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Eierstockkrebs: Die richtige Klinik steigert Überlebenschance

Der Eierstockkrebs ist ein sehr aggressiv wachsender Tumor, der dazu neigt, schnell Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden, die sich vor allem innerhalb der Bauchhöhle ausbreiten.

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Im Jahr 2001 erkrankten in der Bundesrepublik Deutschland 9.671 Patientinnen, 6.113 starben daran.
Jetzt hat eine Studie gezeigt, dass nicht nur die Aggressivität des Tumors für die hohe Sterblichkeit verantwortlich ist, sondern auch die falsche Wahl der Klinik. Die Studie wurde von der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie unter der Leitung von Prof. Dubois aus Wiesbaden durchgeführt.

Etwas provokant ausgedrückt lautet die Studie: "Eine Frau, die mit Eierstockkrebs in die falsche Klinik geht, muss früher sterben!".

Und zwar zeigte sich folgendes:
75 % der Patientinnen mit optimaler Operation und optimaler Chemotherapie leben noch.
25 % der Patientinnen mit nicht optimaler Operation und nicht optimaler Chemotherapie leben noch.

Wie wurde die Studie durchgeführt? Im dritten Quartal 2001 wurden 476 Patienten mit der Diagnose Eierstockkrebs erfasst und über drei Jahre beobachtet, sprich die Behandlung und der Gesundheitszustand analysiert.

Es zeigte sich, dass eine hohe Überlebenschance mit den richtigen Schritten nach der ersten Diagnose zusammen hängt. Das nennt man „Staging“. Dabei wird operativ die Größe des Tumors festgestellt. Weiterhin wird geprüft, ob schon die Lymphknoten von Krebszellen befallen sind und ob noch weiter entfernt liegendere Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) bestehen.

In der Studie wurde nachgewiesen, dass nicht an allen Kliniken dieses Staging richtig bzw. vollständig durchgeführt wird. Manchmal wird es auch einfach vergessen.

Weiterhin wurde in der Studie geprüft, ob die Eierstockkrebs-Patientinnen die ihrem Zustand entsprechende optimale Therapie erhielten. Optimale Therapie bedeutet: Entfernung des gesamten Tumorgewebes in einer Operation, dabei soll das Tumorrestgewebe kleiner als 1 cm betragen.

Die optimale Chemotherapie wird heute durchgeführt mit einem so genannten Taxan, das ist ein Wirkstoff aus der Rinde und den Nadeln der nordamerikanischen Eibe, sowie mit Platin.

Das erschreckende Ergebnis:
- Nur 35,5 % der Frauen mit einem frühen Eierstockkrebs erhalten die geeignete Therapie
- Ca. 70 % der Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs erhalten die geeigneten Therapie: 61,4% die optimale Operation und 77,6% die optimale Chemotherapie.

Und so kommt es, laut Prof. Dubois zu dem eingangs festgestellten, etwas provokaten Ergebnis, laut dem die Wahl der Klinik die Überlebenschance stark beeinflusst.

Allerdings muss einschränkend noch folgendes gesagt werden: Der Eierstockkrebs ist eine sehr tückische Krankheit: Er bleibt lange Zeit unbemerkt, weil im Frühstadium kaum Symptome auftreten. Erst wenn der Tumor andere Organe wie Darm, Magen oder Gebärmutter zusammendrückt, gibt es erste Hinweise auf die Erkrankung. Dies sind meist Schmerzen im Unterbauch oder Verstopfung.

Ein eindeutiges Symptom, das aber erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auftritt, ist der aufgeblähte Bauch, ein Zeichen dafür, dass die Krebszellen jetzt auch das Bauchfell befallen haben. Dann sinkt die Überlebenschance um ein Vielfaches.

Wenn eine Patientin erst in diesem Zustand zu ihrem Arzt kommt, ist eine Klinikeinweisung und eine Operation oft innerhalb von Stunden notwendig, um die Überlebenschancen nicht noch weiter zu schmälern. Es bleibt dann wenig Zeit, um noch ausführlich nach der besten Klinik und nach einem freien Platz zu suchen.

Ist die Krebserkrankung noch auf den Eierstock begrenzt, liegen die Fünf-Jahres-Überlebensraten zwischen 70 und 90 Prozent. Bei angegriffenen Lymphknoten verschlechtert sie sich auf 17 bis 24 Prozent. Sind über den Blutweg bereits Fernmetastasen entstanden, überleben nur noch fünf bis 12 Prozent der Betroffenen diesen Zeitraum. Autor: Beatrice Wagner; Stand: 23.03.2005; Quelle: Studie „Das Qualitätssicherungsprogramm der AGO – Organkommission OVAR: Versorgungsstruktur und Realität in Deutschland 2001“

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