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Unsicherheit wegen Defibrillatoren

In einem Schreiben an Ärzte hatte die Firma Medtronic, eine Herstellerfirma von Defibrillatoren, im Februar berichtet, dass 9 von 87.000 weltweit implantierten Geräten ausgefallen sind. Und zwar hatte sich durch einen internen Kurzschluss die Batterie plötzlich entladen.
Dadurch wurde das Gerät funktionionsuntüchtig.

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Ein Defibrillator wird – anders als ein Herzschrittmacher – nur deswegen eingesetzt, um bei Bedarf kleine Stromstöße abzugeben und das Herz damit wieder in den richtigen Rhythmus zu zwingen. Mit einer entladenen Batterie hingegen kann der Defibrillator seine Funktion natürlich nicht ausüben.

Nachdem vom Focus und anderen Medien das Thema hochgepeitscht wurde (21.02.2005: „Massenrückruf von 87 000 Herzschrittmachern mit Schockfunktion“) ist die  Verunsicherung unter Patienten und Ärzten groß. Die Firma Medtronic hatte sich sofort um eine gemäßigtere Darstellung bemüht:
„Betroffen sind ausschließlich Geräte mit Batterien, die zwischen April 2001 und Dezember  2003 hergestellt wurden. Dazu gehören MarquisTM VR/DR und MaximoTM VR/DR ICDs, sowie  InSync MarquisTM und InSync III MarquisTM. In Deutschland wurden etwa 5000 Geräte dieser Art implantiert. Die implantierenden Zentren sind informiert. Andere Modelle oder Geräte, deren Batterien nach Dezember 2003 hergestellt wurden, sind nicht betroffen.“

Die Firma erklärte, dass es unter extrem erhöhter Belastung in der zweiten Hälfte der Gerätelaufzeit zu Batterieausfällen (0,2%  bis 1,5%) kommen kann. Der Fehlermechanismus wurde bei internen Qualitätskontrollen festgestellt. Es kam kein Patient zu Schaden.

Trotzdem sah sich die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie gestern dazu bemüßigt, die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie forderte vor allem: „Alle Patienten mit einem Defibrillator, die von einem möglichen Batterie-Ausfall betroffen sein könnten, müssen umgehend darüber informiert werden, in der Regel durch das implantierende Zentrum.“.

Bislang wurden nämlich nur die Ärzte offiziell informiert. „Allen Patienten, bei denen die in ihrem Defibrillator enthaltene Schrittmacherfunktion regelhaft zum Einsatz kommt und/oder bei denen bedarfsgerechte ICD-Entladungen aufgetreten sind, sollte ein Geräteaustausch empfohlen werden", forderten Prof. Dr. Wolfgang Schöls (Duisburg) und Prof. Dr. Hans Kottkamp (Leipzig) im Namen der Verfasser der Stellungnahme. ICD ist das Kürzel für implantierbarer Cardioverter-Defibrillator. 

Die Arbeitsgruppe Arrhythmie spricht sich dafür aus, auch den betroffenen Patienten, bei denen die Schrittmacherfunktion nicht regelhaft zum Einsatz kommt, einen Gerätetausch zumindest anzubieten. „Bei allen Betroffen sollte jedoch eine ganz individuelle Entscheidung getroffen werden“, erläutert Schöls. „Hierbei muss das Risiko der plötzlichen Batterie-Entladung mit Verlust der ICD-Funktion abgewogen werden gegen das Risiko eines Geräteaustausches mittels Operation.“

Sollten sich Arzt und Patient aus guten Gründen gegen einen Geräteaustausch entscheiden, müssten gemeinsam Maßnahmen zu Risikoreduzierung besprochen und eingeleitet werden. Dazu gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die Aktivierung der Warnfunktion, die Handhabung der Prüfung durch einen Handmagneten sowie Informationen über eine mögliche Erwärmung bei Batterie-Entladung.

Stand: 10.3.2005
Quellen: dkg, idw, medtronic
Autorin: Beatrice Wagner

Autor: Beatrice Wagner; Quellen: dkg, idw, medtronic; Stand: 10.03.2005

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