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Gebrochene Herzen oder auf japanisch das Takotsubo-Syndrom

Bei extremen Schockerlebnissen können sich bei gesunden Menschen die Herzkammern derart zusammenkrampfen, dass sie in ihrer Form an ein Takotsubo erinnern, eine japanische Tintenfischfalle. Und so heißt das Phänomen das Takotsubo-Syndrom, unter „Broken Hearts“ ist es allerdings auch bekannt. Dies berichtet der Kardiologe Professor Christoph Nienaber von der Universität Rostock in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“.

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Aktuell hatten sechs Patienten in Deutschland eine ungewöhnliche Stresssituation erlebt: Zwei waren kurz vor dem Ertrinken gerettet worden, eine weiterer war Opfer eines Überfalls geworden. Die anderen hatten schwere psychische Krisen durchgemacht. Sie alle kamen zum Kardiologen, weil sie Herzschmerzen hatten wie bei einem Herzinfarkt. Diese Schockerlebnisse führen zu einer massiven Ausschüttung von Stresshormonen. Die Blutwerte können laut Professor Nienaber bis zu 34-fach über den Normalwerten liegen, und sie sind dann doppelt so hoch wie beim Herzinfarkt.

Anders als beim Herzinfarkt, der durch einen Verschluss eines Herzkranzgefäßes ausgelöst wird, waren die Befunde der Herzkatheteruntersuchung bei allen Patienten normal. Als die Kardiologen allerdings Kontrastmittel in die Herzkammern gaben, konnten sie das Takotsubo-Phänomen beobachten. Die Form der Herzkammer sei wie bei einer Thermoskanne, deren enger Hals verhindere, dass ausreichend Blut in die Schlagadern gepumpt werde, erklärte der Kardiologe

Anders als beim Herzinfarkt erholen sich die meisten Patienten von ihrem „gebrochenen“ Herzen. Die Ärzte behandelten sie lediglich mit Medikamenten, die das Herz beruhigen (Betablocker) und die Erholung verbessern (ACE-Hemmer).

Alle sechs Patienten waren Frauen nach den Wechseljahren. Der Grund sei nicht klar. Möglicherweise kämen aber die Herzen der Männer besser mit dem Anstieg der Stresshormone klar.

Ein Takotsubo-Syndrom ist sehr selten. Professor Nienaber schätzt, dass auf eine Million Menschen zwei bis zehn daran erkranken. Möglicherweise aber gibt es eine hohe Dunkelziffer. Autor: Dr. Beatrice Wagner; Stand: 09.02.2007; Quelle: Ch. Nienaber et al: „Das "Broken Heart"-Syndrom. Ein seltenes klinisches Phänomen“, Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (3): S. 87-90

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