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Neue Therapien für Parkinson

Die Hände zittern, der Körper ist vornüber gebeugt, die Bewegungen laufen wie in Zeitlupe ab – typische Symptome der Parkinson-Krankheit.

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So haben wir den Papst in Erinnerung, aber auch Boxlegende Muhammad Ali und Schauspieler Michael J. Fox leiden unter dieser Krankheit.

Den Krankheitsanzeichen liegt eine Störung tief im Innern des Gehirns in der so genannten Schwarzen Substanz (Substantia nigra) zugrunde. Im Verlauf sterben Nervenzellen im Gehirn ab, die den Überträgerstoff Dopamin produzieren.

„Dadurch kommt es in den Hirnregionen, die für die Steuerung der Körperbewegung zuständig sind, zu Störungen in der Signalübertragung“, betont Prof. Albert Ludolph von der Uniklinik Ulm.

Bisher lassen sich die Symptome vor allem medikamentös lindern. Die Standardtherapie besteht darin, das Dopamin von außen zuzuführen und den Gegenspieler des Dopamins zu hemmen. Dies geschieht durch Behandlung mit L-Dopa, Dopamin-Agonisten, Amantadin und Anticholinergika. Die motorischen Symptome lassen sich dadurch deutlich verringern.

Trotz der Dopamin-Ersatztherapie gehen immer noch Nervenzellen zugrunde, sodass die typischen Parkinsonbeschwerden auch unter Medikamenten zunehmen. Eine Heilung der Parkinson-Krankheit gibt es bis jetzt noch nicht.

Tiefer an die Wurzeln der Erkrankung gehen neuartige Zelltherapien, mit denen der Dopaminmangel behoben werden soll. Hier laufen erste klinische Versuche.

Sehr erfolgreich wird seit einigen Jahren auch die so genannte Tiefenhirnstimulation bei Parkinson angewandt. Dabei werden ein oder zwei hauchdünne Elektroden im Gehirn platziert und mit einem elektrischen Stimulator, der ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter dem Schlüsselbein eingesetzt wird, verbunden. Bei vielen Patienten verschwinden die Symptome zum Teil vollständig.

Dies und weitere Fortschritte in Diagnostik und Therapie werden beim anstehenden 16. Parkinson-Weltkongress vom 5. bis 9. Juni im Berlin in Berlin (www.parkinson-berlin.de) vorgestellt.

Hintergrund der Erkrankung:
Ein Zittern der Hände (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor) und Verlangsamung aller Bewegungsabläufe (Akinese) sind die typischen Kennzeichen der Parkinsonkrankheit. Sie machen sich u. a. durch ein vermindertes Mitpendeln eines Armes, ein maskenartiges Gesicht mit reduziertem Lidschlag und fehlender Mimik, sowie einen von kleinen Schritten und großer Unsicherheit geprägten Gang bemerkbar.

Sprach- und Konzentrationsschwierigkeiten, Riechstörungen, Schlafprobleme sowie psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen kommen oft hinzu. „Alle Symptome sind unterschiedlich ausgeprägt und vielfältig miteinander vermischt. Letztlich hat jeder Patient, seine eigene Parkinsonkrankheit“, sagt Prof. Heinz Reichmann von der Neurologischen Universitätsklinik Dresden
 
Die Ursachen der Erkrankung sind nach wie vor unbekannt. Nur selten lassen sich konkrete Gründe wie z. B. Vergiftungen, Unfälle und Medikamente finden. Parkinson kann man deshalb bisher weder vorbeugen noch heilen.

Wichtigster Risikofaktor ist das fortschreitende Alter: Liegt die Erkrankungs-Häufigkeit in Deutschland zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr bei 240 Patienten pro 100.000 Einwohner, ist sie bei den über 85jährigen schon zehn Mal so hoch. Hierzulande sind etwa 250.000 Menschen von Parkinson betroffen; weltweit sind es in den Industrieländern rund 2,6 Millionen.
Autor: Impressum & Beatrice Wagner; Stand: 07.04.2005

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