im Gewebe und Fehlhaltungen stellen die Schulmedizin aber bisweilen vor Probleme in Diagnose und Therapie. Komplexe Schmerzzustände werden meist nicht ursächlich behandelt. Oft sind die Patienten nicht gewillt, über einen längeren Zeitraum Medikationen zu akzeptieren, die mit Nebenwirkungen belastet sind und sogar zu Abhängigkeiten führen. Alternative Konzepte aber nehmen sich sich der Betroffenen an, um die Schmerzen da zu behandeln, wo sie entstehen.

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Die Chiropraktik: Manuelle Diagnose und Therapie

Die Chiropraktik ist eine der Behandlungsmethoden, die sich im Bereich der Naturheilkunde etablieren konnte. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und ist ein Kompositum aus den Silben „cheir“ für Hand und „practos“ für die Anwendung. Im Wesentlichen befasst sich der Chiropraktiker mit Fehlstellungen von Gelenken, die im Bewegungsapparat auftreten. Besonders die Wirbelsäule und das Becken, aber auch die Gelenke an Armen und Beinen werden analysiert und gegebenenfalls korrigiert.

Der Behandler orientiert sich zunächst an der Schilderung der Beschwerden durch den Patienten. Auch Röntgenbilder werden zur Diagnose hinzugezogen, wesentlich aber ist das Ertasten der Ursachen durch manuelle Techniken. So werden Fehlstellungen festgestellt, die ihre Ursache in Verschiebungen des Gelenkspiels haben können.

Ungünstige Positionierungen, besonders die von Wirbelkörpern, führen zu einer Irritation des Nervengewebes, welches wiederum das umliegende Muskelgewebe ungünstig beeinflusst. So entwickeln sich Symptome, die aber nicht unbedingt durch das angrenzende Umfeld hervorgerufen werden. Die Choropraktik spricht auch von Fernwirkung, wenn durch die Vermittlung von Nervenbahnen, Gewebe und Muskeln Schmerzen oder andere Symptome in weiter entfernt liegenden Regionen des Organismus auftreten. Werden aber die Blockaden im Rahmen der Therapie gelöst, verschwinden die Symptome. Allerdings versteht sich diese Behandlung nicht als eine Form, die nur die Symptome korrigiert. Wesentlich für das Selbstverständnis ist der ganzheitliche Ansatz mit dem Ziel der Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Bei der Therapie setzt der Behandler verschiedene Techniken ein. Ausschließlich manuell, ohne Geräte oder andere Hilfsmittel, diagnostiziert er mit sanften Untersuchungen die Ursachen der Beschwerden. Die angewendeten Methoden finden sich in einem umfangreichen Repertoire, zu dem etwa das Justieren der Gelenkpartner, Reflextechniken oder Weichteiltechniken gehören.

Die Osteopathie

Die Leitlinien der Osteopathie gehen auf den Gründer Andrew Taylor Still zurück. Bereits im Jahr 1874 stellte er seine Behandlungsmethode erstmals der Öffentlichkeit vor. Zentrales Element ist die Tatsache, dass alles Körpergewebe über Nerven und Blutgefäße miteinander verbunden ist, über die es versorgt wird. Auch Stoffwechselprodukte werden auf diesen Wegen abtransportiert und schließlich ausgeschieden.

Nach Auffassung ihres Gründers muss dem Organismus weder etwas entnommen, noch müssen Stoffe hinzugefügt werden, um zur Heilung zu gelangen. Die Behandlung vermeidet die Gabe von Medikamenten und beschränkt sich auf den Einsatz der Hände und der Sinne des Therapeuten.

Auch bei der Osteopathie beginnt die Behandlung mit dem Patientengespräch, in dem die wesentlichen Fakten erfragt und besprochen werden. Sämtliche Vorkommnisse, die Einfluss auf das gesundheitliche Geschehen haben könnten, finden die Aufmerksamkeit des Behandelnden. Besonders beachtet er Vorerkrankungen, Unfälle, Verletzungen Operationen oder besondere Lebensereignisse, auch psychische Beschwerden und Erkrankungen. Anschließend erfolgt eine genaue Untersuchung. Der Osteopath versucht mit allen Sinnen, die Ursachen der Symptome herauszufinden.

Alle untypischen Vorkommnisse und Zustände im Organismus gelten als mögliche Auslöser von Beschwerden. Hierzu gehören Spannungsfelder, Einschränkungen von Funktionen und Blockaden. In allen Körper- und Organsystemen können sich derartige Blockaden befinden, also in Gelenken, im gesamten Knochensystem, in der Muskulatur, Bauch- oder sogar Sinnesorganen, Blutgefäßen, im Nerven- oder im Bindegewebe.

Drei Teilbereiche

Nacheinander sind in der Osteopathie drei Teilbereiche entstanden. Die Parietale Osteopathie behandelt hauptsächlich das gesamte Muskel-Skelett-System. Von diesem Bereich war A.T. Still ursprünglich ausgegangen, und auch der Name der Behandlungsweise entstand in diesem Zusammenhang. „Osteon“ ist griechisch und steht für Knochen, „pathos“ bedeutet Leiden.

Die inneren Organe sind das Feld der Viszeralen Osteopathie. Bedeutende Forschungen konnte Jean Pierre Barral, ein französischer Osteopath, in diesem Bereich beitragen. Er konnte zeigen, dass Emotionen das Körpergewebe beeinflussen und verändern.

„Cranium“ steht für Schädel, „sacrum“ meint das Kreuzbein, und damit ist das Tätigkeitsfeld der Craniosakralen Osteopathie vorgestellt.

Ein von Atmung und Herz unabhängig arbeitender Puls entsteht im Liquor cerebrospinalis (Gehirnwasser) und breitet sich im gesamten Organismus aus. Allerdings ist für eine harmonische Ausbreitung der Impulse unbedingte Voraussetzung, dass alle Schädelknochen sowie das Kreuzbein frei beweglich sind. Nach William Garner Sutherland, einem Schüler von Still, ist der Schädel nicht steif verwachsen. Vielmehr besteht er aus einem System diverser Einzelteile, die ein abgestimmtes System bilden.

Das Auffinden der Ursachen

Vielfältige Blockaden können im menschlichen Organismus entstehen. Oft sieht sich der Osteopath mit der Aufgabe konfrontiert, unter vielen die ursprüngliche Blockade herauszufinden. Im Laufe vieler Jahre bilden sich oft etliche Symptome, die der Behandler Ursache-Folgekette nennt. Für den Patienten kann es dann verwunderlich wirken, wenn bei einem Schulterproblem zunächst mit der Untersuchung der Füße begonnen wird. Grundlage dieses Vorgehens ist die These, dass die Gesamtheit des Körpers eine interagierende Funktionseinheit darstellt.

Ursächliche Faktoren sind deshalb zu benennen, und zu diesem Zweck sind umfangreiche Tests und Untersuchungen notwendig. Schließlich ist der Therapeut in der Lage, die Gründe für die Dysfunktionen, also der Abweichungen von den Normalfunktionen, zu benennen.

These und Behandlung

Nach ersten Ergebnissen formuliert der Osteopath eine vorläufige These, die Behandlungsthese. Sie ist Grundlage des Behandlungsplans, der nun ausgearbeitet wird. Mit unterschiedlichen Techniken aus einem umfangreichen Fundus von Methoden behandelt er den Patienten. Zu nennen sind die Impulstechnik, die Mobilisationstechnik für die inneren Organe, craniosakrale und Faszientechniken. Die Behandlungen finden überwiegend in der Praxis statt, für zuhause werden dem Betroffenen spezielle Sportübungen aufgegeben oder Empfehlungen für die Ernährung.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Beide Therapieformen haben einiges gemeinsam, es gibt aber auch Unterschiede. Zu den Gemeinsamkeiten gehören die manuellen Methoden, das Aktivieren der Selbstheilung des Organismus und der individuelle Therapieansatz.

Ein wesentlicher Unterschied findet sich in der Lokalisation der Ursachen. Der Chiropraktiker vermutet sie in Blockaden von Wirbeln, ein Osteopath untersucht das gesamte Körpergewebe. Auf Irritationen des Nervensystems konzentriert sich die Chiropraktik, ihre Konkurrentin vermutet Störungen der Versorgung des Gewebes als Ursache der Beschwerden. Der Bewegungsapparat ist der bevorzugte Therapiebereich für die einen, die zweite Methode befasst sich auch mit den inneren Organen und dem craniosakralen System.

Fazit

Die traditionelle Medizin findet auf eine Reihe von Erkrankungen nicht immer Antworten, die ein Patient akzeptieren kann. Heilpraktiker haben sich auf Bereiche konzentriert, die von der Schulmedizin vernachlässigt wurden. Die Chiropraktik und die Osteopathie bieten Behandlungen an, die den Patienten als Individuum ansehen und differenzierte Methoden vorweisen können. Mit ganzheitlichen Konzepten und analytischem Vorgehen sind die Betroffenen oft auf schonende Weise geheilt, ohne Nebenwirkungen und mögliche Folgen von Medikamenten. Deshalb suchen immer Menschen Heilpraktiker auf, weil sie sich hier verstanden fühlen und auf eine unbedenkliche Art der Heilung finden.

Autor: Wissen-Gesundheit Redaktion

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