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Narkolepsie: Neue Hilfe für eine ermüdende Krankheit

Ein Hobbyfischer hat einen riesigen Fang an der Angel. Aufgeregt und freudig über sein Anglerglück will er den Fisch an Land ziehen. Plötzlich sackt er in sich zusammen. Ein paar Mal noch versucht er sich aufzurichten. Vergebens.
Er fällt zur Seite, kann sich nicht mehr rühren, wacht nach einer Minute wieder auf und setzt sein Werk fort.

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Was wie eine merkwürdige Slapstickepisode klingt, ist in Wahrheit Alltag für etwa 40.000 Menschen in Deutschland. Sie leiden unter Narkolepsie, umgangssprachlich auch Schlafkrankheit genannt. Ein Hauptsymptom, das die meisten der Narkoleptiker betrifft, ist der kurze Anfall von Muskelversagen. Er tritt bei vollem Bewusstsein ein, aber man kann sich nicht mehr bewegen. Es kann sein, dass nur die Gesichtmuskeln erschlaffen, oder das der Kopf vorne über fällt oder dass man in sich zusammensackt. Dies tritt immer im Zusammenhang mit starken Emotionen auf, wie Lachen, Ärger oder Überraschung. Weil dies auf den ersten Blick wie ein Schlaganfall oder auch wie eine Epilepsie aussieht, aber immer in Verbindung mit Emotionen auftritt, spricht man auch vom Lachschlag.

Das Hauptanzeichen der Narkolepsie ist das müde sein. Narkoleptiker fühlen sich immer unausgeschlafen und kennen nie den Zustand des topfit seins. Damit verbunden ist die nicht unterdrückbare Neigung zu einem Nickerchen. Dies nennt man medizinisch „exzessive Tagesschläfrigkeit mit imperativem Schlafzwang“. Aber was so harmlos klingt, kann gefährlich werden, z. B. am Steuer, oder es gedeiht zum persönlichen Nachteil, wenn man mitten in einem wichtigen Gespräch wegdämmert.

Weitere Anzeichen sind Schlafstörungen oder Halluzinationen.

Wer unter der Schlafkrankheit (Narkolepsie) leidet, weiß oftmals aber nicht, dass seine „Auffälligkeiten“ zu einer Krankheit gehören, und dass diese neuerdings recht gut behandelbar ist. Denn die Symptome der Narkolepsie haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Darum ging es auf einem Fachkongress (31.3. und 1.4. in Köln).

Hier wurde ein neues Medikament vorgestellt, dass direkt in die Ursache der Narkolepsie eingreift. Dann Narkoleptiker haben eine Störung in dem Zentrum im Gehirn, welches das Schlafen und Wachen steuert. Genau gesagt, werden bei ihnen hier zuwenig Botenstoffe mit dem Namen Orexin gebildet.

Seit einiger Zeit sind Einzeltherapien bekannt, das sind Stimulanzien gegen die Tagesschläfrigkeit, Antidepressiva gegen das Muskelversagen und Schlafmittel gegen die Schlafstörungen. Das neue Medikament aber, das seit kurzem auch in Deutschland zugelassen worden ist, enthält den Wirkstoff Natriumoxybat und kann alle drei Hauptanzeichen therapieren. Denn der Wirkstoff ist dazu in der Lage, den fehlenden Botenstoff im Gehirn zu ersetzen.

In Deutschland ist das Medikament bislang erst gegen die „Lachschläge“ (Kataplexien) zugelassen. Aber da jeder Narkoleptiker, welcher unter einer Kataplexie leidet, auch die anderen Symptome wie Tagesschläfrigkeit mit imperativen Schlafanfällen, sowie den nächtlichen Schlafstörungen leidet, werden auch diese Symptome damit behoben. In Kürze ist auch die Zulassung für alle drei Hauptsymptome zu erwarten.

Wichtig für Sie: Wenn Sie die beschriebenen Anzeichen an sich erkennen, dann gehen Sie zum Arzt. Sie müssen sich nicht mit Ihren Beschwerden abfinden, sondern diese resultieren aus einem Krankheitsbild, welches behandelbar ist. Autor: Dr. Beatrice Wagner; Quelle: Symposium Narkolepsie, Köln (31.03. bis 01.04.2006); Stand: 03.04.2006

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